szmtag Gentherapien bei monogenen Erbkrankheiten
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Hintergrund: Neue gentherapeutische Behandlungsansätze haben sich als vielversprechende Therapieoption bei seltenen angeborenen Erkrankungen sowie bestimmten Tumorentitäten entwickelt, für die bislang keine oder nur beschränkt kurative Verfahren zur Verfügung standen.

Methode: Basierend auf einer selektiven Literaturrecherche werden die Prinzipien der Gentherapie, der aktuelle Stand der klinischen Entwicklung sowie Methoden und Ergebnisse der gentherapeutischen Ansätze erläutert.

Ergebnisse: Bei der In-vivo-Gentherapie werden meist auf modifizierten Adeno-assoziierten Viren beruhende Vektoren eingesetzt, um eine funktionsfähige Kopie der fehlenden oder defekten Erbinformation in die Zielzellen einzuschleusen. Bei der Ex-vivo-Gentherapie werden die Zielzellen extrakorporal mit einem Virusvektor genetisch verändert und dem Patienten wieder zugeführt. Hierfür werden vornehmlich lentivirale Vektoren verwendet. Aktuell stehen bei monogenetischen Erkrankungen Gentherapien zur Behandlung von Patienten mit schwerem kombiniertem Immundefekt (ADA-SCID), erblicher Netzhautdystrophie (RPE65-Mutationen), transfusionsabhängiger β-Thalassämie und spinaler Muskelatrophie zur Verfügung. Beispielsweise führt bei der spinalen Muskelatrophie die einmalige In-vivo-Gentherapie zu motorischen Entwicklungsfortschritten, die im natürlichen Krankheitsverlauf nicht zu erwarten sind. Besonders deutlich sind diese Effekte, wenn die Gentherapie bereits präsymptomatisch eingesetzt wird.

Schlussfolgerung: Erste gentherapeutische Therapien wurden inzwischen zugelassen und sind mit der Hoffnung auf einen langfristigen therapeutischen Nutzen nach einer einmaligen Applikation verbunden. Die für eine spezifische Therapie infrage kommenden Patientengruppen sind oft klein, sodass die Generierung von Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit, die Indikation und die Durchführung der Therapie sowie die Preisgestaltung mit neuen Herausforderungen verbunden sind.

LNSLNS

Als somatische Gentherapie bezeichnet man das Hinzufügen, Entfernen oder Verändern von genetischer Information in Körperzellen (Somazellen) zur Behandlung oder Prophylaxe von Erkrankungen. Nach jahrzehntelanger Forschung und einigen Rückschlägen hat in den letzten Jahren die Zahl erfolgreicher und zugelassener Gentherapeutika kontinuierlich zugenommen (Grafik 1) (1). Bisher werden Gentherapien vor allem zur Therapie monogenetischer, meist seltener Erkrankungen sowie bei malignen Erkrankungen eingesetzt.

Gentherapeutika in der EU
Grafik 1
Gentherapeutika in der EU

Um die genetische Information in die Zielzellen einzuschleusen, werden meist virale Vektoren verwendet. Diese sogenannte Transduktion kann entweder ex vivo oder in vivo erfolgen (Grafik 2, Kasten 1). Im Gegensatz zur Keimbahntherapie, die in Deutschland aus ethischen Gründen verboten ist, wird bei der somatischen Gentherapie das genetische Material in differenzierte Körperzellen oder deren Vorläufer eingeschleust und somit nicht an die Nachfolgegeneration weitervererbt. Diese meist einmaligen Therapien können den Krankheitsverlauf teilweise langfristig und nachhaltig beeinflussen. Aufgrund der Neuartigkeit und der Kosten von bis zu zwei Millionen Euro sind Gentherapien mit besonderen Herausforderungen für das Gesundheitssystem verbunden. Zudem sind zum Zeitpunkt der Zulassung die Daten zur langfristigen Sicherheit und Wirksamkeit oft noch begrenzt.

Prinzipien der Genadditionstherapie
Grafik 2
Prinzipien der Genadditionstherapie
Erklärung wichtiger Begriffe aus der Gentherapie
Kasten 1
Erklärung wichtiger Begriffe aus der Gentherapie

Anders als die oben dargestellte Genaddition verfolgt die Genom-Editierung das Ziel, eine krankheitsverursachende Mutation direkt im Erbgut des betroffenen Organs zu korrigieren. Seit der Erstbeschreibung der CRISPR/Cas-Technologie im Jahr 2012 hat sich die Genom-Editierung mit programmierbaren Nukleasen rasant entwickelt. Neben CRISPR/Cas haben zwei weitere Plattformen – Zink-Finger-Nukleasen (ZFNs) und Transkriptionsaktivator-ähnliche Effektor-Nukleasen (TALENs) – das klinische Stadium erreicht (2).

