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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Teure Kran­ken­ver­siche­rung

Dienstag, 5. Januar 2016

Seit einigen Jahren gilt in den USA die Kran­ken­ver­siche­rungspflicht: Wer sich nicht krankenversichert, muß eine Steuer an den US-Staat am Ende des Jahres abführen, die sich bei Gutverdienern durchaus im vierstelligen Bereich befinden kann.

In früheren Jahren gab es tatsächlich Zeiten, in denen ich nicht krankenversichert war, in den letzten Jahren angesichts dieser Strafsteuer bin ich es aber durchgehend. Als selbständiger Arzt muss ich mich jedes Jahr neu für meine Kran­ken­ver­siche­rung anmelden; der Zeitraum hierfür ist vom 1.11.2015 bis zum 15.1.2016, und es gibt staatlicherseits Internetseiten die für diesen Zweck eingerichtet worden sind (z.B. https://www.healthcare.gov/ oder in Minnesota https://www.mnsure.org/).

Da ich selber nur sehr selten meine Kran­ken­ver­siche­rung nutze, nehme ich die monatlich günstigste, was naturgemäß bedeutet, dass ich im Krankheitsfall hohe Eigenbeteiligungen von mehreren Tausend Dollar zu bezahlen habe. Dabei ist auffällig, wie stark die monatlichen Beiträge in den letzten Jahren angestiegen sind bei gleichbleibenden Leistungen: Kostete mich die Kran­ken­ver­siche­rung im Jahr 2014 knapp 110 US-Dollar im Monat, ist dieser Beitrag auf 133,80 im Jahr 2015 gestiegen und steigt erneut an, im Jahr 2016 auf immerhin 170 US-Dollar. Diese hohen Steigerungsraten ergeben übrigens keinen Sinn angesichts von Gesundheitskosten, die zum Teil weniger als die Inflationsrate angestiegen sind.

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Übrigens geht es Millionen US-Amerikanern wie mir, und viele schütteln nur den Kopf über diese sehr hohen Steigerungsraten bei den Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträgen. All das mag nun Erklärung für den deutschen Leser sein, wieso sich im Wahlkampfjahr 2016 noch immer das Thema „Obamacare” so hoher Beliebtheit erfreut und wieso zum Beispiel der führende Republikanerkandidat Donald Trump so massiven Applaus und Zuspruch erfährt, wenn er seinen Wählern verspricht, die Gesundheitsreformen von Präsident Obama aus dem Jahr 2009 für null und nichtig zu erklären und zurückzunehmen. Es herrscht echte Unzufriedenheit angesichts dieser zum Teil stark steigenden Kosten.

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