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Pflegers Schach med.

Ich werde kommen und siegen! Silberhochzeit beim Ärzteturnier

Freitag, 14. Juli 2017

Zum allerersten Deutschen Ärzteschachturnier in Baden-Baden 1993 meldete sich ein Kollege am Telefon mit den Worten an: „Ich werde kommen und siegen!“ Nun, er kam zwar, siegte aber nicht. Immerhin lässt diese Episode an den berühmtesten schach­spielenden Arzt, Dr. Siegbert Tarrasch, denken, der vor seinem WM-Kampf 1908 gegen Weltmeister Dr. Emanuel Lasker diesem bedeutete: „Ihnen, Herr Dr. Lasker, habe ich nur drei Worte zu sagen: ‚Schach und Matt!’“ – um dann mit Pauken und Trompeten unter­zugehen. Nicht immer klappt es mit „Veni, vidi, vici!“.

Seit diesem ersten Mal in Baden-Baden waren sieben Kollegen bis zum 25. Ärzte­schach­turnier heuer in Bad Homburg jedes Mal dabei, wie Dr. Branko Spasojevic, einer dieser sieben Aufrechten, als ein Detail unter vielen Fakten und Zahlen aus einem Vierteljahrhundert Ärzteschach in einer bewundernswerten statistischen Fleißarbeit festhielt. Ein schönes, identitätsstiftendes Dokument für die „Ewigkeit“, Erinnerung und Ansporn zugleich. Gerüchten zufolge sei die Gattin nicht immer über diese Herkules­arbeit begeistert gewesen, doch in Bad Homburg war davon nichts zu spüren. So kann er wohl nach diesem „Silbernen“ schon für das „Goldene Jubiläum“ planen. Wer wird wohl durchhalten?! Sie kennen alle die Geschichte von den zehn kleinen Negerlein.

Einer der sieben jedenfalls, Dr. Martin Schaefer aus Wuppertal, ist fest entschlossen, weiterhin auf der „Ewigenliste“ ganz oben mitzumischen. Die Aussichten erscheinen prächtig. Die Praxis gut verkauft, fuhr er vom Ärzteturnier mit seiner Frau gleich weiter nach Bad Ischgl zum Skifahren, Pfingsten sollte sich ein weiteres Schachturnier in Bad Ischl anschließen – in diesem Wechsel lässt es sich aushalten. Mich erinnert das an Dr. Schütz, der 90-jährig als „Novize“ zum Ärzteschachturnier kam, pikanterweise vom Abfahrtslauf in der Schweiz. Vielleicht eine Anregung für Dr. Schaefer?! Im schlimms­ten Fall spielt man eben mit einer Beinschiene, wie es der große Viktor Kortschnoi, auch zweimal Gast beim Ärzteturnier, nach einem Skiunfall vormachte.

Leider war diesmal kein persischer Kollege dabei, dafür lud Prof. Dr. Halim Aydin zwei türkische Kollegen ein. Es wäre schön, wenn sie wiederkämen, den deutsch-türkischen Beziehungen kann es nur guttun.

Dr. Wolfhard Trebbin aus Berlin war zwar bislang „erst“ 21 Mal dabei, aber so schlecht ist das ja auch nicht. Stets mischt er im Vorderfeld mit, von seinem „taktischen“ Auge mag auch seine Kombination gegen Dr. Frank Wosch künden.

Wie entfesselte er aus dieser weitgehend symmetrischen Stellung, in der nicht viel los schien, als Schwarzer in wenigen Zügen unter Opfer einen fulminanten Mattangriff?

Diagramm

(wKg1, Da4, Td1, Lf1, Sc3, Ba2, b2, f3, g2, h2;

sKg8, De5, Te8, Lb7, Sd4, Ba5, b6, f7,g7, h7)

Lösung zeigen

Nach dem Springeropfer 1...Sxf3+!, mit dem der weiße Bauernschild um den König zerschlagen wird, verbot sich natürlich 2.Kh1 wegen 2...Dxh2 matt.

Also blieb mit 2.gxf3 nur die Annahme des Opfers, doch nach 2...De3+ 3.Kh1 Dxf3+ 4.Kg1 De3 ergab sich ein apartes Mattbild.

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Das ehrwürdige Schachspiel übt auf viele Ärztinnen und Ärzte eine starke Faszination aus. Der Arzt und Internationale Schachgroßmeister Dr. med. Helmut Pfleger weiß davon zu berichten – humorvoll, kenntnisreich und mitunter im Wortsinne rätselhaft.

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