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Vom Arztdasein in Amerika

Ölpreisbedingte Veränderungen

Freitag, 8. April 2016

Viele US-Bundesstaaten profitierten bekanntermaßen von den hohen Erdölpreisen und der zunehmend eingesetzten Technologie der hydraulischen Frakturierung, bei welcher Risse im Gestein zur Erdölförderung erzeugt werden, das „Fracking“. Profitiert haben von dieser Technologie Bundesstaaten in ganz USA, so unterschiedliche wie Illinois, Pennsylvania, Texas, Kalifornien, Wyoming, Montana oder Norddakota. In all den betroffenen Gegenden sind als Folge des Erdölrausches die Immobilienpreise und Bevölkerungszahlen in bestimmten Regionen nach oben geschnellt, und es entstanden zum Teil Arbeitsstellen in einem kaum zu füllenden Tempo.

Besonders Norddakota war hiervon betroffen, wie schon in vorherigen Blogtexten dargestellt – ich erlebe das als Arzt hautnah mit. Aber gerade zwischen 2015 und 2016 hat sich diese Entwicklung stark abgekühlt und zum Teil ins Negative gekehrt, wohl als Folge des starken Absinkens des Ölpreises. Immerhin geht man von einem Mindest­preis um die 50 bis 60 US-Dollar pro knapp 120 Liter aus ehe die Förderung in Narddakota rentabel ist, liegt also derzeit im Defizitbereich, ohne bisher gute Förderalternativen gefunden zu haben (z.B. http://www.cnbc.com/2016/03/11/some-bakken-drillers-see-greener-pastures-elsewhere.html).

Als Folge dieses Erdölrausches waren die Immobilienpreise in Norddakota in den letzten fünf Jahren stark angestiegen, zum Teil sich verdoppelnd, die Bevölkerung ist in den letzten fünf Jahren um 15% gewachsen (in manchen Gegenden wurden Ortschaften förmlich aus den Boden gestampft) und der Finanzhaushalt hatte die letzten Jahre über stets einen Überschuss. All das verändert sich derzeit, die Immobilienpreise stagnieren seit neuestem, erste Menschen wandern wieder ab und aus einem Haushaltsüber­schuss wurde ein Defizit, so daß der von Norddakota angelegte Ölfonds zum ersten Mal seit vielen Jahren angezapft werden muß und Gelder entnommen werden: http://www.cnsnews.com/news/article/north-dakota-governor-orders-cuts-amid-1b-budget-shortfall.

Die Mentalität scheint nun auch deutlich verändert im Gegensatz zu vor sieben Monaten, das letzte Mal als ich in Norddakota arbeitete. Es scheint dieses Mal als würde ich mehr Menschen mit Drogen- und Alkoholprobleme aufnehmen und deutlich mehr Selbstmordversuche therapieren, viele gerade ärmere Menschen wirken deprimierter und auch die Einstellungen gegenüber den vielen Flüchtlingen ist skeptischer, man scheint verschlossener gegenüber Fremden und die ersten Geschäfte schließen.

Ist das alles nur eingebildet oder ändert sich tatsächlich das Umfeld derart schnell in Norddakota? Ist alles nur ein Strohfeuer das von hohen Ölpreisen abhing? Aktuell klingen die veröffentlichten Statistiken noch positiv, die (offizielle) Arbeitslosigkeit ist bei traumhaften 3%, die Steuerlast ist im Verhältnis zum Nachbar Minnesota weiterhin niedrig und Arbeitsmöglichkeiten gibt es laut offiziellen Velautbarungen weiterhin unbegrenzte. Doch sollte der Erdölpreis noch auf Monate hinaus unter dem Wert von knapp 50 bis 60 US-Dollar bleiben, so ist nicht nur in vielen Erdölländern dieser Erde, sondern auch Norddakota, von finanziellen und damit letztlich gesellschaftlichen Problemen auszugehen. 

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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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