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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Syrische Ärzte über syrische „Ärzte“

Freitag, 22. April 2016

Weit im Norden der USA, nahe der kanadischen Grenze, traf ich an einem Spätmärztag, als es draußen noch am Schneien war, vier syrische Ärzte. Einige Tage lang arbeiteten wir nebeneinander, kaum mehr als ein „Guten Morgen“ und „Auf Wiedersehen“ austauschend, bis wir eines Tages die Zeit und Möglichkeit hatten und ins Gespräch kamen. Ob ich verheiratet sei, wo ich herkomme, ob es mir vor Ort gefalle, die üblichen Themen.

Doch meine Neugierde kennt kaum Grenzen und gerade angesichts der medialen Dauerpräsenz des Themas syrischer Bürgerkrieg kam schnell die Sprache hierauf, denn immerhin weilen Hundertausende, wenn nicht sogar Millionen an Syrer in Europa und Deutschland.

Die vier Ärzte waren etwas erstaunt über die Euphorie der Deutschen gegenüber den Flüchtlingen und verstanden nicht so recht die dahinterstehende Rechtfertigung, also das Konzept der „historischen Schuld“, wie sie so von manchem Linken vorgetragen (aber oft nicht 1:1 gelebt) wird. Das Gespräch stockte.

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Aber als ich davon berichtete, dass gerade Medien und manche Mitglieder der Politikerklasse noch bis vor kurzem behauptet hatten, dass viele der Flüchtlinge gut ausgebildet seien und man auch häufiger auf Ärzte unter diesen treffe, nahm es wieder Fahrt auf, und alle vier brachen in schallendem Gelächter aus. Ob ich das wirklich glauben würde, ob man die Politiker nicht öffentlich ausgelacht habe, ob Akademiker jahrelang wirklich in Lagern leben würden und wie sich solche Gerüchte halten könnten, das waren nur einige der vielen Ausrufe.

„Die meisten Ärzte haben Syrien doch schon vor Jahren verlassen“, klärte mich einer von ihnen auf mein Nachfragen hin auf und zeigte auf sich und die anderen drei als Beispiel. „Diejenigen, die sich als Ärzte ausgeben, sind oft Hochstapler, die in den Lagern versucht haben Geld und persönliche Vorteile durch einfache medizinische Handgriffe zu erhalten und sich als Arzt fälschlicherweise ausgeben“, meinte ein anderer, und die anderen beiden fügten jeweils persönliche Beispiele von gefälschten Dokumenten hinzu. 

Wir sinnierten noch etwas über die Möglichkeiten, an gefälschte Arztdiplome zu kommen, was das wohl für die Patienten bedeute und wie schwierig eine Überprüfung gerade in IS-Territorien sei. Dann versichterten alle, dass ihre Arztdiplome authentisch seien, wir witzelten noch etwas darüber, sprachen dann ein wenig über das Wetter und einen interessanten Patientenfall, um hiernach wieder an die Arbeit zu gehen. Europa und Syrien sind ja weit, weit weg in diesem entlegenen Teil der USA.

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Avatar #103205
Patroklos
am Freitag, 4. Mai 2018, 16:12

@Dr. Johannes Kremer???

Hat sich hier jemand unter einem Pseudonym mit einem akademischen Titel eingeschlichen, der auf eine Fake- Meldung hinweist, die auf einschlägigen Internet- Seiten verbreitet wird?
Avatar #747440
Dr. Johannes Kremer
am Freitag, 4. Mai 2018, 12:48

Syrischer Arzt vergewaltigt vier Patientinnen – Bewährungsstrafe

Das Amtsgericht im bayerischen Deggendorf hat letzte Woche einen 34 Jahre alten Syrer zu einer milden Bewährungsstrafe verurteilt. Der Mann hatte als Assistenzarzt am Donau-Isar-Klinikum vier Patientinnen vergewaltigt. Der Mann wurde zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Außerdem darf der „Mann“ vier Jahre lang keine weiblichen Patienten behandeln.

