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In seinem Studium wünscht sich so ziemlich jeder Student mehr Praxiserfahrung. Diese Möglichkeit bietet sich in Deutschland erst im praktischen Jahr und darauf muss man immerhin fünf Jahre warten. PJ hat diese Zeit hinter sich und schreibt von seinen täglichen Erfahrungen im Krankenhaus, die seine Fähigkeiten zwar immer wieder aufs Neue fordern, aber sonst auch kaum erzählenswert wären.

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Finger kaputt: Berufsunfähig­keitsversicherung?

Montag, 15. Juni 2015

Wozu braucht man eigentlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

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Mit dieser Frage wird man heute schon als Student konfrontiert. Es schleichen nämlich ab und zu Versicherungsvertreter durch die Gänge auf der Suche nach potenziellen Kunden, uns PJlern. Und das, obwohl wir noch gar kein Geld verdienen. Aber nicht nur die Banken und unzählige andere Unternehmen mit wirtschaftlichem Unternehmergeist, sondern auch Versicherungen haben diese neue Zielgruppe entdeckt.

Früher mussten sich die Studenten jede Mark mühsam mit Jobs als Kellner hart verdienen. Inzwischen gibt es allerdings eine neue Generation Student, in der mehr und mehr ein Auto haben und von den Eltern unterstützt werden. Und an dieses Geld will man rankommen, so gut es geht. Wozu also eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Natürlich, um sich für den Fall abzusichern, dass man nicht mehr seinen erlernten Beruf ausüben kann. Leider ist Arzt ein nahezu unendliches Berufsfeld, vom Chirurgen über den Rechtsmediziner bis zum Genetiker. Das umfasst so ziemlich jede Art von Tätigkeit, die man sich vorstellen kann. Zum Glück gibt es gegen Aufpreis noch eine zusätzliche Klausel, die dann die gewählte Fachrichtung absichert, damit man als Chirurg nicht gezwungen wird, als Internist zu arbeiten, eine Schreckensvorstellung für manche Vollblutoperateure.

Neulich erfuhr ich, dass ein Arzt in der HNO sich den Finger in einem Sportunfall gebrochen hatte. Jetzt trägt er für mehrere Wochen einen Gips und ist krankge­schrieben. Da wurde natürlich viel diskutiert, ob er danach wieder problemlos in seinen alten Berufsalltag einsteigen kann, mit OP-Tätigkeit und allem, wo man seine Finger braucht. Noch dazu beendete er erst vor einem halben Jahr das Studium und begann vor drei Monaten seineen ersten Job.

Wenn ich an seiner Stelle wäre und dann die Berufsunfähigkeit im Raum stünde, was würde ich tun? Würde ich nach so kurzer Zeit schon sozusagen die Frührente antreten? Und mich in eine andere berufliche Richtung orientieren? Nach kurzem Überlegen komme ich zu der Überzeugung, dass ich nicht auf Dauer jeden Tag ohne Arbeit leben könnte, dann lieber doch als Genetiker arbeiten. Im Umkehr­schluss werde ich ab sofort den Versicherungsvertretern ausweichen, um nicht doch noch irgendwelche Verträge zu unterschreiben, die ich dann bereuen könnte.

Ich bin gespannt, wie es dem Arzt mit dem gebrochenen Finger geht, wenn er wieder kommt. Vielleicht hat er ja schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen und liegt bald jeden Tag am Strand, wer weiß.

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