Diese Übersichtsarbeit beschreibt die aktuellen Entwicklungen der Gentherapie. Zunächst wurden die bereits in Europa und Deutschland zugelassenen Gentherapeutika über die Webseiten der European Medicines Agency (EMA) und des Paul-Ehrlich-Instituts identifiziert (Tabelle). Anschließend erfolgte eine selektive Literaturrecherche in PubMed zu den einzelnen Substanzen und übergeordneten Themen.

In Europa zugelassene Gentherapeutika
Tabelle
In Europa zugelassene Gentherapeutika

Beispiele für Gentherapien bei monogenetischen Erkrankungen

Der Vorteil einer Ex-vivo-Gentherapie ist, dass das Produkt vor der Transplantation ausführlich charakterisiert werden kann beziehungsweise muss. Die Herstellung genetisch modifizierter Zellen unterliegt deshalb umfangreichen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien. Für die gezielte In-vivo-Behandlung sind die logistischen Hürden nicht ganz so hoch, jedoch sind geeignete Methoden erforderlich, um eine ausreichende Effektivität am Zielorgan zu erreichen und gleichzeitig das Ausmaß von Immunreaktionen und das Risiko von unerwünschten Veränderungen der Keimbahn zu minimieren. Da meist nur sehr wenige Patienten für eine spezifische Gentherapie infrage kommen, sind die Zahlen der in klinischen Studien behandelten Patienten oft gering. Darüber hinaus verhindert die Tatsache, dass es sich um schwerwiegende, progrediente Erkrankungen ohne therapeutische Alternativen handelt, aus methodischen und ethischen Gründen häufig die Durchführung von randomisierten oder placebokontrollierten Studien. Nachfolgend werden wichtige Entwicklungsschritte in Bezug auf einzelne Organe kurz dargestellt.

Leber (Hämophilie)

Bei den Hämophilien handelt es sich um Blutungskrankheiten, bei denen aufgrund von genetischen Defekten Faktor VIII (Hämophilie A) oder IX (Hämophilie B) nicht ausreichend produziert werden kann. Aktuell besteht die Therapie in der lebenslangen Substitution von entsprechenden Gerinnungsfaktoren. Erste Studien zur Genaddition gab es bereits in den 1990er Jahren, allerdings war die Expression von Faktor IX aufgrund einer überschießenden Immunantwort gegen den auf Adeno-assoziierten Viren (AAV) basierenden Vektor nur von kurzer Dauer (3). Im Verlauf wurden sowohl die Virusvektoren als auch die Expressionskassetten verbessert und mehrere Studien zur AAV-basierten Gentherapie der Hämophilie A und B initiiert (4). So wurden in einer offenen Behandlungsstudie 15 erwachsene Patienten mit Hämophilie A einmalig mit unterschiedlichen Dosierungen einer AAV5-basierten Gentherapie behandelt. Über den Beobachtungszeitraum von drei Jahren zeigte sich bei den 13 Patienten, die eine höhere Dosierung erhielten, dass keine weiteren Faktorsubstitutionen erforderlich waren und die Blutungsrate um über 90 % reduziert werden konnte. Bei fast allen Patienten trat nach der Therapie eine passagere Erhöhung der Transaminasen auf, die unter einer temporären Kortisontherapie rückläufig war und keine klinischen Symptome auslöste. Ein Patient entwickelte nach der Infusion Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, die unter symptomatischer Therapie sistierten (5, 6). Weitere potenziell limitierende Faktoren sind präexistierende Antikörper gegen das eingesetzte AAV-Kapsid oder den entsprechenden Gerinnungsfaktor.

