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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Die vier gefährlichsten Medikamente bei Senioren

Freitag, 25. November 2011

Trotz der jüngsten Diskussion über die Sicherheit von Pradaxa: Das gefährlichste Medikament ist derzeit mit Abstand Warfarin/Marcumar. Das orale Antikoagulans ist laut einer Analyse von Daniel Budnitz von den US-Centers for Disease Control and Prevention für 33 Prozent aller medikationsbedingten Notfallaufnahmen bei Senioren verantwortlich.

Budnitz hat die Daten des National Electronic Injury Surveillance System–Cooperative Adverse Drug Event Surveillance (NEISS–CADES) ausgewertet, eines Sentinel-Projekts der CDC, an dem sich 58 nicht-pädiatrische Kliniken beteiligen.

Platz zwei seiner „Hitliste“ ist Insulin mit 14 Prozent, gefolgt von der Gruppe der antithrombozytären Medikamente wie ASS oder Clopidogrel. Nummer drei mit 11 Prozent sind orale Antidiabetika.

Zusammen sind die vier Wirkstoffgruppen für drei Viertel aller medikationsbedingten Notfallaufnahmen verantwortlich. Allen gemeinsam ist eine geringe therapeutische Breite. Bei jährlich schätzungsweise 100.000 Medikament-induzierten Notfällen bei US-Senioren ist ein Surveillance-Instrument sicherlich sinnvoll – auch um einen Anstieg von Komplikationen bei neu eingeführten Medikamenten wie Pradaxa rechtzeitig zu registrieren.

Im Unterschied zu den lückenhaften UAW-Meldesystemen der Arzneimittelagenturen kann die Surveillance in repräsentativ ausgesuchten Kliniken einen umfassenden Überblick über die im klinischen Alltag auftretenden Komplikationen geben.

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Avatar #38287
Bretscher
am Freitag, 25. November 2011, 20:51

Gefährliche Medikamente....

Es ist nicht ersichtlich, welche Medikamente im NEISS-CADES erfasst wurden. Jedenfalls sind die genannten und in dieser Reihenfolge nicht die wahren Favoriten. Offensichtlich weder Diuretika noch Betablocker, NSAR oder Antibiotika berücksichtigt. Zumindest in deutschen Notaufnahmen sind Favoriten: Diuretika (akutes Nierenversagen, schwere Hypokaliämie), nicht selten kombiniert mit ACE-Hemmern. Antibiotika (schwere pseudomembranöse Colitis), auch schwere Digitalisintoxikationen sind nicht so selten.
Weitere Favoriten sind akutes Nierenversagen und gastrointestinale Blutungen unter allen Vertretern der NSAR (auch die neue Generation), wobei ASS und Clopidogrel nur eine geringe Rolle spielen.
Erst jetzt würde ich ansiedeln in Häufigkeit und Relevanz Blutungen unter Warfarin und Hypoglykämien. Überzeugt hat mich diese Veröffentlichung jedenfalls nicht.

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