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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Gutes Frühstück steigert Diäterfolg bei Diabetikern

Freitag, 20. April 2018

Adipöse Diabetiker, die abnehmen möchten, müssen auf ein reichhaltiges Frühstück nicht verzichten. Eine ungleiche Verteilung der Kalorien über den Tag, die am morgen eine größere Mahlzeit erlaubte, hat in einer Diätstudie aus Israel, die auf der Jahrestagung der US-Endokrinologen in Chicago vorgestellt wurde, eine bessere Wirkung erzielt als die herkömmliche Strategie, die sechs Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt.

Aus der Überlegung heraus, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes nur eine begrenzte Menge Insulin zur Verfügung haben, das aufgrund einer Insulinresistenz nur eine begrenzte Wirkung hat, raten die meisten Ernährungsberater Diabetespatienten dazu, die Nahrungsaufnahme möglichst gleichmäßig über den Tag zu verteilen: Die typische „6Mdiet“ sieht neben den drei Hauptmahlzeiten noch drei kleinere Zwischenmahlzeiten vor, damit die Kohlenhydrate möglichst in konstanter, aber kleiner Menge resorbiert werden. 

Dies hat nicht nur zur Folge, dass die Diabetiker praktisch niemals satt werden. Es könnte auch sein, dass sie weniger essen dürfen, weil der Stoffwechsel die wenigen Kalorien besonders effizient verarbeitet. 

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Daniela Jakubowicz von der Universität Tel Aviv schlägt eine entgegengesetzte Strategie vor. Den Diabetikern wird ein reichhaltiges Frühstück gewährt. Mittags erhalten sie ein normales Mittagessen, nur abends müssen sie sich mit einer bescheidenen Mahlzeit begnügen. Die Zwischenmahlzeiten fallen bei der „Bdiet“ vollständig weg. 

Die israelischen Forscher haben „Bdiet“ und „6Mdiet“ in einer kleinen randomisierten Pilotstudie an 29 Teilnehmern verglichen. In beiden Gruppen erhielten die Teilnehmer 1.600 Kilokalorien am Tag. In der „Bdiet“-Gruppe waren die Kalorien zu 50 Prozent auf das Frühstück, zu 33 Prozent auf das Mittagessen und zu 17 Prozent auf das Abendessen verteilt. In der „6Mdiet“ betrug der Verteilungsschlüssel 20:25:25 Prozent. Die restlichen 30 Prozent waren auf die Zwischenmahlzeiten verteilt.

Ergebnis: In der „Bdiet“-Gruppe nahmen die Teilnehmer nach zwölf Wochen im Durchschnitt 5,0 kg ab. In der „6Mdiet“Gruppe veränderte sich das Körpergewicht nicht. Der HbA1c-Wert sank in der „Bdiet“-Gruppe von 8,2 auf 7,0 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte). In der „6Mdiet“-Gruppe gab es nur eine unwesentliche Verbesserung von 7,9 auf 7,7 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte). Dabei konnte die „Bdiet“-Gruppe die Insulindosis von 54,7 auf 34,8 Einheiten am Tag senken, während die 6Mdiet-Gruppe die Insulindosis sogar von 67,8 auf 70 Einheiten steigern musste.

Jakubowicz führte den Erfolg der Diät auf die bessere Berücksichtigung von tageszeitlichen Schwankungen in der Glukoseaufnahme zurück. Eine Scheibe Brot am Morgen führt danach zu einer geringeren Glukoseaufnahme und Gewichtszunahme als die gleiche Portion am Abend.

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