Auge (Retinopathien)

In der Ophthalmologie ist die Genaddition zur Behandlung von Retinopathien am weitesten fortgeschritten. Im Gegensatz zu der sonst oft üblichen systemischen Applikation erfolgt die Gabe hier nach einer Vitrektomie durch direkte subretinale Injektionen des Vektors. Bei dem Wirkstoff Voretigen neparvovec handelt es sich um eine AAV2-basierte Genaddition zur Behandlung der Leberschen Amaurose (Typ 2) und der Retinitis pigmentosa (Typ 20), die beide durch Mutationen des RPE65-Gens verursacht werden. Unbehandelt führen die Erkrankungen zur vollständigen Erblindung. In einer offenen randomisierten Studie im Wartelisten-Kontrollgruppen-Design wurden von insgesamt 31 Patienten 21 für die direkte Behandlung randomisiert. Der primäre Endpunkt, ein standardisierter Mobilitätstest zur Messung des funktionalen Sehens bei unterschiedlich heller Umgebung („multi-luminance mobility testing“ [MLMT]), zeigte ein Jahr nach der Therapie eine signifikante Verbesserung der Sehkraft und Orientierung bei schlechten Lichtverhältnissen im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Dieser positive Effekt blieb in der Studie über einen Zeitraum von vier Jahren stabil. Die Sehschärfe im Hellen wurde nicht signifikant verbessert (7, 8). Die Therapie wurde 2018 von der EMA zur Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit einer Retinopathie aufgrund von RPE65-Mutationen mit noch funktionalem Netzhautgewebe zugelassen. Beide Augen werden zeitlich getrennt behandelt. Aktuell laufen klinische Studien zur Evaluation einer AAV-basierten Gentherapie bei zahlreichen weiteren genetisch bedingten Retinopathien.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Seit Jahrzehnten werden potenzielle gentherapeutische Ansätze zur Behandlung verschiedener, meist rasch progredienter neuromuskulärer Erkrankungen erforscht. Ein erster Durchbruch gelang bei der Behandlung der spinalen Muskelatrophie (SMA). Hierbei handelt es sich um eine autosomal-rezessive Erkrankung durch Mutationen des SMN1-Gens. Der resultierende Mangel an SMN-Protein führt zur Degeneration der Motoneurone im Rückenmark und einer damit verbundenen progredienten Muskelschwäche. Klinisch zeigt sich ein breites Krankheitsspektrum mit Krankheitsbeginn vom Säuglings- bis ins junge Erwachsenenalter. Am häufigsten ist die SMA mit Beginn in den ersten sechs Lebensmonaten, die unbehandelt aufgrund der Beteiligung der Atemmuskulatur zum Versterben innerhalb der ersten beiden Lebensjahre führt.

Seit 2017 steht mit Nusinersen erstmals eine kausale Therapie zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um einen Splicing-Modifier, der nach einer initialen Aufsättigungsphase alle vier Monate über eine Lumbalpunktion intrathekal appliziert wird (9, 10).

Die Gentherapie der SMA hingegen erfolgt unter Einsatz eines AAV9-Vektors, der das SMN1-Gen nach einer einmaligen intravenösen Applikation in die Motoneurone des Rückenmarks transportiert. Eine ausreichende Transduktion nach intravenöser Applikation gelingt bisher vor allem im Säuglingsalter. In einer Studie mit Onasemnogene abeparvovec zeigten sich bei zwölf Säuglingen, die eine höhere Dosis der Gentherapie erhielten, motorische Fortschritte, die im natürlichen Verlauf nicht zu beobachten sind. 24 Monate nach der Therapie waren alle behandelten Kinder ereignisfrei, das heißt sie überlebten ohne dauerhafte Beatmung, verglichen mit weniger als 8 % im natürlichen Verlauf (11). Die häufigsten Nebenwirkungen waren asymptomatische Transaminasenerhöhung, Thrombozytopenie sowie passageres Fieber und Erbrechen. Vor Kurzem wurden auch Einzelfälle von subakutem Leberversagen nach dem Einsatz der Therapie beschrieben (12).

Der Wirkstoff Onasemnogene abeparvovec wurde 2019 von der Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung von Kindern mit SMA bis zum Alter von zwei Jahren zugelassen. Die Forderung betroffener Familien, schon vor der europäischen Zulassung eine Therapie zu erhalten, die mit hohen Therapiekosten von rund 2 Millionen Euro verbunden ist, führte auch in Deutschland zu erheblicher medialer Aufmerksamkeit und öffentlichen Diskussionen (13, 14). Die von der EMA 2020 erteilte Zulassung für Onasemnogene abeparvovec geht deutlich über die in klinischen Studien untersuchten Populationen hinaus und hat Debatten über die Sicherheit und Wirksamkeit in diesem erweiterten Patientenkollektiv ausgelöst (15, 16). Direkt vergleichende Studien zwischen Nusinersen und Onasemnogene abeparvovec hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit liegen nicht vor.

