DÄ plusBlogsGesundheitBücherwürmer leben länger
Gesundheit

Gesundheit

Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Gesundheit

Bücherwürmer leben länger

Dienstag, 9. August 2016

Mehr Sport, gesündere Nahrungsmittel, keine Zigaretten und weniger Alkohol sind die üblichen Ratschläge für ein längeres Leben. Lesen gehört nicht dazu. Abgesehen davon, dass man sich beim Lesen nicht bewegt, wird die Lektüre von Büchern und Zeitungen eher mit einer intellektuellen Lebensweise assoziiert, zu der Zigaretten, Snacks und vielleicht auch ein Gläschen Rotwein gehören. Umso erfreulicher ist es, dass die Teilnehmer der Health and Retirement Study, einer Langzeitstudie von älteren Erwachsenen in den USA, jetzt zu dem Ergebnis kommt, dass Senioren, die häufig Bücher und Zeitungen lesen, eine deutlich verminderte Sterblichkeit hatten.  

Das Drittel der 3.635 Teilnehmer, die sich am häufigsten in Bücher vertieften, hatten ein um 20 Prozent vermindertes Sterberisiko. Bei der älteren Personengruppe und einer Beobachtungszeit von 12 Jahren war dies mit einer um 23 Monate längeren Lebenszeit verbunden. Das Team um Becca Levy von der Yale University School of Public Health in New Haven hat dabei bereits andere Kofaktoren wie Bildung, Komorbiditäten, Selbsteinschätzung der Gesundheit, Reichtum, Familienstand und Depression berücksichtigt. 

Anzeige

Schon eine halbe Stunde Lesen am Tag erzielt laut Levy eine signifikante Wirkung. Ein wenig scheint es darauf anzukommen, was man liest. Bücherwürmer profitieren laut Levy von der täglichen Lektüre mehr als Menschen, die in Zeitschriften schmökern oder sich in die Zeitungslektüre vertiefen. Worauf die protektive Wirkung beruht, ist nicht klar.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #84579
Amtsarzt-2
am Donnerstag, 11. August 2016, 21:14

Interessant

Menschen, die sich für Bücher Zeit nehmen, pflegen wahrscheinlich einfach einen gesünderen Lebensstil. Hier kommt auch der Begriff (Bed-)Achtsamkeit ins Spiel. Bücher erfordern Muße, bewirken Entschleunigung und verleiten nicht unbedingt zu stoffgebunden Süchten.
Michael Dörr
(www.lesarzt.de)
LNS
Alle Blogs
Vom Arztdasein in Amerika
Vom Arztdasein in Amerika
Gesundheit
Gesundheit
Frau Doktor
Frau Doktor
Pflegers Schach med.
Pflegers Schach med.
Dr. werden ist nicht schwer...
Dr. werden ist nicht schwer...
Global Health
Global Health
Dr. McCoy
Dr. McCoy
Das lange Warten
Das lange Warten
Sea Watch 2
Sea Watch 2
PJane
PJane
Praxistest
Praxistest
Res medica, res publica
Res medica, res publica
Studierender Blick
Studierender Blick
Britain-Brain-Blog
Britain-Brain-Blog
Unterwegs
Unterwegs
Lesefrüchtchen
Lesefrüchtchen
Gratwanderung
Gratwanderung
Polarpsychiater
Polarpsychiater
praxisnah
praxisnah