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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Typ 2-Diabetes: Präventivmediziner fordern gesetzliche Zuckergrenzen in Süßgetränken

Freitag, 8. Januar 2016

Die meisten Ernährungswissenschaftler sind sich einig, dass der hohe Zuckergehalt von Süßgetränken eine wesentliche Triebfeder der Adipositas-Epidemie ist und die starke Zunahme von Erkrankungen am Typ 2-Diabetes erklärt. Obwohl dies auch den meisten Laien bekannt sein dürfte – was sich an den Verkaufszahlen von Light-Getränken zeigt –, haben alle Appelle an die Verbraucher wenig Wirkung gezeigt.

Britische Präventivmediziner regen deshalb Auflagen an die Hersteller an. Diese sollten den Zuckergehalt der Süßgetränke in den nächsten fünf Jahren um 40 Prozent senken. Dies könnte, wie Yuan Ma vom Wolfson Institute of Preventive Medicine in London jetzt vorrechnet, 500.000 Briten vor einem Übergewicht und eine Million vor einer Fettleibigkeit bewahren. Die Zahl der Typ 2-Diabetiker würde um 300.000 sinken.

Ob diese Erwartungen berechtigt sind, lässt sich schwer vorhersagen. Dass eine Zuckerrestriktion jedoch erfolgreich umgesetzt werden könnte, zeigen die Erfahrungen mit der Salzbegrenzung. Die Food Standards Agency hat neben einer Öffentlichkeitskampagne seit 2003 mit der Industrie verbindlich vereinbart, den Salzgehalt in bestimmten Produkten zu senken.

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Da der Salzkonsum zum größtem Teil über gekaufte Nahrungsmittel erfolgt und nicht etwa über das „Nachsalzen“, war die Kampagne erfolgreich. Die durchschnittliche Kochsalzausscheidung über die Nieren ist innerhalb von sieben Jahren von 9,5 auf 8,1 Gramm um 15 Prozent gesunken, ohne dass dies auf spürbaren Widerstand in der Bevölkerung gestoßen wäre.

Mit Süßgetränken könnte ähnlich verfahren werden. Wenn der Zuckergehalt (und entsprechend auch der Süßstoffgehalt) langsam gesenkt würde, könnte dies durchaus von der Bevölkerung akzeptiert werden. Für die Hersteller wäre dies nicht unbedingt mit Einbußen verbunden, da vermutlich nicht weniger Getränke verkauft würden und durch den Verzicht auf den Zucker könnten die Getränke sogar billiger werden.

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