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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Weltnichtrauchertag 2016: Höhere Steuern, weniger Raucher

Dienstag, 31. Mai 2016

Noch niemals in der jüngeren Vergangenheit gab es in Deutschland so wenige jugend­liche Raucher wie im letzten Jahr. Der Anteil der 12- bis 17-jährigen ist 2015 auf 8 Prozent gesunken, der niedrigste Wert seit den ersten Erhebungen Ende der 1970er-Jahre. Da die meisten Raucherkarrieren im Jugendalter beginnen, ist dies eine günstige Voraussetzung, um langfristig die Schäden durch das Rauchen zu begrenzen.

Die Folgen des Rauchens für die Gesundheit des Einzelnen und die Gesellschaft werden oft unterschätzt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum vermutet, dass jährlich 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Das wären immerhin 13,5 Prozent aller Todesfälle. Die Kosten, die durch die Versorgung tabakassoziierter Erkrankungen im deutschen Gesundheitssystem entstehen, sollen sich auf 25,4 Milliarden Euro jährlich belaufen.

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Das Robert Koch-Institut führt den Rückgang auf eine Reihe von Maßnahmen zurück, die seit der Jahrtausendwende auf den Weg gebracht wurden. An erster Stelle wird die Erhöhung der Tabaksteuer in den Jahren 2002 bis 2005 genannt. Sie hat tatsächlich zu einem deutlichen Rückgang der verkauften Zigaretten geführt, der durch einen Anstieg im Absatz von Tabakfeinschnitt für Selbstgedrehte nur teilweise aufgefangen wurde. 

Epidemiologische Studien zeigen, dass der Kostendruck jüngere Menschen davon abhalten kann, mit dem Rauchen zu beginnen. Wichtig sind sicherlich auch die Rauch­verbote, die seit November 2006 in Kraft traten und das Rauchen am Arbeitsplatz und in der Gastronomie einschränken. Rauchen hat damit nicht nur ein Negativ-Image erhalten, um das sich Jugendliche nicht unbedingt scheren. Raucher ist auch räumlich zu einem Außenseiterphänomen geworden, von dem sich jüngere Menschen zunehmend distanzieren.

Hinzu kommen in Kürze die „Schockbilder“ auf Verpackungen. Ob sie eine Wirkung erzielen und den derzeitigen Trend verstärken, bleibt abzuwarten, da in Deutschland noch immer zu viele Menschen rauchen. Laut der GEDA-Studie von 2012 rauchen noch immer 23,9 Prozent der erwachsenen Frauen und 31,4 Prozent der erwachsenen Männer.

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