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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Amerikaner und die Flüchtlingskrise

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Ich versuche mit Absicht das Thema Flüchtlingskrise in diesem Blog zu vermeiden, denn es soll hier vor allem um die Eindrücke eines Arztes in den USA gehen, das hiesige Gesundheitssystem und somit eine Binnenschau dargestellt werden.

Aber dieses Ziel lässt sich nicht immer erreichen, und auch wenn die Flüchtlingsdramatik Tausende von Meilen entfernt ist, so wird man auch in den Vereinigten Staaten zunehmend in dessen Sog mit hineingezogen. Präsident Obama hat bekanntermaßen angekündigt, Tausende von Flüchtlinge aus dem Nahen Osten zwecks Asyl einfliegen zu lassen und viele der Präsidentschaftskandidaten erwähnen sie ebenfalls in ihren Reden: Der Republikaner Donald Trump spricht z.B. davon, dass er jeden einzelnen Flüchtling aus den USA wieder ausweisen, während der demokratische Kandidat Bernie Sanders ihnen verstärkt helfen möchte.

Auch ich werde mehrmals wöchentlich von den verschiedensten Menschen auf dieses Thema angesprochen, spätestens wenn sie erfahren, dass ich aus Deutschland und damit einem der am stärksten betroffenen Länder Europas stamme. Einige finden es großartig, wie Deutschland den Flüchtlingen hilft und wünschen sich solch eine Mentalität auch für die USA, das ist der eine Teil des Spektrums - meinem Gefühl nach eine deutliche Minderheit.

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Andere wiederum schütteln nur den Kopf über Deutschland und Europa und gerade in letzter Zeit höre ich von persönlichen Erlebnissen bei denen z.B. eine Krankenschwester ihren Urlaub aus „Sicherheitsgründen“ (also Ängsten) stornierte, ein anderer sich auf dem Oktoberfest in München belästigt fühlte und nächstes Jahr stattdessen vor Ort in Minnesota feiern möchte und ein dritter vermeidet mittlerweile ganz Europa als Familienausflugsziel aus Angst vor Infektionskrankheiten.

Dass mir in US-Krankenhäusern einmal deutsche und europäische innenpolitische Themen derart häufig begegnen würden, hätte ich früher nicht für möglich gehalten, ist aber mittlerweile Realität. Da will ich erst gar nicht wissen, wie oft diese Themen innerhalb deutscher Arztpraxen und Krankenhäuser diskutiert werden.

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