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Pflegers Schach med.

25 Jahre Ärzteschachturnier

Donnerstag, 20. April 2017

Nun ist das 25. Deutsche Ärzteschachturnier schon Vergangenheit. Vielleicht fragt sich ja auch manches Ehepaar bei der Silberhochzeit verwundert: Wie fing eigentlich alles an? Beim Ärzteturnier jedenfalls mit der Gretchenfrage vom damaligen stellvertretenden Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes, Josef Maus, an mich: „Wie halten es die Ärzte eigentlich mit dem Schachspiel?“ Meine zögerliche Antwort: „Ich weiß es nicht so recht – viele haben eine Neigung zur Musik, von der schließlich etliche Ärzteorchester zeugen. Das Schachspiel kommt in seinem Wesen wohl eher Mathematikern und Juristen entgegen.“

Dies sollte ein Irrtum mehr in meinem Leben gewesen sein, diesmal allerdings mit „wohl­tätigen“ Folgen. Es gibt manche Konstanten bei den Turnieren, nicht zuletzt, dass viele immer wieder gerne kommen, deren sieben waren sogar alle 25 Mal dabei!

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So etwas muss schwarz auf weiß festgehalten werden, hier also die Namen dieser „Verdienstvollen“ aus dem alleswissenden Buch von Dr. Branko Spasojevic:

  • Dr. Kurt Baum (München)
  • Dr. Matthias Birke (Keltern)
  • Dr. Dieter Friedrich (St. Augustin)
  • Dr. Matias Jolowicz (Salzgitter)
  • Prof. Dr. Peter Krauseneck (Bamberg)
  • Dr. Martin Schaefer (Wuppertal)
  • Dr. Branko Spasojevic (Bad Oeynhausen)

Um die Geschichte des Ärzteturniers hat sich vor allem Dr. Spasojevic verdient gemacht, der in nimmermüder Kleinarbeit über Wochen und Monate die Namen aller Teilnehmer in diesen Jahren zusammengetragen und erfasst und allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt hat. Wie viele Ärzte bestätigten, kann man diese identitätsbildende Leistung für das Turnier gar nicht überschätzen, mag seine Frau auch zeitweilig anderer Meinung gewesen sein – jedenfalls schien sie es „post laborem“ zu goutieren. In weiteren Blogs werde ich immer wieder auf diese „ewige“, unerschöpfliche und bei Fragen und Unklar­heiten stets „anzapfbare“ Quelle“ zurückkommen.

Eine weitere Konstante habe ich im Lauf der Jahre auch schon erwähnt: Immer fin­det/fand das Turnier in Kurorten mit einem Casino statt, wobei ich es mir ausnahms­weise einmal verkneife, mich über die enge Verwandtschaft von Schach und Glückspiel auszulassen.

Diesmal also wieder in Bad Homburg, in dessen Casino schon 1960 der Bamberger Karl-May-Verleger, Großmeister und Schiedsrichter einiger WM-Kämpfe, nicht zuletzt Spassky – Fischer 1972, den damals erst 17-jährigen Bobby Fischer gebracht hat, natürlich eigentlich wegen dessen Jugend unerlaubt. Jedenfalls war Bobby beim Glücksspiel viel zurückhaltender als vorher beim „Blitzen“ bei mir zuhause in Bamberg, wo er mich ordentlich vermöbelte.

Eines war diesmal freilich anders. Oberbürgermeister Alexander Hetjes empfing uns mit einer launigen Rede „in der schönsten Stadt Deutschlands“ (vermutlich hat er noch nichts von Bamberg gehört) mit dem „schönsten Kurpark“. Mit einem Augenzwinkern vorgetragen, konnte man sich an seiner humorvollen Rede erfreuen, zumal einen danach ein prächtiges, von der Stadt spendiertes regionales Büffet erwartete.

Doch danach waren die vollen Bäuche noch einmal zum Studieren beziehungsweise zum Simultan gegen den Großmeister Klaus Bischoff oder zum Uhren-Handicap gegen mich aufgerufen. Oder zum traditionellen Blitzschach-Turnier.

Der Bamberger Neurologieprofessor Dr. Peter Krauseneck machte es dabei mit den armen Kollegen ähnlich wie einst Bobby Fischer mit mir und schlug sogar mit einer wunderschönen Kombination den stets vorzüglichen „Blitzer“ Dr. Peter Weber aus Langenfeld zwischen Köln und Düsseldorf.

Vielleicht hätte er sich dessen Rache aber nicht zuziehen sollen, am Ende jedenfalls wurde der „Langenfelder Peter“ bei gleicher Punktezahl Sieger nach Wertung vor dem „Bamberger Peter“ – nun ja, auch Bamberger sollen sich zuweilen bescheiden!

Aber jetzt besagte „Kombi“ zum Genießen.

Diagramm

(wKa2, Dc2, Td3, Tg6, Lb2, Sg3, Ba3, c3, d4, g5, h4;

sKg8, Df4, Tb8, Tf8, Sa4, Sg4, Ba5, b5, c6, d5, g7, h5)

Mit welchem Paukenschlag konnte Prof. Krauseneck als Weißer gewinnen?

Lösung zeigen

Mit dem Turmeinschlag 1.Txg7+! Weil nach der Opferannahme mit 1...Kxg7 die Springer­gabel 2.Sxh5+ die schwarze Dame gewönne, ging der König ins Eck: 1...Kh8.

Doch jetzt kam das zweite Turmopfer 2.Tf3! mit gleichzeitigem Angriff auf die Dame und der Mattdrohung auf h7. Dagegen war kein Langenfelder Kraut gewachsen, deshalb gab Schwarz auf.

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Das ehrwürdige Schachspiel übt auf viele Ärztinnen und Ärzte eine starke Faszination aus. Der Arzt und Internationale Schachgroßmeister Dr. med. Helmut Pfleger weiß davon zu berichten – humorvoll, kenntnisreich und mitunter im Wortsinne rätselhaft.

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