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Alles ist besser anderswo... ja ist es das wirklich – und auch im Gesundheitswesen? Die Fachjournalistin Martina Merten berichtet über ihre Erlebnisse fernab von Deutschland.

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Mit Gruselbildern an die Substanz?

Donnerstag, 11. August 2011

Drastische Maßnahmen können drastische Folgen nach sich ziehen – so zumindest die Hoffnung der US „Food and Drug Administration“: von September 2012 an befinden sich auf allen Zigarettenpackungen, die in den USA verkauft werden, äußerst aussagekräftige Bilder, die Konsumenten vom Rauchen abhalten sollen. Neun Motive wurden ausgesucht, auf denen beispielsweise Bilder von stark befallenen Lungenflügeln, einem Mann mit Luftröhrenschnitt, der weiterhin raucht oder einem künstlich beatmeten Patienten zu sehen sind. 

Die Hoffnung der US-Behörden: diese Gruselbilder sollen dazu beitragen, die Zahl der derzeit 43 Millionen Raucher – das entspricht einer von fünf Personen – in  den USA massiv zu senken. Bis 2020, hieß es kürzlich aus den Regierungsreihen, erhoffe man sich eine Reduktion von 20 auf 12 Prozent.

Dabei sei angemerkt, dass es in den USA bereits in 35 der 50 Bundesstaaten und in 3.270 Stadtbezirken Anti-Rauchergesetze gibt, die das Rauchen entweder  einschränken oder komplett verbieten. Mit Erfolg: seit 1965 hat sich die Raucherquote halbiert. Damit zählen die USA weltweit zu den Ländern mit der niedrigsten Zahl an Rauchern.   

Doch werden die geschmacklosen Bildchen weitere acht Prozent vom Griff zur Zigarette abhalten können? Sind die Wirkungen der Bilder auf die Psyche stärker als die Sucht? 

Bislang sind Bilder wie die, die in den USA ab 2012 zu sehen sind, bereits auf Zigarettenpackungen in 40 weiteren Ländern zu sehen, unter anderem in Thailand. Dort wie auch in anderen südostasiatischen Ländern liegt die Raucherquote bei Erwachsenen noch immer bei fast 50 Prozent – die Warmhinweise scheinen ihre Wirkung nicht zu erzielen. Die Zigarette gehört so sehr zum asiatischen Straßenbild wie der Burger in den USA.

Die Hoffnung der US-Amerikaner ist groß, schließlich haben auch die Centers for Disease Control and Prevention die Wirkung der Gruselbilder bestätigt. Zwischen 25 und 50 Prozent, so eine Studie der CDC, geben an, durch den Anblick der Bilder eher vom Rauchen Abstand halten zu wollen als ohne Bilder. Es sieht also gut aus für die USA.

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