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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Wo kommen die ausländischen Ärzte her?

Mittwoch, 24. Januar 2018

Es soll einmal die Zuwanderung ausländischer Ärzte für zwei Länder dargestellt werden, denn die gegenwärtige Immigration kann eine Aussage über das zukünftige Gesicht eines Gesundheitswesens machen.

Dem geneigten Leser möchte ich zunächst die Statistik für Deutsch­land vorstellen. Zunächst sei festgehalten, dass das deutsche Gesundheits­wesen sich seit 25 Jahren deutlich verändert – war es zum Beispiel im Jahr 1990 noch ein sehr homogenes und von deutschen Ärzten charakterisiertes System mit nur knapp drei Prozent an Nichtdeutschen, so ist der Anteil mittlerweile auf etwas mehr als zehn Prozent für das Jahr 2015 angestiegen, nämlich fast 38.000 Ärzte sind dem Ursprung nach Ausländer. Außerdem sind sie statistisch jünger als ihre deutschen Kollegen. Dieser Trend ist ungebrochen und ihr Anteil erhöht sich Jahr um Jahr. Woher kommen diese ausländi­schen Ärzte? An vorderster Stelle lagen im Jahr 2015 Syrien (+493), gefolgt von Serbien (+205), Russland (+159), Bulgarien (+127) und Ägypten (+125). Es sei auf die Statistik der Bundesärztekammer verwiesen.

In den USA ist die Entwicklung hingegen etwas anders. Zunächst muss gesagt werden, dass die Statistik nicht so einfach aufzufächern ist wie in Deutschland, denn unter die Kategorie der „international ausgebildeten Ärzten“ (IMG) fallen auch viele Amerikaner, die im Ausland mangels eines heimatlichen Studienplatzes studiert haben. Das sind knapp ein Viertel aller IMG. Wenn also gesagt wird, dass der Anteil der im Ausland ausgebildeten Ärzten einen Höhepunkt im Jahr 2004 erreicht hatte und damals 25,6 Prozent aller Ärzte ausmachte, dann wird der Anteil der ursprünglich aus dem Ausland stammenden Ärzten eher bei 18 bis 20 Prozent gelegen haben. Übrigens sind die meisten von ihnen mittlerweile als US-Staatsbürger eingebürgert worden.

Doch etwas hat sich in den letzten 15 Jahren verändert und seit 2004 nimmt der Anteil der im Ausland ausgebildeten und damit auch ausländischen Ärzten stetig ab; er lag im Jahr 2013 bei knapp 24 Prozent, wobei hier zwischen 16 bis 18 Prozent wohl „echte“ Ausländer waren. In absoluten Zahlen ausgedrückt handelt es sich übrigens um etwas mehr als 200.000 Ärzte.

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland liegt darin, dass die nicht amerikanischen Ärzte statistisch gesehen älter als ihre amerikanischen Kollegen sind, das heißt, das US-Gesundheitswesen wird zunehmend reamerikanisiert. Weiterhin unterscheiden sich die USA im Hersprungsland der ausländischen Ärzte: An den ersten drei Stellen stehen zwei Länder aus dem asiatischen und eines aus dem nordamerikanischen Raum, erst dann gefolgt von Ländern aus dem Nahen Osten und Nordafrika: Indien (+1.176), Kanada (+786), Pakistan (+705), Iran (+242), Ägypten (+208) und Nigeria (+199). Übrigens schaffte es Deutschland nicht unter die Liste der oberen zehn, denn es kamen aus Deutschland nur 70 deutsche Ärzte neu in die USA.

Es lässt sich also ziemlich einfach vorhersagen, wie das jeweilige Gesundheitswesen eines Landes voraussichtlich aussehen wird: Das deutsche wird internationaler auf­grund von Zuwanderung primär aus Osteuropa und dem Nahen Osten, das amerikani­sche wird nationaler, wobei die weniger werdende Zuwanderung vor allem aus Asien und Nordamerika stammt. 

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