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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Fast Food verzögert Kinderwunsch

Mittwoch, 23. Mai 2018

Es ist bekannt, dass ein gesunder Lebensstil die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöht. Frühere Studien haben gezeigt, dass Rauchen oder eine Adipositas bei einem oder beiden Partnern die Fertilität herabsetzen kann. Auch auf Alkohol und Drogen sollten Frauen, die sich ein Kind wünschen, tunlichst verzichten.

Der Einfluss der Diät ist weniger gut erforscht, was auch daran liegen dürfte, dass die Erfassung der Ernährungsgewohnheiten umständlich ist. Normalerweise müssen die Studienteilnehmer hierzu längere Fragebögen ausfüllen oder besser noch ein Ernährungstagebuch führen.

In der SCOPE-Studie (für „Screening for Pregnancy Endpoints“), die eigentlich ein anderes Ziel hatte, nämlich zur Entwicklung eines Tests zur Vorhersage von Präeklampsie sowie Früh- und Mangelgeburten durchgeführt wurde, hatten Hebammen 5.598 Frauen in der 15. Schwangerschaftswoche unter anderem nach ihrer Ernährung im ersten Monat vor der Schwangerschaft interviewt. Die Fragen betrafen den Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch und Fast Food. Von einer ausführlichen Ernährungsanamnese kann deshalb keine Rede sein.

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Dennoch konnte Claire Roberts vom Robinson Research Institute in Adelaide einen Einfluss der Ernährung auf die Fertilität nachweisen. 468 Paare (acht Prozent) hatten länger als ein Jahr benötigt, bis die Frau schwanger wurde. Unter den Frauen, die angegeben hatten, niemals Obst zu verzehren, lag der Anteil bei zwölf Prozent. Und von denen, die viermal pro Woche oder noch öfter zu Fast Food aus dem Imbiss gegriffen hatten, benötigten sogar 16 Prozent mehr als ein Jahr, um schwanger zu werden. Auch die mediane Zeit, die bis zur Erfüllung des Kinderwunsches verging, wurde durch häufige Obstmahlzeiten verkürzt und durch Fast Food verlängert.

Für den Verzehr von Gemüse und Fisch konnte Roberts dagegen keinen Einfluss feststellen. Die Studie bestätigt, dass sich eine gesunde Ernährung günstig auf die Fertilität auswirken kann. Die Assoziationen waren zwar nicht in allen Auswertungen signifikant, was an der recht einfachen und sicherlich lückenhaften Erfassung der Ernährung gelegen haben mag. Auch die Tatsache, dass sich die Frauen während der Schwanger­schaft vielleicht nicht mehr so genau an die Ernährung erinnern konnten, mag eine Rolle gespielt haben. Dennoch kann Paaren mit Kinderwunsch durchaus zu einer gesunden Ernährung geraten werden.

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