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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Kriminalität erhöht Blutdruck der (nicht bedrohten) Bevölkerung

Montag, 26. November 2018

Die US-Großstadt Chicago erlebte im Jahr 2015 nach Jahren einer zurückgehenden Kriminalität eine spektakuläre Serie von Gewalttaten und Morden, über die in den Medien ausführlich berichtet wurde. Obwohl die Kriminalität auf bestimmte Stadtteile beschränkt war, waren viele Bewohner der Stadt beunruhigt, erinnert sich Elizabeth Tung, die an der Universität Chicago lehrt.

Da Sicherheit für die Menschen von zentraler Bedeutung ist – in der Maslowschen Bedürfnishierarchie steht sie nach der Befriedigung physiologischer Bedürfnisse gleich an zweiter Stelle – hat die Forscherin nach möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit gesucht.

Sie analysierte die Daten von 53.402 Patienten, die zwischen Mai 2014 und August 2016 in den Ambulanzen eines akademischen Zentrums behandelt wurden. Dort wird in der Regel auch der Blutdruck bestimmt, dessen Werte in die elektronischen Krankenakten eingetragen werden. Tung setzte die Blutdruckwerte zunächst mit dem Wohnort in Verbindung. In den Stadtteilen mit der höchsten Kriminalität wurden die höchsten Blutdruckwerte notiert. Der Anteil der Hypertoniker war mit 36,5 Prozent deutlich höher als in den sicheren Stadtteilen, wo 22,5 Prozent einen zu hohen Blutdruck hatten. Dies muss nicht unbedingt mit der Kriminalitätsrate zusammenhängen. In den unsicheren Stadtteilen gibt es mehr Armut. Die wirtschaftlich prekäre Situation ist häufig mit Risikofaktoren wie Adipositas, Bewegungsmangel und Tabakrauchen verbunden, die den Blutdruck erhöhen.

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Bemerkenswert war jedoch, dass nach der Serie von spektakulären Raubüberfällen und Morden der Anteil der Menschen mit erhöhten Blutdruckwerten um drei Prozent stieg. Noch erstaunlicher war, dass dieser Anstieg vor allem in den sicheren Stadtteilen auftrat, in denen die Menschen gar nicht bedroht waren. Hier nahm der Anteil der Hypertoniker um neun Prozent zu. In den gefährdeten Stadtteilen selbst wirkte sich die Zunahme der Kriminalität kaum aus.

Tung vermutet, dass die Bewohner dort schon vorher unter einem erhöhten Stress lebten, der durch einen Anstieg der Gewalttaten nicht weiter erhöht wurde. Für die sicheren Stadteile war es aber ein neuer Stressfaktor, der sich sofort auf den Blutdruck auswirkte.

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Avatar #717145
Tom Hofmann
am Montag, 26. November 2018, 19:52

Mein Tip an Gutmenschen und Schalfschafe

Lest die Zeitung im Netz namens EpochTimes.de
lest die fachlich hochwertigen Kommentare. Wenn da der Blutdruck nicht steigt, dann seid ihr mental tot
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