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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Kann Psychotherapie Schmerzen lindern?

Dienstag, 5. Juni 2018

Angesichts der derzeitigen Opiatepidemie erinnern sich US-Schmerztherapeuten daran, dass es noch andere Behandlungsmethoden gibt. Neben Medikamenten wie Parace­tamol und nichtsteroidalen Antiphlogistika gehören dazu auch Psychotherapien. Eine Psychotherapie kann die Ursache von Schmerzen zwar nicht abstellen, sie kann aber die kognitive Bewertung im Gehirn beeinflussen. 

Viele Schmerzpatienten erleben den Schmerz als ein schicksalhaftes Ereignis, dem sie hilflos ausgeliefert sind. Katastrophierung und verminderte Selbstwirksamkeits­erwartung können die Wahrnehmung des Schmerzes verstärken. Depressionen und Ängste sind weitere Reaktionen auf chronische Schmerzen, die sich eventuell durch eine Psychotherapie abschwächen lassen.

Am häufigsten wird heute eine kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt, in der die Patienten über die Ursachen und die Pathomechanismen der Schmerzen aufgeklärt werden und einige Bewältigungsstrategien lernen.

Allzu groß sollten die Erwartungen in die Therapie nicht sein. Psychotherapien können laut einer aktuellen Metaanalyse von M. Carrington Reid vom Weill Cornell Medicine in New York zwar die Schmerzintensität und Begleitphänomene wie Depression, Angst, Katastrophisierung und Selbstwirksamkeit lindern. Die Effektstärke war jedoch in den meisten Studien gering. Gegenstand der Studie waren nicht durch Krebsleiden ausgelöste Schmerzen bei älteren Menschen.

Eine Psychotherapie allein kann deshalb ältere Menschen nicht vor Schmerzen bewahren. Sie könnte jedoch nützlich sein. Interessanterweise wurden die besten Ergebnisse nicht in Einzel- sondern in Gruppentherapien erzielt. Der Austausch mit anderen Schmerzpatienten scheint eine nicht unwesentliche Rolle bei der Schmerzverarbeitung zu spielen.

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