Für die häufigste genetisch bedingte Muskelerkrankung im Kindesalter, die X-chromosomal vererbte Muskeldystrophie Duchenne, ist die Größe des defekten Dystrophin-Gens ein Problem, da sie die Kapazität der viralen Vektoren überschreitet. Deshalb wurden sogenannte Microdystrophin-Gene entwickelt, die die wichtigsten Elemente des Dystrophin-Gens enthalten, aber gleichzeitig deutlich kleiner sind (17). Die klinische Wirksamkeit einer AAV-basierten Gentherapie mit Microdystrophinen wird aktuell in klinischen Studien untersucht.

Deutliche klinische Verbesserungen konnten kürzlich bei der X-chromosomal vererbten myotubulären Myopathie beobachtet werden. Hierbei handelt es sich um eine sehr seltene Muskelerkrankung, deren Inzidenz auf etwa 1 : 50 000 männliche Neugeborene geschätzt wird (18). Sie ist meist mit einer schweren angeborenen Muskelschwäche verbunden, die eine künstliche Beatmung erforderlich macht. In einer offenen Behandlungsstudie mit zwölf Patienten wurden nach einer AAV8-basierten Gentherapie Verbesserungen der motorischen und respiratorischen Funktion bis hin zur Beendigung der Beatmungspflichtigkeit beschrieben (19). Allerdings verstarben 2020 zwei ältere Kinder, die eine höhere Dosis dieser Gentherapie erhielten, an einer Sepsis, vermutlich als Konsequenz einer Leberschädigung. Die Anwendung der Therapie bei weiteren Patienten wurde deshalb zunächst gestoppt (20).

Immunsystem

Für ADA-SCID, ein äußerst seltener Immundefekt („severe combined immunodeficiency“ [SCID]) mit Depletion der T-, B- und NK-Lymphozyten und dadurch fehlender adaptiver humoraler und zellulärer Immunantwort, wurde bereits 2016 in Europa eine Gentherapie zugelassen. Unbehandelt versterben die betroffenen Säuglinge in den ersten Lebensjahren. Bisherige Therapieansätze bestehen in einer Knochenmarkstransplantation oder Enzymersatztherapie. Die Gentherapie bei ADA-SCID erfolgt ex vivo. Dazu werden CD34+-Zellen aus einem Knochenmarkbiopsat oder peripherem Blut extrahiert, über einen retroviralen Vektor mit intaktem ADA-Gen korrigiert und dann über eine intravenöse Infusion wieder zugefügt.

Die Gentherapie ist für Patienten zugelassen, bei denen kein geeigneter Spender für eine Knochenmarktransplantation zur Verfügung steht. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung und der Komplexität der Therapie wird das Verfahren aktuell in Europa nur in einem Zentrum in Mailand angeboten. Für die zwölf Teilnehmer der pivotalen Studien liegen inzwischen Verlaufsdaten mit einer medianen Beobachtungsdauer von zwölf Jahren vor, die eine Überlebensrate von 100 % zeigen, wovon 92 % ereignisfrei waren (21). Auch für andere erbliche Immundefekte befinden sich bereits Gentherapien in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung (22, 23).

Störungen der Hämatopoese

2019 wurde die erste Gentherapie zur Behandlung einer erblichen Hämoglobinopathie zugelassen. Das Präparat Betibeglogene autotemcel kann bei jugendlichen und erwachsenen Patienten mit einer transfusionsabhängigen β-Thalassämie (Nicht-β00-Genotyp) eingesetzt werden, bei denen kein passender Spender für eine Stammzelltransplantation zur Verfügung steht (24).

Die Gentherapie erfolgt ex vivo, indem den autologen blutbildenden hämatopoetischen Stammzellen (HSC) über einen lentiviralen Vektor funktionelle Kopien des β-Globin-Gens (βA-T87Q-Globin-Genvariante) zugefügt werden. Das primäre Zielkriterium der zulassungsrelevanten Studien war eine mindestens einjährige Transfusionsunabhängigkeit innerhalb des Beobachtungszeitraums von 24 Monaten. Dies wurde von elf der vierzehn Patienten mit einem Nicht-β00-Genotyp erreicht. Die einzige schwerwiegende Nebenwirkung, die auf Betibeglogene autotemcel zurückgeführt wurde, war eine Thrombozytopenie bei einem von 45 Patienten (25).

