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Börsebius

Ach, wie so trügerisch

Dienstag, 13. Juni 2017

Der deutsche Aktienindex stürmt aufwärts, als gäbe es kein Halten mehr. Und die Zahl der Optimisten, die einen weiteren guten Lauf vorhersagen, wird durchaus nicht weniger. Was soll den Index denn in seinem Sturmlauf aufhalten, meinen sie, die Wahl in Frankreich sei richtungsweisend gut gelaufen und auch vor der Bundestagswahl im September müsse einem nicht bange sein. Trump wäre ohnehin beherrschbar, zumin­dest würde alles nicht so schlimm wie befürchtet werden. Und, en top, ganz aktuell zeige auch das Ifo-Barometer einen anhaltenden Konjunkturaufschwung in Deutsch­land an. Also alles eitel Wonne? Eitel Sonne?

Auch auf die Gefahr hin, der Kassandra eine möglicherweise ungebührliche Konkurrenz zu machen, möchte ich doch der guten Stimmung Einhalt gebieten. So blau der Börsen­himmel derzeit strahlt, so rosig sind die Rahmenbedingen durchaus nicht. Wenigstens nicht samt und sonders. Im Gegenteil kann sich an der Person Trump und seinem Verhalten auch mal schnell ein Entsetzenspotenzial aufbauen, zumindest für die deutsche Exportwirtschaft, sollte der US-Präsident die Strafzollkeule irgendwann dann doch noch rausholen. Außerdem ist der „richtige“ Ausgang der Bundestagswahl in den derzeitigen Kursen schon eingepreist.  Weitere Negativfaktoren sind der Brexit und das schwächelnde China. Und vor allem ist eine Personalie zu beachten, die in den Analysen im Moment noch keine so große Rolle spielt. Der neue EZB-Präsident könnte Jens Weidmann heißen. Er wird derzeit als Nachfolger von Mario Draghi gehandelt. Das würde die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank schlagartig ändern. Will heißen: Liquiditätsentzug und steigende Zinsen. Und damit Gefahr für den DAX.  

Besonders dann, wenn die Zeiten trügerisch sind, kommt es auf eine gute Aktienselek­tion an. Werte mit einer guten Dividendenrendite sind ein guter Puffer für schlechte Zeiten. Das könnten Allianz, Bayer und BMW sein. Viele Börsebius-Leser schätzen überdies meine Top-Ten-Masterliste, die ich gerade aktualisiert habe. Hier hatte ich das „Luxusproblem“, dass zwei meiner Favoriten sich schon nach wenigen Monaten dem avisierten Kursziel genähert (Wirecard) beziehungsweise es sogar überschritten haben (Aurubis). Aurubis ist mit aktuell 67,70 Euro dem Kursziel von 65 Euro deutlich entflo­hen. Ich widerstand hier dem ersten Impuls, das Kursziel zu verlängern und habe den Wert von der Liste genommen. Bei Wirecard erhöhe ich indes das Kursziel auf 70 Euro und belasse den Wert weiterhin in der Liste, weil ich ihm noch eine Menge zutraue. Uniper hat meine gesetzte Kaufzone auch schon überschritten, daher erhöhe ich hier auf 17 Euro. Ebenso Bayer, hier können Sie meines Erachtens bis 120 Euro kaufen. Neu in der Top-Ten-Liste ist übrigens Lanxess. Sie können die komplette Masterliste gerne kostenlos unter rombach@rompress.de anfordern.

In die „bloß nicht“-Kategorie habe ich die Automobilzulieferer neu aufgenommen. Warum? Diese Unternehmen haben ohnehin Margenprobleme und der Trend zu (mehr) Elektroautos wird die Branche ziemlich unter Druck bringen. Ein Elektroauto benötigt schlicht viel weniger Teile als ein Verbrenner.

Und ganz zum Schluss aufgrund vielfacher Anfragen: Die Deutsche Bank bleibt nach wie vor in meiner Liste. Ich glaube weiterhin fest an John Cryan. Möge der Börsengott mit ihm sein.

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EEBO
am Donnerstag, 15. Juni 2017, 21:30

Herr Dieterle,

Sie erinnern mich an den Herrn, der sich auf eine Flußbrücke stellte, und immer dann, wenn ein Schubverband durchfuhr, einen Stapel christlicher Pamphlete herunterwarf. Das verstand der Mann dann als "Mission".
Claus-F-Dieterle
am Dienstag, 13. Juni 2017, 23:40

Mein Freund Ari...

hatte noch einen anderen Aspekt zum Reichwerden. Ari sagte mehrmals zu mir: "Wer reich werden will muss braun sein." Ich aber sagte zu Ari Onassis, dass Reichtum bei Gott das Entscheidende ist, vergänglichen Reichtum in unvergänglichen Reichtum zu investieren. Dazu hier nur zwei Bibelzitate:
Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde!...Sammelt lieber Reichtümer bei Gott. Matthäus 6,19.20
Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein. Matthäus 19,30

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