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Dr. werden ist nicht schwer...

Papierlos 2.0

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Einer der Schlagworte, die mich seit Einstieg ins Berufsleben begleiten, ist das „papier­lose Krankenhaus“. Soweit ich, der auch schon in einem Haus gearbeitet hat, in dem die Laborwerte noch von Hand geschrieben aus dem Labor kamen, und der noch mit handgeschriebenen Kurven mit Reitern umzugehen weiss, diesen Begriff verstan­den habe, bedeutet dies, dass alles im PC ist und man es sich bei Bedarf ausdruckt.

Kommt es nur mir so vor, oder führt das dazu, dass alles viel öfter ausgedruckt wird als vorher? Gewinnt man wirklich Zeit, wenn man Dinge im PC sucht, oder war es einfa­cher mit KGs, die einfach einige Male nicht auffindbar waren?

Egal … Dinge, die man nicht rückgängig machen kann, sind zu dankbare Aufhänger für Menschen, die nach Verzweiflung suchen. Ich widme mich hier lieber einem anderen Nebenaspekt der sogenannten Krankenhausinformationssysteme (KIS): Es scheint mir nämlich, als wäre einer der Nebeneffekte der meisten dieser Systeme der Verlust von Teilen der Kommunikationskultur. Mir fällt spontan der Onkel einer Ex-Freundin ein, der sehr bildhaft von der Einführung vom E-Mail-Verkehr in seiner Firma berichtete. Natürlich hatte es etwas vom „Früher-war-alles-besser“, wie es so mancher Pensionär variantenreich widerzugeben weiß. Dennoch konnte ich auch die genannten Aspekte, vor allem das Entfremden durch den Rückgang an persönlichem Kontakt, in Teilen nachvollziehen.

Bei der Arbeit im Krankenhaus empfinde ich es ähnlich, wenn ich mir die digitale Kurve und ihre Funktionen ansehe. Vor allem die Frage-Antwort-Funktion zwischen Arzt und Pflege ist mir dabei ein Dorn im Auge. Abgesehen vom emotionalen Aspekt, dass mich dieses Werkzeug noch mehr vom Menschen weg an den PC fesselt, würde ich es strikt nutzen, verlangsamt es in meinen Augen die Abläufe.

Ist etwas dringend, muss es umge­hend kommuniziert werden. Hat es Zeit, muss es während der Kurvenvisite besprochen werden. Einen Zeitgewinn gegenüber einem Zettel mit Notizen mag ich darin nicht erkennen. Und meine bisherige Erfahrung damit zeigt, dass auch PC-Ein­träge einer Papiernotiz im Potenzial zum unbearbeiteten Verwaisen in nichts nach­stehen.

Fühlt sich vom KIS-Zwang als nicht nur vom Patienten, sondern auch noch von den Arbeitskollegen entfernt,

Euer Anton Pulmonalis.

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Das PJ ist überstanden, das Examen rückt näher. Die Doktorarbeit wartet und bei der Wahl der Facharztrichtung gibt es mehr Optionen als bei einer Frage des IMPP. Dieser Blog begleitet den Weg von Anton Pulmonalis ins Examen und in die Zeit danach.

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