In diesem Zusammenhang soll erwähnt werden, dass Phase-1/2-Studien mit CRISPR-editierten HSC bei β-Thalassämie und Sichelzellerkrankung bei ersten Patienten anscheinend Erfolge zeigen. So teilte das Universitätsklinikum Regensburg kürzlich mit, dass eine 20-jährige transfusionsabhängige Thalassämie-Patientin seit fünfzehn Monaten „normale“ Blutwerte aufweist und keine weiteren Transfusionen nötig waren (26).

Mukoviszidose

Bei der Mukoviszidose, auch zystische Fibrose genannt, handelt es sich um eine autosomal-rezessive Stoffwechselerkrankung mit einer Inzidenz von etwa 1:4 000 Neugeborenen. Dabei führen Mutationen im CFTR-Gen zu einer gestörten Funktion eines Chloridkanals, was sich besonders auf den Atemtrakt, die Bauchspeicheldrüse, den Dünndarm und die männlichen Geschlechtsorgane auswirkt (27). Insbesondere die pulmonale Manifestation ist Ziel gentherapeutischer Interventionen.

Bereits 2015 wurden die Ergebnisse einer doppelblinden, placebokontrollierten Phase-2b-Studie zur monatlichen Inhalation eines CFTR-Gen/Liposomen-Komplexes veröffentlicht. Insgesamt zeigte sich nach zwölf Monaten in Bezug auf das primäre Zielkriterium (Einsekundenkapazität [FEV1]) ein geringer, statistisch signifikanter Therapieeffekt von 3,7 % (95-%-Konfidenzintervall: [0,1; 7,3]; p = 0,046) gegenüber dem Placebo. Das individuelle Ansprechen war aber so heterogen, dass die klinische Wirksamkeit insgesamt als nicht ausreichend bewertet wurde (28). Seither fokussiert sich die Forschung auf die Entwicklung neuer Vektoren, die eine bessere Transduktion der Zielzellen, insbesondere in den Atemwegen, ermöglichen (29).

Besonderheiten und Herausforderungen der Gentherapien

Im Gegensatz zu konventionellen medikamentösen Therapien werden Gentherapeutika (Kasten 2) vorwiegend einmalig appliziert. Die Anwendung dieser innovativen Therapien erfordert eine entsprechende Expertise sowohl bezüglich der Applikation (zum Beispiel Ex-vivo-Präparation, subretinale Injektion) als auch hinsichtlich der Überwachung und Therapie potenzieller Nebenwirkungen (Immunreaktion, Off-target-Effekte).

Nomenklatur für Gentherapeutika
Kasten 2
Nomenklatur für Gentherapeutika

Da es sich bislang meist um seltene Erkrankungen handelt, basiert die Zulassung der Genadditionstherapien auf Studien mit relativ geringen Patientenzahlen und Beobachtungsdauern von wenigen Jahren. Dies erscheint sinnvoll, um betroffenen Patienten wirksame Therapien nicht vorzuenthalten, ist aber auch mit der Gefahr von noch unbekannten Nebenwirkungen verbunden (Kasten 3).

Ethische, regulatorische und ökonomische Besonderheiten der somatischen Gentherapie
Kasten 3
Ethische, regulatorische und ökonomische Besonderheiten der somatischen Gentherapie

Oft ist die Effektgröße eines Gentherapeutikums abhängig vom Krankheitsstadium zum Zeitpunkt der Therapie. Bei der spinalen Muskelatrophie zeigen erste Studien, dass ein präsymptomatischer Therapiebeginn besonders vielversprechend ist und häufig das altersgerechte Erlangen der freien Gehfähigkeit ermöglicht (30). In einer offenen Studie zur präsymptomatischen Gentherapie der SMA erreichten von 29 Patienten bereits sieben die freie Gehfähigkeit. Alle anderen hatten bei der Zwischenauswertung die Altersgrenze noch nicht erreicht (31). Dementsprechend laufen aktuell Bestrebungen, einen genetischen Test auf die spinale Muskelatrophie in das allgemeine Neugeborenenscreening aufzunehmen (32).

