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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Studie belegt: Schlaf erleichtert das Lernen

Montag, 22. August 2016

Das Buch unter dem Kopfkissen kann helfen, wenn eine Prüfung bevorsteht. Voraus­setzung ist allerdings, dass der Schüler oder Student am Abend vorher seine Nase hineingesteckt und die Vokabeln oder Fakten dann am nächsten Morgen noch einmal überflogen hat.

Den Beleg liefert eine Studie der Universität Lyon. Dort wurden 40 Erwachsene, die eine Fremdsprache erlernten, auf zwei Gruppen randomisiert. In beiden Gruppen sollten die Erwachsenen 16 Französisch-Swahili Wortpaare lernen. Vorgesehen waren eine Übungs­phase und eine Wiederholungsphase 12 Stunden später. Die erste Gruppe begann am Morgen mit dem Lernen und wiederholte die Vokabeln am Abend. Die andere Gruppe begann am Abend und wiederholte die Vokabeln am nächsten Morgen.

Nach der ersten Lernphase waren beide Gruppen gleich stark. Alle hatten die 16 Vokabeln gelernt. Bei der Wiederholung nach 12 Stunden war die Situation jedoch anders. Die Teilnehmer, die zwischendurch eine Nacht geschlafen hatten, erinnerten sich an im Durchschnitt 10 der 16 Worte. Diejenigen, die morgens gelernt hatten, erinnerten sich am Nachmittag nur noch an durchschnittlich 7,5 Worte. Um die restlichen Worte wieder zu erlernen, benötigten die ausgeschlafenen Teilnehmer drei Lernrunden bei den Teilnehmern der Nachmittagsrunde waren 6 Versuche nötig, bis sie wieder alle 16 Vokabeln kannten. 

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Nach einer Woche wurden die Teilnehmer erneut zum Vokabeltest gebeten. Die Gruppe, die mit Schlafunterstützung gelernt hatte, konnte sich noch an 15 Wortpaare erinnern, in der Vergleichsgruppe ohne Lernschlaf waren es nur noch 11 Wortpaare. Auch sechs Monate später waren laut Studienleiterin Stephanie Mazza noch Unterschiede vorhanden.

Die Erkenntnisse sind letztlich nicht neu. Die nächtliche Ruhephase hilft dem Gehirn, das Kurzzeitgedächtnis zu sortieren und das Erlernte in das Langzeitgedächtnis zu packen. Dass die Unterschiede so groß ausfallen, ist aber erstaunlich. Also: Morgens an der Uni büffeln und am Abend feiern ist vielleicht nicht die beste Lernstrategie. Aber vielleicht hilft ja ein Mittagsschlaf im botanischen Garten und im Winter in der Bibliothek.

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