Praxistest

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In seinem Studium wünscht sich so ziemlich jeder Student mehr Praxiserfahrung. Diese Möglichkeit bietet sich in Deutschland erst im praktischen Jahr und darauf muss man immerhin fünf Jahre warten. PJ hat diese Zeit hinter sich und schreibt von seinen täglichen Erfahrungen im Krankenhaus, die seine Fähigkeiten zwar immer wieder aufs Neue fordern, aber sonst auch kaum erzählenswert wären.

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Praxistest

Wieder gesund

Sonntag, 10. April 2016

Ich war lange krank und bin nun sehr froh, dass ich mein PJ fortsetzen kann. Alles fing mit dem typischen Schnupfen an, aber es wurde und wurde nicht besser, wie man das eben so kennt. Dass man im Krankenhaus selbst schnell krank wird, habe ich schon in meinen Famulaturen gemerkt. Da hatte ich immer ungefähr nach einer Woche eine Erkältung, die nach Ende der zweiten Woche wieder verflog. Auf der Intensivstation sind die Keime wohl noch aggressiver oder mindestens zahlenmäßig mehr, anders kann ich mir nicht erklären, warum ich solange außer Gefecht gesetzt war.

Vielleicht sind auch mehr multiresistene Keime in der Luft, wäre ja gar nicht so abwegig. Ich habe schon einige Dokumentationen über Krankenhauskeime gesehen, wo stets über die Nachlässigkeit im Screening von multiresistenten Erregern gesprochen wird. Da kann ich nur hoffen, dass ich mich nicht davon betroofen bin.

Je mehr man sieht, wie schwer die Bekämpfung dieser Bakterien ist, desto mehr Respekt kriege ich. Zudem erhöhen die Isolierungsmaßnahmen den Pflegeaufwand um ein Vielfaches, wenn ein Patient infiziert ist. Ganz davon zu schweigen, dass man als Patient allein auf einem Zimmer ist von der Außenwelt so gut wie ausgeschlossen wird, damit sich die Keime nicht ausbreiten. Das kann man schon fast depressiv werden.

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Für mich ist der Besuch von solchen Zimmern mindestens einmal täglich Pflicht, weil ich die körperliche Untersuchung machen muss. So lässt sich der direkten Kontakt mit dem Patienten kaum vermeiden, vielleicht habe ich mich so angesteckt. Normalerweise ziehe ich immer Handschuhe an, aber die Hosenbeine oder Ärmel kann man nicht so einfach zudecken. Für die Patienten bedeutet mein Besuch dagegen eine willkommene Abwechselung.

Die Problematik mit den multiresistenten Erregern gibt mir schon sehr zu denken. Da kann man schon zum Hypochonder werden. Auf jeden Fall bin ich jetzt wieder fit und hoffe, dass ich das auch bleibe.

Leserkommentare

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min_chen
am Dienstag, 12. April 2016, 21:46

Multiresistenz ist nicht gleichzusetzen mit Virulenz

Gruß
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