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Gesundheit

27 verschiedene Viren in Spermien nachgewiesen

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Die Ebola-Epidemie in Westafrika und jüngst auch die Zika-Fälle in Lateinamerika haben gezeigt, dass die Hoden ein mögliches Reservoir von Krankheitserregern sind, die dann unter Umständen sexuell übertragbar werden.

Die beiden exotischen Viren sind jedoch nicht die einzigen Viren, die sich in den männlichen Keimdrüsen einnisten. Alex Salam vom Guy’s and St. Thomas Hospital in London ermittelte in einer PubMed-Analyse nicht weniger als 27 Viren, die in Spermien nachgewiesen wurden. 

Dazu gehören das HI-Virus und das Cytomegalovirus, die die Hoden latent oder chronisch infizieren. Die Erreger von Lassa-Fieber, Rift-Valley-Fieber und Chikungunya wurden bei akuten Infektionen im Ejakulat nachgewiesen. Ob sie allerdings die Erkrankung übertragen, ist nicht bekannt. Das gleiche gilt für das Humane Herpes-Virus 6 und 7, das Varizella-Zoster-Virus oder das Mumpsvirus.

Sogar das BK-Virus und das JC-Virus, die bei immungeschwächten Menschen Nieren beziehungsweise Gehirn infizieren, wurden – zumindest mit Gennachweis – im Ejakulat gefunden. Beim Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virus und beim Epstein-Barr-Virus gibt es gute Hinweise für eine Übertragbarkeit. 

Es könnte deshalb deutlich mehr sexuell übertragbare Erkrankungen geben als bisher angenommen. Viele wichtige Fragen, etwa zur Dauer der Übertragbarkeit, sind laut Salam noch ungeklärt.

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