Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Eine Teilzeitstelle

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Angesichts meiner Weiterbildung zum Komplementärmediziner, der Artikel und Bücher, an denen ich aktuell schreibe, meiner Teilnahme an Fortbildungen zum Thema Ultraschall und internistisch-geriatrischen Themen, anderer Krankenhäuser, wo ich stets und gerne aushelfe und persönlicher Gründe brauchte ich eine Arbeitsstelle, bei der ich viel freihabe und entschied mich für eine 50-Prozent-Teilzeitstelle innerhalb des Mayo-Klinik-Gesundheitssystems. Dort arbeite ich seit Juni als Krankenhausinter­nist, doch wie sieht de facto eine Halbzeitstelle als Krankenhausinternist aus?

Nun, wenn ich darstellen möchte, wie viel freie Zeit sie mir bringt, dann schildere ich sie folgendermaßen: „Ich arbeite exakt eine Woche pro Monat“. Tatsächlich sieht mein Vertrag vor, dass ich sieben Tage pro Kalendermonat zu arbeiten habe, ohne zusätz­lichen Urlaubs- oder Feiertagsanspruch. So arbeitete ich zum Beispiel im Juli genau sieben Tage, also von Montag, den 24. Juli, bis einschließlich Sonntag, den 30. Juli, und hatte damit meine gesamte Arbeitsschuld für den Monat Juli erbracht. Der Rest war arbeitsfrei, wie ein Freund zu mir sagte, ein „ultraverlängertes freies Wochenende zur Erholung nach sieben Tagen Dauerstress“.

Rechnet man das dann jedoch auf Arbeitsstunden um, so wird bewusst, dass ich de facto viel mehr Arbeitsstunden arbeite, als es auf den ersten Blick scheint. Denn sieben Tage lang arbeiten bedeutet bei meinen 12-Stunden-Schichten, wobei fast an jedem Tag zwischen einer halben und vollen Überstunde gemacht wird, ein Pensum von knapp 87,5 bis 91 Arbeitsstunden pro Monat. Berücksichtigt man, dass in den USA die durchschnittliche Arbeitszeit bei 40 bis 42 Stunden liegt, in Deutschland bei Werten von zwischen 35 und 40 Stunden, wobei hier Urlaub von zwei bis vier Wochen (USA) und von vier bis sechs Wochen (Deutschland) abzuziehen ist, neben Feier- und Kran­ken­tagen, so arbeite ich zwischen zwei bis drei durchschnittlichen Arbeitswochen pro Monat.

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Das ist meine Halbzeitstelle. Ich persönlich bin sehr zufrieden mit ihr, benötige auch die freie Zeit für all die anderen Aktivitäten. Diese Arbeitsflexibilität findet man oft in den USA, und ich finde das gut.

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