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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Hundebesitzer leben länger

Montag, 20. November 2017

Wer einen Hund besitzt, kommt häufiger an die frische Luft. Der Bewegungsdrang vor allem der Jagdhundrassen machen längere Spaziergänge erforderlich. Hunde können alleinstehenden Menschen helfen, ihre soziale Isolation besser zu ertragen. Außerdem treffen sie im Freien häufig auf andere Hundehalter, was die Kommunikation fördert. 

Da soziale Vereinsamung und Bewegungsmangel wichtige kardiovaskuläre Risiko­faktoren sind, könnte der Besitz eines Hundes durchaus der Gesundheit förderlich sein. Forscher der Universität Uppsala haben dies jetzt erstmals in einer bevölkerungsweiten Studie untersucht. 

Die Studie wurde möglich, weil in Schweden alle Hundebesitzer ihre Tiere seit 2001 registrieren lassen müssen. Die Besitzer werden dabei mit einer Identifikationsnummer erfasst, die auch in anderen Personenregistern benutzt wird, etwa im Sterberegister oder im Nationalen Patientenregister, dass die Anlässe für Krankenhausbehandlungen speichert.

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In beiden Registern tauchten Hundebesitzer seltener oder später auf als Nicht-Hundebesitzer. Hundebesitzer hatten insgesamt ein niedrigeres Sterberisiko und sie wurden seltener wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Krankenhaus behandelt. Besonders deutlich war dies in Einpersonenhaushalten. Mwenya Mubanga und Mitarbeiter ermittelten eine Hasard Ratio von 0,67 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,65-0,69) auf einen Tod und von 0,64 (0,59-0,70) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das bedeutet, dass ein Hund das Sterbe- und kardiovaskuläre Erkrankungsrisiko um etwa ein Drittel senken kann. Bei Mehrpersonenhaushalten hatte ein Hund einen geringeren Einfluss. Die Hazard Ratio auf einen Tod betrug 0,89 (0,87-0,91) und die auf ein Herz-Kreislauf-Ereignis 0,85 (0,81-0,90). 

Interessanterweise bestand eine Abhängigkeit von der Hunderasse. Tiere, die für die Jagd gezüchtet wurden (etwa Terrier, Retriever, Laufhunde) erzielten eine bessere Wirkung als Rassen, die als Haushunde gezüchtet wurden und in der Haltung weniger anspruchsvoll sind. Für Mischlinge wurde keine präventive Wirkung erzielt. Dies könnte soziale Gründe haben, weil die Anschaffung dieser Tiere kostengünstiger ist und sie häufiger in sozial prekären Schichten gehalten werden, wo die Herz-Kreislauf-Risiken höher sind.

Wie immer in epidemiologischen Studien lässt sich eine Kausalität nicht beweisen. Der Zusammenhang scheint jedoch plausibel. Klar ist allerdings auch, dass nicht alle Menschen eine Neigung zur Hundehaltung verspüren. Der Ratschlag, sich durch Hunde mehr Bewegung und soziale Kontakte zu verschaffen, ist deshalb nicht für alle Menschen geeignet.

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