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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Medikamente für Haustiere können Kinder vergiften

Montag, 13. Februar 2017

Die Behandlungsmöglichkeiten von Haustieren haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert, und die Tierliebe führt dazu, dass chronische Erkrankungen und Krebsleiden, die früher zur Euthanasie des Haustiers geführt haben, heute behandelt werden. Damit gelangen immer häufiger hoch wirksame und damit auch toxische Substanzen in den Haushalt. Darunter Krebsmedikamente wie Mitotan, Cyclophos­phamid, Chlorambucil und Procarbazin, aber auch Antibiotika, Analgetika, Hormon­präparate, Mittel gegen Parasiten oder andere Substanzen, die für Kinder gefährlich werden könnten. 

Die meisten Besitzer von Haustieren haben keine Ausbildung in der Verabreichung von Medikamenten und die Haustiere sind nicht immer gewillt, die Medikamente aufzu­neh­men. Nicht selten spucken die Tiere die Medikamente wieder aus oder lassen den Futter­trog unberührt. Kleinkinder, die sich in der Nähe befinden, können unbeabsichtigt mit den Wirkstoffen exponiert werden, oder aber sie entdecken bei ihren kindlichen Explorationen die für das Haustier gedachten Medikamente. 

In den Notrufzentralen ist in den letzten Jahren die Zahl der Anrufe gestiegen. Wie eine Untersuchung von Kristin Roberts vom Nationwide Children’s Hospital in Columbus/Ohio zeigt, geht es meistens um Kinder im Alter unter fünf (88 Prozent), die für das Haustier gedachte Arzneimittel gegessen oder verschluckt haben (93 Prozent), in der Regel nach­dem sie die Mittel bei ihren Erkundungen in der Wohnung auf dem Tisch oder in einer Tasche gefunden hatten (61 Prozent). Es kam aber auch zu zufälligen oder unbe­ab­sichtigten Expositionen, während ein Elternteil versuchte, die Medikamente an ein Haustier zu verabreichen (23 Prozent). Die meisten Expositionen traten zu Hause auf (96 Prozent), und am häufigsten waren die Medikamente für den Hund bestimmt (88 Prozent).

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Auch Teenager sind gefährdet, wenn sie auf der Suche nach einem Schmerzmittel im häuslichen Medikamentenschrank an ein Tierarzneimittel geraten sind. Roberts rät deshalb, die Tiermedikamente immer getrennt von Humanarzneimitteln, für Kinder uner­reichbar, zu verstauen. In den meisten Fällen verliefen die Expositionen glimpflich. In 97 Prozent der Fälle konnten die  Giftzentralen beruhigen, da eine Gesundheitsschädigung nicht zu erwarten war.

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