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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Wie sieht der amerikanische Arzt von morgen aus?

Freitag, 14. September 2018

Mich interessiert als Mitglied der Gesellschaft natürlich, wie sich meine Umwelt verändert. Dabei gehe ich gerne wissenschaftlich vor und bediene mich nüchterner Zahlen und basiere hierauf meine Meinung, beziehungsweise nutze diese Zahlen, um meine Umwelt mir erklärbar und damit verständlich zu machen. Mit nur wenigen Klicks und begrenztem Aufwand lässt sich heutzutage ja fast jede Zahl und Statistik finden, und wenn sie von sicherer Quelle und wissenschaftlich klar erhoben wurde, kann ich mir hierdurch ein hoffentlich klares Weltbild konstruieren.

Zum Beispiel fällt mir auf, dass in den letzten 15 Jahren die US-Medizin immer weniger durch weiße Ärzte geprägt ist, dafür vor allem der Anteil der asiatisch aussehenden Kollegen zunimmt. Das scheint sowieso ein allgemeiner Trend zu sein, dass nicht nur die wirtschaftliche und logistische Kontakte hin nach Asien immer stärker werden, sondern auch der Anteil der Asiaten zunimmt, wobei sich dieses am stärksten in akademischen Gefilden und Berufen abzeichnet. Das nehme ich nicht nur im Arztberuf wahr, sondern auch in Anwaltskanzleien und Finanzinstituten, aber auch genauso im Berufsverkehr – in teuren und exklusiven Autos sehe ich immer seltener den von vielen Seiten verschrieenen „alten weißen Mann,“ sondern eben sein asiatischstämmiges Pendant auf amerikanischen Straßen. (Übrigens hoffe ich, dass kein Leser mir diese Beschreibung übel nimmt. Denn manche betrachten es schon als Zeichen von Rassismus, wenn man über solche banalen Dinge schreibt).

Der Blick in die Statistik aus dem Jahr 2018 bestätigt genau diesen Trend für Medizinstudenten: Von 89.904 Studenten waren knapp 52 Prozent weiß (46.748 Studenten), während 21,3 Prozent asiatischstämmig waren. Weiße waren, gemessen an der Bevölkerungsstruktur (circa 62 Prozent), also unter- und Asiaten überrepräsentiert (5,2 Prozent), wobei afroamerikanische  (6,9 Prozent der Medizinstudenten, obwohl sie 12,6 Prozent der Bevölkerung ausmachen) und Latinostudenten (6,4 Prozent aller Humanmedizinstudenten, bei einem Bevölkerungsanteil von 17,3 Prozent) ebenfalls unterrepräsentiert waren.

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Die US-Regierung versucht seit Jahren, den Anteil der Latinos und Afroamerikaner unter den Ärzten zu erhöhen, doch obwohl es gelungen ist, den der Weißen allmählich abzusenken, so scheint das vor allem den asiatischen Einwanderern und ihren Nachfahren geholfen zu haben.

Doch auch das Geschlechterverhältnis ändert sich allmählich. Zum ersten Mal gab es mehr weibliche als männliche Medizinstudenten im Jahr 2017, und auch wenn die abschließenden Zahlen für 2018 noch nicht veröffentlich wurden, so scheint dieser Trend auch 2018 weiterzugehen. Wie man in amerikanischen Medien sagen würde: Die Zukunft wird immer vielfältiger.

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