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Risiko Myokardfibrose: Männer sollten Triathlon nicht übertreiben

Mittwoch, 29. November 2017

Ausdauersport ist gesund für das Herz. Mann sollte es nur nicht übertreiben. Radiolo­gen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) fanden in einer Studie bei fast jedem fünften männlichen Triathleten in einer kardialen Magnetresonanztomographie Hinweise auf eine Myokardfibrose, die am Ende zu einer Herzinsuffizienz führen könnte.

Die kardiale Magnetresonanztomographie wird normalerweise bei Patienten durchge­führt, die einen Herzinfarkt erlitten hatten. Eine verzögerte Anreicherung des Kontrast­mittels Gadolinium zeigt dabei an, dass Muskelgewebe durch Bindegewebe ersetzt wurde. Es hat sich eine „Infarktnarbe“ gebildet, die die Funktion des Herzmuskels einschränkt. Auf Dauer kommt es zu einer ischämischen Kardiomyopathie und zu einer Herzinsuffizienz. 

Die zehn der 55 Ausdauersportler, bei denen Jitka Starekova von der Klinik und Poli­klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des UKE eine späte Gadoliniumanreicherung beobachtet hat, waren indes körperlich topfit. Sie hatten sogar häufiger als Triathleten ohne späte Gadoliniumanreicherung an Wett­bewer­ben teilgenommen und sind dabei längere Strecken (5.610 versus 2.406 km) gelaufen, geschwommen und geradelt. 

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Doch gerade diese stärkere Belastung könnte sich auf Dauer negativ auf den Herz­muskel auswirken, befürchtet Starekova, die ihre Ergebnisse jetzt auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America (RNSA) in Chicago vorgestellt hat.

Es ist bekannt, dass Ausdauersport zu einer Vergrößerung des Herzmuskels führt. Dies geht normalerweise mit einer besseren Ausnutzung der Muskelleistung einher, was sich beispielsweise in einem niedrigeren Ruhepuls niederschlägt. Die größere Myokardmasse könnte den Herzmuskel jedoch auch anfälliger für Entzündungen machen, die dann zum Untergang einzelner Muskelfasern führen, so Starekova. Die Muskelzellen werden dann nicht regeneriert, sondern durch Bindegewebe ersetzt.

Die neuen Untersuchungen lassen vermuten, dass ähnliche Prozesse auch durch extremen Ausdauersport angestoßen werden könnten. Noch ist dies nicht belegt. Es gibt keine epidemiologischen Untersuchungen, die extreme Ausdauersportarten mit einer erhöhten Rate von Herzinsuffizienzen im Alter in Verbindung bringen. Die Triathlon-Mode ist allerdings noch relativ jung, sodass die Folgen sich erst in Zukunft zeigen werden.

Von den 30 untersuchten Frauen hatte übrigens keine einzige eine vermehrte späte Gadoliniumanreicherung. Der Gendereffekt könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Herzen von Frauen die extremen Belastungen besser verkraften. Der systolische Blutdruck stieg bei den weiblichen Triathleten unter der Spitzenbelastung weniger stark an, berichtet Starekova. Die Frauen hatten aber auch seltener an Wettbewerben teilgenommen, sodass ihre Herzen möglicherweise seltener überfordert wurden.

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