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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Internet-Tool verlängert Leben bei Lungenkrebs

Montag, 13. Juni 2016

Nicht nur Medikamente oder eine Radiotherapie können das Leben von Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen um einige Monate verlängern. Eine ähnliche Wirkung erzielte eine web-basierte Anwendung, die Onkologen aus Frankreich entwickelt haben. Bei dem Programm Moovcare geben die Patienten täglich Auskunft über ihr Befinden.

Wenn es zu einer Verschlechterung gekommen ist, erhält der behandelnde Arzt eine E-Mail. Er kann dann die Patienten falls notwendig zu einem Termin einbestellen und mögliche Anschlussbehandlungen frühzeitig einleiten. Dies kann nicht nur Ängste beim Patienten vermindern. Die Ergebnisse, die Jean Bernard vom Institut Inter-regional de Cancérologie in Le Mans jetzt auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO 2016) in Chicago vorgestellt hat, zeigen, dass sich auch die Überlebenszeiten verlängern.

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An der Studie hatten 133 Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs (Stadium III/IV) teilgenommen. Die Hälfte nahm an der üblichen Nachsorge teil, die feste Arzttermine und alle 3 bis 6 Monate einen CT-Scan vorsah. In der anderen Gruppe hatten die Teilnehmer zusätzlich die Möglichkeit, ihre Beschwerden am Computer in ein web-basiertes Programm einzutragen.

Wie zu erwarten war, gab es keine Unterschiede in der Rezidivrate. Bei etwa der Hälfte der Patienten kam es bald zu einem Rückfall des Tumors. Bei den Patienten, die das Internetprogramm benutzten, wurden die Rezidive jedoch früher erkannt. Dies hatte zur Folge, dass drei Viertel der Patienten die für diesen Fall vorgesehene Behandlung erhalten konnten. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei einem Drittel der Patienten der Fall.

Die anderen waren beim vorgesehenen Termin bereits zu schwach oder der Tumor zu weit fortgeschritten für eine weitere Behandlung. Dies wirkte sich deutlich auf die Überlebenszeit aus. Sie konnte durch die web-basierte Befragung der Patienten von 12 auf 19 Monate verlängert werden. Dies ist ein Vorteil, der bei einem neuen Wirkstoff als enormer Erfolg gewertet würde und die rasche Zulassung eines für die Versicherungen sicherlich kostspieligen Medikaments zur Folge hätte.

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