Ärztemangel führt zu „gelungener“ Integration

Es ist allgemein bekannt, dass seit September 2015 hunderttausende hoch qualifizierte Geflüchtete über die Balkanroute und die Mittelmeer-Shuttle-Service-Einrichtungen zu uns kamen. In ihrer Heimat waren die Merkel-Fachkräfte in der Regel Lehrer, Ärzte, Ingenieure oder qualifizierte „Chemielaboranten“. Doch Job Center, BAMF und potenzielle Arbeitgeber konnten mit den ausländischen Diplomen, falls vorhanden, meist nichts anfangen. Mittlerweile hat jeder neue Rohdiamant am deutschen Arbeitsmarkthimmel einen Rechtsanspruch auf ein „Feststellungsverfahren zur Gleichwertigkeit“ seines staatlich anerkannten Abschlusses mit einem deutschen Beruf. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ!) wird unter anderem aus Mitteln des Arbeitsministeriums gefördert – Partner bei der Umsetzung sind das Bildungsministerium sowie die Bundesagentur für Arbeit. Bei den Syrern, Iraner, Iraker und Afghanen seien dabei die Berufsgruppen Fachärzte, Ingenieure, Apotheker, Informatiker und Zahnärzte am häufigsten vertreten.

Die Landesärztekammer Brandenburg hat dazu die „Arbeitsgemeinschaft Syrische Ärzte“ ins Leben gerufen. „Der akute Ärztemangel in unserem Bundesland ist auf gut ausgebildetes medizinisches Personal angewiesen“ (Orginalzitat Ärztezeitung, SpringerVerlag, auch hier arbeiten Fachkräfte …). „So begreifen wir die Flüchtlingskrise auch als Chance zur Gewinnung von Arbeitskräften. Zudem sehen wir es als unsere Pflicht an, unseren geflüchteten Kollegen bei der Integration Hilfestellung zu leisten“. Die Kammer will zudem darauf hinarbeiten, dass Medizinstudenten und Auszubildende unter den Flüchtlingen identifiziert werden, damit sie ihre Ausbildung schnell fortsetzen könnten.

Anders als in anderen Ländern kann ein syrischer Arzt hierzulande auf Basis einer Berufserlaubnis arbeiten. [..] Voraussetzung für die Erlaubnis sind die Prüfung der Gleichwertigkeit der Qualifikation und eine bestandene Prüfung in deutscher Fachsprache. Vergleichsweise geringe bürokratische Hürden und eine schnelle, schrittweise Eingliederung in den Arbeitsalltag: Die erfolgreiche Integration syrischer Ärzte sollte als Vorbild für andere Branchen gelten.

35% mehr syrische „Ärzte“ in 2016! Der Bonus Alienus.

Nach Angaben der Bundesärztekammer stieg die Zahl der hierzulande gemeldeten ausländischen Mediziner im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf aktuell 46.721, davon ca. 3.000 Syrische Ärzte, ein Zuwachs um 35 Prozent binnen eines Jahres. Es folgen Rumänien, Serbien, die Ukraine, Russland und Aserbaidschan. Insgesamt sind von allen ausländischen Ärzten hierzulande Rumänen mit 4.285 am häufigsten vertreten. An zweiter Stelle steht Griechenland mit 3.118 Medizinern, die meisten zugewanderten Fachärzte arbeiten im Krankenhaus und nicht in der vom sog. „Ärztemangel“ am meisten betroffenen Provinz.

