DÄ plusBlogsDas lange WartenVerkehrs­medizinisches Gutachten erforderlich
Das lange Warten

Das lange Warten

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Das lange Warten

Verkehrs­medizinisches Gutachten erforderlich

Sonntag, 19. Februar 2017

Zurzeit bemüht sich Paul Behrend um ein medizinisches Gutachten, das ihm seine Fahr­tüchtigkeit bescheinigen soll. „Ich habe vor einem Jahr durch einen dummen Zufall erfahren, dass ein Dialysepatient, der Auto fahren will, das beim Straßenverkehrsamt melden muss. Und dann wird der Führerschein entsprechend angepasst. Ich darf also zum Beispiel keine Lkw fahren.“

Jedes Jahr muss Behrend jetzt ein verkehrstechnisches Gutachten vorlegen, das ihm attestiert, dass dem Führen eines Pkw aus gesundheitlichen Gründen nichts im Wege steht. „Nun gut, ich bin da jetzt als kranker Mensch bekannt und muss dem Straßenver­kehrs­amt meine Fahrtüchtigkeit durch einen Internisten mit verkehrsmedizinischer Qualifikation belegen.“ Und das ist kein billiges Unterfangen. Die ärztliche Untersuchung zur Feststellung der Fahreignung muss nämlich auf eigene Kosten selbst in Auftrag gegeben werden. „Für das erste Gutachten habe ich 500 Euro bezahlt“, berichtet Behrend. Jetzt versucht er zu klären, ob er für jedes weitere Gutachten wiederum so viel bezahlen muss.

Inzwischen hat Behrend auch erfahren, dass diese Regelung keineswegs nur Dialyse­patienten betrifft. „Auch Diabetiker und Hypertoniker müssen sich beispielsweise ihre Verkehrstüchtigkeit bescheinigen lassen.“ So würde zum Beispiel ein schlecht einge­stellter Blutdruck bedeuten, dass die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt sei. „Aber das wissen die wenigsten. Und viele kümmern sich auch nicht darum. Wenn man aber in einen Unfall verwickelt wird, kann es passieren, dass die Versicherung nicht zahlt.“ Und dieses Risiko will er jedenfalls nicht in Kauf nehmen.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Alle Blogs
Global Health
Gesundheit
Pflegers Schach med.
Vom Arztdasein in Amerika
Frau Doktor
Dr. werden ist nicht schwer...
Dr. McCoy
Das lange Warten
Sea Watch 2
PJane
Praxistest
Res medica, res publica
Studierender Blick
Britain-Brain-Blog
Unterwegs
Lesefrüchtchen
Gratwanderung
Polarpsychiater
praxisnah