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Das PJler-Leben vor der Linse.
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PJ: Was wir mitnehmen.

Montag, 12. Oktober 2015

Das PJ neigt sich dem Ende zu. Die meisten von uns haben viel gesehen – meist mehrere Städte, Kliniken, mindestens aber hat jede/r von uns hat in drei verschiedenen Teams mit jeweils unterschiedlichen Fachrichtungen gearbeitet.

So neu klingt das alles auf den ersten Blick nicht. Bereits in den drei Monaten Pflege­praktikum brachten wir uns in ein Team ein. Weiter ging es mit vier Monaten Famula­turen, auch hier: Neue Menschen. Und jetzt das PJ. Auf jedem dieser Abschnitte gehörten wir ein bisschen mehr dazu, waren wir ein Stück weitergekommen. Was das PJ so besonders macht? Es ist die letzte Etappe dieser Praktika. Wir denken öfter: Noch sind wir nicht allein, aber doch bereits verantwortlich. Viele von uns sind weniger idealistisch, dafür realpolitischer geworden. Es zählen nicht mehr nur die Fachrichtung, sondern auch die Bedingungen dieses oder jenes Faches, das Team, die Stadt. Wir beobachten – vielleicht ein Stück weit genauer – unsere Ärzte und überlegen – vielleicht ein wenig kritischer – was wir uns von Ihnen abgucken möchten.

Da geht es erst einmal um das Fach. Natürlich wollen wir das, was wir machen, gut machen. Um nicht mehr oder weniger geht es. Da ist allerdings auch ein ambitioniertes Ziel, und wir verstehen allmählich, dass die wenigsten als so Jemand geboren werden. Die meisten erarbeiten sich diesen Status durch die Bereitschaft, dazulernen zu wollen. Und das erfordert naturgemäß Zeit. Wir merken: Es gehört auch Geduld dazu, so zu werden.

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Dann ist da die menschliche Seite. Es gibt sie, diese Menschen bei denen es einfach „klick“ macht. Die sich im richtigen Moment zu Wort melden, wenn etwas falsch läuft, wenn sonst keiner etwas sagt. Die für ihre Patienten die richtigen Worte finden. Die die Reinigungskräfte genau so grüßen wie den Oberarzt. Die so integer sind, sodass sie es nicht nötig haben, sich in den Mittelpunkt zu drängen. Die sich als Teil eines Teams sehen. Die, wenn sie eine entsprechende Position erreicht haben, alles tun, um ihr Team auch zusammenzuhalten. Die, die sich Rückmeldungen einholen. Die ihre Anfänger stärken, in dem sie Ihnen zeigen, dass sie Ihnen vertrauen.  Die Fehler an- und besprechen, aber sie nicht unverhältnismäßig bewerten.

Jeder von uns malt sich im PJ sein eigenes Bild, da die Tertiale so erst einmal nicht vergleichbar sind. Was uns eint: Bestimmte Menschen hinterlassen ihren Fingerabdruck auf unserem Bild. Wir nehmen das mit, was wir richtig, vielleicht sogar bewundernswert fanden.

Meist sind es kleine Momente, an die wir uns, warum auch immer, wieder erinnern. In uns verankern sich auch Nuancen, die wir so später nicht übernehmen wollen. Sie gehören zum Bild genau so wie alles andere. Sie definieren wer wir später einmal sein wollen oder vielleicht schon sind genau so wie die Handlungen, zu denen wir aufsehen. Es ist unser ganz persönliches Bild und noch lange nicht fertig. Es besteht aus fließenden Übergängen, vielen Grauzonen und noch viel mehr Spielraum zur Interpretation.

Denkend, dass die Welt aus ziemlich viel bunt und wenig schwarz- weiß besteht

grüßt

die PJane

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