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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Sonnenschutzmittel wirken nur, wenn sie richtig aufgetragen werden

Donnerstag, 2. August 2018

Viele Verbraucher neigen bei Sonnenschutzmitteln zu falsch verstandener Sparsamkeit. Eine frühere Untersuchung ergab, dass dänische Touristen bei ihrem Urlaub am Roten Meer gerade einmal 0,79 mg pro cm2 auftrugen der Lotion statt der empfohlenen 2 mg/cm2. Sie entschieden sich zudem für einen Lichtschutzfaktor (LSF) von 15 statt des in subtropischen und tropischen Regionen notwendigen Faktors 50. Ein weiterer Fehler war, dass sie sich erst am Strand eincremten, nachdem sie bereits 62 Prozent der Erythemschwellendosis (SED) erreicht hatten. Alle Teilnehmer kehrten mit einem sichtbaren Sonnenbrand aus dem Urlaub zurück.

Sie hatten vermutlich auch einen chronischen Lichtschaden erlitten, der nach einer aktuellen Untersuchung des King's College London nach dem Auftragen von 0,75 mg/cm2 nicht zu vermeiden ist, selbst wenn die Probanden einen LSF von 50 verwenden. Das Team und Antony Young hat die Auswirkungen nicht wie in den meisten anderen Studien anhand der Rötung der Haut abgeschätzt. Endpunkt ihrer Studie war die Zahl der Cyclobutan-Pyrimidin-Dimere (CPD), die in einer Hautbiopsie massenspektrographisch bestimmt wurden.

CPD sind chemische Verbindungen zwischen benachbarten Basen, die das Ablesen der DNA verändern. Die meisten Schäden werden repariert, doch im Alter, wenn die Reparaturenzyme nicht mehr fehlerlos arbeiten, kommt es zu einer aktinischen Keratose und im ungünstigen Fall zum Hautkrebs. 

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In einem ersten Experiment wurde die Haut nach dem Auftragen von LSF 50 mit 30 SED bestrahlt. An den Hautstellen, an denen die Probanden 0,75 mg/cm2 aufgetragen hatten, war keine signifikante Schutzwirkung erkennbar. Erst ab einer Dosis von 1,2 und 2,0 mg/cm2 konnte die Bildung der CPD weitgehend verhindert werden.

In einem zweiten Experiment wurde die Haut an mehreren Tagen bestrahlt, um einen fünftägigen Aufenthalt in tropischen oder subtropischen Regionen zu simulierten. Eine zufriedenstellende Schutzwirkung wurde ebenfalls nur bei der Verwendung von 1,2 und 2,0 mg/cm2 erreicht. Bei einer Strahlendosis von 30 SED am Tag kam es zu mehr DNA-Schäden als bei einer Tagesdosis von 1 SED ohne Lichtschutzfaktor.

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