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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Sind arrogante Chirurgen die schlechteren Operateure?

Freitag, 24. Februar 2017

Gregory House in „Dr. House“ und Peter Benton in „ER“ mögen als Serienhelden für hohe Einschaltquoten sorgen. Im wirklichen Leben kommen überhebliche Mediziner bei den Patienten meistens nicht so gut an. Und Arroganz scheint, anders als im Fernse­hen, nicht notwendigerweise mit Genialität gepaart zu sein, wie eine Untersuchung der Vanderbilt Universität in JAMA Surgery zeigt.

William Cooper vom Vanderbilt University Medical Center hat die Zahl der Beschwerden, die Chirurgen der Klinik betrafen, mit der postoperativen Komplikationsrate verglichen. Postoperative Komplikationen können auf Qualitätsmängel bei der Operation hinweisen. Die Untersuchung ergab, dass Chirurgen, zu denen in der Vergangenheit häufiger Beschwerden eingegangen waren, die höchste Komplikationsrate hatten. Im oberen Viertel der Beschwerdehäufigkeit war das Risiko immerhin um 13,9 Prozent erhöht.

Die Gründe kann die Studie nicht klären. Allen Kachalia vom Brigham and Women’s Hospital in Boston vermutet im Editorial, dass arrogante Chirurgen auch unter ihren Kollegen unbeliebt sind und fähige Chirurgen sie nach Möglichkeit meiden. Darunter könnte dann die Qualifikation des gesamten Operationsteams leiden. Dies wäre dann eine plausible Erklärung für die schlechtere Qualität. Arroganz könnte auch eine Maske sein, mit der Chirurgen ihre fehlende Qualifikation verbergen.

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Postoperative Komplikationen gefährden nicht nur die Gesundheit der Patienten, sie sind auch für die Klinik und damit für die Volkswirtschaft ein erheblicher Kostenfaktor. Die erhöhte Komplikationsrate von Chirurgen mit häufigen Patientenbeschwerden könnte jedes Jahr drei Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Behandlungskosten verursachen, schreibt Cooper, wobei natürlich fraglich ist, ob ein Sinneswandel der Kollegen allein die Kosten senken würde.

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