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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Trotz Übergewicht: Lebenserwartung in Europa steigt

Montag, 21. März 2011

Die gute Nachricht. Die Lebenserwartung ist in den letzten 5 Jahren in fast allen europäischen Ländern gestiegen, auch in Russland. Dort sterben, und das ist die schlechte Nachricht, Männer noch immer fast 15 Jahre früher als in Westeuropa.

Dies geht aus einer Grafik hervor, die David Leon von der London School of Hygiene & Tropical Medicine in einem Editorial im International Journal of Epidemiology (2011: doi: 10.1093/ije/dyr061) vorstellt. Sie zeigt für Westeuropa seit den 1970er Jahren einen linearen Anstieg der Lebenserwartung in Westeuropa, die sich keinesfalls abgeflacht hat.

Viele Staaten kommen bei den Männern sogar der Lebenserwartung der Japaner nahe. Nur die Japanerinnen, die in Japan etwa 7 Jahre länger leben als die Männer, scheinen unaufholbar vorne. Wenn man die Kurve extrapoliert, dann dürften Frauen in Japan in 2020 im Durchschnitt etwa 90 Jahre alt werden, deutlich älter als US-Amerikanerinnen, bei denen die Kurve weniger steil anstieg als bei den anderen Ländern.

Trotz ihres enorm kostspieligen Gesundheitssystems – das sich aber selbst im Mittelstand immer weniger Menschen leisten können – liegt die Lebenserwartung in den USA im Vergleich zu Europa im unteren Bereich.

Bei den Männern ist sie nicht höher als in Portugal, einem der ärmsten westeuropäischen Länder. US-Frauen sterben ebenso früh wie Däninnen. Unser nördlicher Nachbar hat ein wenig den Anschluss verloren, weil die Däninnen die ersten waren, die sich in der Nachkriegszeit beim Tabakrauchen den Männern angenähert haben.

Das alles sind Kleinigkeiten im Vergleich zu Osteuropa. In allen Staaten des Warschauer Paktes stagnierte die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten des kalten Kriegs. Besonders niedrig war sie in den baltischen Staaten und in Russland. In Russland hat die Anti-Alkoholkampagne unter Gorbatschow die Lebensererwartung bei den Männern vorübergehend ansteigen lassen.

Nach dem Ende der Sowjetunion sank sie dann 1993 auf ein historisches Tief von 57 Jahren. Inzwischen leben die Männer im Durchschnitt wieder 62 Jahre, doch das Ziel der Regierung, die Lebenserwartung bis 2020 auf 75 Jahre zu steigern, werden zumindest die Männer nicht erreichen.

Relativ gesehen haben die Balten die größten Fortschritte gemacht. Nach dem Ende der Sowjetunion war die Lebenserwartung teilweise auf unter 60 Jahre gefallen. Inzwischen werden viele Männer wieder 70 oder älter. Es scheint fast, als sie in bestimmten Generationen niemand gestorben.

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