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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Arterielle Hypertonie: Sport könnte Blutdrucksenker ersetzen

Dienstag, 8. Januar 2019

Bewegungsmangel zählt neben Ernährungsfehlern zu den wichtigsten Ursachen der arteriellen Hypertonie, an der in entwickelten Ländern mit zunehmendem Alter die meisten Menschen erkranken. Die relativ konservativen Hypertoniegrenzwerte von 140/90 mmHg werden in Deutschland laut dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998 von mehr als 80 Prozent der über 65-jährigen Frauen und Männer überschritten.

Das Bewusstsein zu den Folgen der arteriellen Hypertonie, zu denen alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber insbesondere der Schlaganfall, zählen, ist gestiegen, und immer mehr Menschen werden mit Blutdruckmedikamenten behandelt. In England sind die Verordnungszahlen innerhalb eines Jahrzehnts um 50 Prozent gestiegen. Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass eine arterielle Hypertonie eine durch ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung vermeidbare Erkrankung ist (wie jüngst eine Studie von Urwaldbewohnern aus Venezuela gezeigt hat).

Auch Menschen, die bereits einen erhöhten Blutdruck haben, können durch eine Umstellung der Ernährung und vor allem durch vermehrte körperliche Aktivitäten einen Beitrag leisten. Eine Netzwerk-Metaanalyse, die Huseyin Naci und Mitarbeiter von der London School of Economics and Political Science jetzt im British Journal of Sports Medicine (2018; doi: 10.1136/bjsports-2018-099921) veröffentlicht haben, kommt zu dem Ergebnis, dass strukturierte Sportprogramme den Blutdruck senken.

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Die Wirkung war zwar insgesamt schwächer als die von Medikamenten. Bei Patienten, deren systolische Blutdruckwerte bereits auf über 140 mmHg angestiegen waren, hatte körperliche Bewegung eine gleich gute blutdrucksenkende Wirkung wie ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker oder Diuretika (wobei die meisten Patienten heute mehrere Wirkstoffe benötigen).

Vor einem zu großen Optimismus muss allerdings gewarnt werden. Zum einen ist eine relativ hohe Sportdosis erforderlich. Die Leitlinien empfehlen täglich 30 Minuten, wobei die Art der sportlichen Aktivität vermutlich eine untergeordnete Rolle spielt. Zum anderen tritt der Effekt nicht sofort ein. Wer ab und an eine Runde joggen geht, wird nicht gleich auf seine Hochdruckmedikamente verzichten können.

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