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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Stagnieren ärztliche Gehälter?

Montag, 5. November 2018

Das darf ich nicht zu laut sagen, doch Ärzte in den USA verdienen sehr gut, in meinen Augen oft sogar zu gut. Da spricht aus mir wohl etwas typisch Deutsches, wenn ich finde, dass ein Arzt zwar gut verdienen sollte, aber nicht exzessiv. Denn das Geld kommt ja nicht aus dem Nichts, sondern eben aus den Taschen jener Menschen, die er gesund und nicht arm machen soll, seine Patienten. Klar, der Begriff Patient kommt vom lateinischen Verb „pati“, was so viel wie „leiden“ oder „erdulden“ bedeutet, aber die Begriffsherkunft ist weniger pekuniär als krankheitsbedingt gedacht.

Erneut wurde jüngst eine Statistik zu den ärztlichen Gehältern veröffentlicht und erneut waren die durchschnittlichen Arztgehälter angestiegen: Mittlerweile verdient man als Arzt in den USA 299.000 US-Dollar pro Jahr, wobei hier alle befragten Fachrichtungen und Regionen gemittelt wurden. Dass im Jahr 2011 dieser Wert nur knapp über 200.000 US-Dollar lag, man also in sieben Jahren einen Anstieg um fast 50 Prozent erlebte, ist kaum zu glauben – aus wohlhabenden Menschen wurden noch wohlhabendere. Natürlich gab es ausreichende Gründe für diesen Zuwachs wie zunehmender Arztmangel, Anstieg des Gesamtwohlstandes in den USA, Zunahme der Bevölkerung, Ausweitung der Kran­ken­ver­siche­rungspflicht auf immer neuere Bevölkerungsgruppen und eine stark wachsende Wirtschaft.

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Doch das Geld muss ja von irgendwo herkommen, und das ist letztlich (fast) immer aus den Taschen der Patienten. Leider scheitern aber genau an diesen hohen Rechnungen sehr viele Menschen, und es gibt Tausende an Bankrotterklärungen jedes Jahr wegen medizinischer Kosten. Genau deshalb bin ich froh, dass der Zuwachs zwischen 2017 und 2018 endlich einmal moderat ausfiel und sich zu verlangsamen schien: Es ging „nur“ um knapp 1,5 Prozent hoch, also knapp dem Inflationswert entsprechend. Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Jahren weitergehen wird und ob eine schon lange erwartete Stagnation eintreten wird.

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