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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Stellenbonus, auch für Krankenschwestern

Mittwoch, 30. Mai 2018

Mittlerweile erhalten die meisten Ärzte einen Bonus, wenn sie eine Arbeitsstelle annehmen. Das bedeutet, man erhält eine einmalige Zahlung, deren Durchschnittswert knapp 30.000 US-Dollar beträgt, die aber im Einzelfall Werte von bis zu 200.000 umfassen kann.

Wer solch einen „Unterschriftsbonus“ (sign-on bonus) annimmt, der verpflichtet sich in den meisten Fällen, zwischen zwei bis fünf Jahren bei der jeweiligen Stelle zu bleiben. Wechselt man vorzeitig, so muss ein Teil, in manchen Fällen sogar der gesamte Bonus, dem Arbeitgeber zurückgezahlt werden. Diese Einmalzahlungen rühren übrigens daher, dass es einen Ärztemangel gibt und manche Stellen unbeliebter und deshalb weniger leicht zu vermitteln sind als andere. An der renommierten Mayo-Klinik gibt es solche Zahlungen, doch sie sind weniger verbreitet und von der Summe her niedriger, als beispielsweise, wenn jemand eine Stelle im ländlichen Bereich des Bundesstaates Iowa annimmt.

All das wurde schon in vergangenen Blogtexten von mir thematisiert, daher zum eigentlich Neuen: Es gibt mittlerweile ähnliche Zahlungen für Krankenpflegekräfte. Mit anderen Worten hat der Fachkräftemangel auch bei Krankenschwestern dazu geführt, dass manche Arbeitsstelle mit finanziellen Anreizen angeboten werden muss, das heißt, dass in bestimmten Regionen in Texas zum Beispiel bis zu 25.000 US-Dollar gezahlt werden. Angesichts eines Jahregehalts von zwischen 60.000 bis 100.000 US-Dollar ist solch eine Summe aus Sicht einer Krankenschwester durchaus als großzügig anzusehen.

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Natürlich könnte man mehr Krankenschwestern ausbilden oder, wenn dieser Weg zu lange dauert beziehungsweise man die Löhne drücken möchte, sie einfach aus Niedriglohnländer einwandern lassen. Dieses Modell wird in manchen europäischen Ländern und zum Teil auch den USA praktiziert, aber spätestens seit der Präsident­schaft von Donald Trump ist die Zuwanderung deutlich verschärft worden, wodurch auch Visavergaben schwieriger geworden sind. Deshalb muss man davon ausgehen, dass die Löhne und solche Einmalzahlungen in naher Zukunft eher zu- denn abnehmen werden.

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