Ein deutscher Mediziner zitiert im Ärzteblatt etablierte syrische Ärzte aus den USA: „Die meisten Ärzte haben Syrien doch schon vor Jahren verlassen und diejenigen, die sich als Ärzte ausgeben, sind oft Hochstapler, die einfache medizinische Tricks beherrschen und sich fälschlicherweise als Arzt ausgeben“. Es sei ein Leichtes, an gefälschte Diplome heranzukommen oder echte mit anderem Namen zu kopieren, die Prüfungen gingen gegen null angesichts des Ärztemangels, nicht zuletzt aufgrund den medizinischen Erfordernissen der Massenimmigration in Deutschland. Auch die libysch-stämmige Zugehfrau des Autors dieser Zeilen ist heute praktizierende „Kinderärztin“ in den neuen Bundesländern, die „Diplome“ schienen eher zweifelhaft. Der Begründer der arabischen Medizin, Abd Allah Ibn Sina – in der abendländischen Medizin „Avicenna“ genannt, hatte schließlich auch keine Examenskopien im „Roter-Halbmond“-Kasten.

„Das kann auch eine dressierte Ziege!“

Speziell Bayerischen Kliniken scheinen immer wieder „vulnerabel“ für falsche Doktoren zu sein und wir sprechen hier nicht vom durchaus fleissigen Doktor Guttenberg. Allzu oft lassen sich gutmeinende Prüfungsstellen und Chefärzte durch medizinisches Halbwissen und großspurigem Habitus von gelernten Postfachkräften, Friseusen, ehemaligen Pflegekräften oder sonstigen Quacksalbern ins stethoskopische Bockshorn jagen, speziell wenn die Hauptqualifikation „Arabische Sprache“ lautet. Der Ärztemangel führt zu seltsamen „Blüten“ und falschen Fuffzigern bei den neuen Halbwissensgöttern in Weiß!

In einer Privatklinik in München teilte man einem wohlhabenden Patienten aus den Golfstaaten unlängst mit, dass man keine Kosten und Mühen gescheut hätte, ihn sogar von einem arabisch-sprachigen Facharzt operieren zu lassen. Der Patient verschwand darauf vom Operationstisch und war nie mehr gesehen.

Deckstation Deggendorf: 76 Schwestern und Ärztinnen gleichzeitig schwanger

Im Donau-Isar-Klinikum in Deggendorf war Anfang 2017 die stolze Zahl von 76 Krankenschwestern und Ärztinnen schwanger. Landrat Christian Bernreiter verkündete die Zahl neulich in der Kreistagssitzung, sozusagen in der „Kreißsaalsitzung“. Eigentlich war es nur ein Detail in der Debatte über vakante Stellen im Klinikum. Dem „Investigativ-Rechercheverbund“ der Süddeutschen Zeitung zufolge soll „mancher Arzt aber als allzu umtriebig in akutem Verdacht stehen“. Man gratuliere den Mitarbeiterinnen herzlich, betonte der Pressesprecher des Klinikums. In einem Projekt in Bayern wird derzeit zumindest ein „Kompetenzcheck“ entwickelt und erprobt. Mit diesem Test will man herausfinden, welche Fähigkeiten Flüchtlinge mit einschlägiger Arbeitserfahrung mitbringen. Bei der Einstellung des bestens „bewährten“ syrischen „Halbgott in dunkelweiß“ hätte man zumindest besser den „Eid-al-Hippokrates“ abfragen sollen. Den erniedrigten niederbayerischen Opfern sei zukünftig eher zur Selbsttherapie geraten: An Apple a Day Keeps the Syrian Doctor away!

http://www.anonymousnews.ru/2017/07/12/skandal-syrer-vergewaltigt-vier-patientinnen-im-donau-isar-klinikum-bewaehrung/
Avatar #582750
M. Malone
am Mittwoch, 4. Mai 2016, 08:54

deutsche Hybris und Realitätsverweigerung

Ein Hoch auf die durch unsere Politikerkaste und "Gutmenschen" verordnete Naivität und Realitätsausblendung.
Habe selbst vor 25 Jahren syrischen Oberarzt als AIP ler gehabt.
Aber offensichtlich aus der syrischen Oberschicht, der von seinem ganzem Auftreten etc. keinerlei Auffälligkeiten oder Anpassungsschwierigkeiten gehabt hat.
Aber unsere oben genannten moralischen hypertrophierten Grupppen
müssen ja nicht mit den Ergebnissen ihrer Politik zusammenleben.
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