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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Erkältung: Einsame Menschen leiden stärker

Mittwoch, 26. April 2017

Macht Einsamkeit krank oder fühlen sich einsame Menschen nur kränker als andere Menschen? US-Forscher haben diese Frage für eine einfache Erkrankung, den gemei­nen Schnupfen, jetzt in einem klinischen Experiment untersucht.

Insgesamt 159 Menschen, alle unverheiratet, im Alter von 18 bis 55 Jahren, wurden im Labor mit dem Rhinovirus 39 infiziert, einem Erreger des gemeinen Schnupfens. Da­nach verbrachten sie fünf Tage in Quarantäne. Vor Beginn der Studie hatten Psycho­logen die Teilnehmer eingehend untersucht. Angie LeRoy von der Rice University in Houston und Mitarbeiter wollten wissen, ob die Teilnehmer einsam sind und/oder sich einsam fühlen. Zur ersten Frage füllten die Teilnehmer den „Social Network Index“-Fragebogen aus. Das Gefühl der Einsamkeit wurde mit der „Short Loneliness Scale“ gemessen.

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Beides, objektive und subjektive Einsamkeit, hatten keinen Einfluss auf die Ansteckungs­häufigkeit mit dem Rhinovirus. Die Einsamkeit verstärkte jedoch die Symptome der Erkrankung. Dies traf allerdings nur auf die subjektive Einsamkeit zu. Menschen, die wenig Kontakte hatten, aber nicht angaben, darunter zu leiden, hatten weniger Proble­me mit der Erkältung als Menschen, die unter ihrer Einsamkeit litten.

Ob die Ergebnisse auch auf andere Erkrankungen übertragbar sind, ist unklar. Die Reihe von epidemiologischen Studien hat gezeigt, dass einsame Menschen ein erhöh­tes Erkrankungs- und Sterberisiko haben. In einer aktuellen Meta-Analyse war Einsam­keit mit einem um 26 Prozent erhöhten Risiko auf einen vorzeitigen Tod verbunden. In dieser Studie war allerdings auch eine soziale Isolation oder die Tatsache, dass die Menschen alleine lebten, mit einem erhöhten Sterberisiko (29 beziehungsweise 32 Prozent) verbunden.

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