Auf der anderen Seiten kann der therapeutische Nutzen einer Gentherapie im fortgeschrittenen Krankheitsstadium aber auch sehr begrenzt sein. Welche Betroffenen letztendlich wie viel von einer Gentherapie profitieren, kann nur im Rahmen von langfristigen Beobachtungen abschließend geklärt werden. Hierfür eignen sich, je nach Fragestellung, produkt- oder krankheitsspezifische Register, wobei letztere auch die vergleichende Analyse verschiedener Produkte erlauben (24, 33).

Verwendete Register müssen entsprechenden Qualitätskriterien hinsichtlich Datenerfassung und Analyse genügen (34, 35). Idealerweise sollte für alle behandelten Patienten eine langfristige, möglichst industrieunabhängige Verlaufsbeobachtung sichergestellt werden. Dies erfordert entsprechende regulatorische Vorgaben (36) und ist mit einem beträchtlichen Aufwand für die Behandlungszentren verbunden. In Anbetracht der teilweise extrem hohen Medikamentenkosten müssen aber auch für die Dokumentation von Wirksamkeit und Sicherheit entsprechende Ressourcen bereitgestellt werden. Nur so ist mittelfristig ein zweckmäßiger und wirtschaftlicher Einsatz dieser Therapien möglich.

Auch aus gesundheitsökonomischer Sicht ist die Einführung der Gentherapien mit Herausforderungen verbunden. Teilweise stehen Kosten von bis zu zwei Millionen Euro für eine einmalige Therapie den allerdings langfristigen Kosten für eine konventionelle Therapie gegenüber. Deshalb werden neue Vergütungsmodelle diskutiert, die sich am Therapieerfolg orientieren. So wurde beispielsweise für die CAR-T-Zelltherapie (Kasten 1) mit Tisagenlecleucel eine partielle Rückerstattung des Preises durch das pharmazeutische Unternehmen vereinbart, falls der Patient in einem definierten Zeitraum an seiner Krebserkrankung verstirbt. Andere Modelle bevorzugen eine Preisanpassung, die sich an der Gesamtevidenz für ein Produkt orientiert und nicht am Einzelfall (37).

Ausblick – Bedeutung der Gentherapie

Erste Gentherapien für monogenetische Erkrankungen werden bereits im klinischen Alltag eingesetzt und es ist zu erwarten, dass die Zahl der zugelassenen Gentherapien in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Neben der klassischen Virusvektor-basierten Genadditionstherapie findet die zielgerichtete Genom-Editierung zunehmend Aufmerksamkeit. Das Potenzial der somatischen Gentherapie geht inzwischen weit über den Ersatz defekter oder fehlender Gene hinaus und kann auch genutzt werden, um Enzyme und andere Effektorproteine, wie etwa CRISPR-Genscheren, gezielt in Körperzellen einzubringen. Damit kommen auch Erbkrankheiten mit dominantem Erbgang, nicht monogenetisch bedingte Entitäten wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, entzündliche Erkrankungen sowie Parkinson für eine Gentherapie infrage.

Interessenkonflikt
Prof. Kirschner bekam Beraterhonorare und Reisekostenerstattung von Avexis, Biogen, Pfizer, Roche, Sarepta und Scholar Rock. Für Vorträge wurde er honoriert von Avexis, Biogen und Roche. Studienunterstützung (Drittmittel) wurde ihm zuteil von Biogen und Roche. Er ist Leiter des SMArtCARE Registers zur Langzeitbeobachtung der SMA und Vorstandsmitglied des Europäischen Referenznetzwerks für neuromuskuläre Erkrankungen EURO-NMD.

Prof. Cathomen hält Aktien von CRISPR Therapeutics und Patente, bei denen ein Bezug zum Thema besteht, von der Universität Freiburg. Er wurde für Vorträge honoriert von der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen und Medscape Oncology. Studienunterstützung (Drittmittel) erhielt er von Cellectis S. A. und Miltenyi Biotec.

Manuskriptdaten
eingereicht: 28. 2. 2020, revidierte Fassung angenommen: 19. 8. 2020

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Janbernd Kirschner
Klinik für Neuropädiatrie und Sozialpädiatrisches Zentrum
Zentrum für Kinderheilkunde
Universitätsklinikum Bonn
Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn
janbernd.kirschner@ukbonn.de

Zitierweise
Kirschner J, Cathomen T: Gene therapy for monogenic inherited disorders—opportunities and challenges. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 878–85. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0878

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Dieser Beitrag wurde von der Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung zertifiziert. Die Fragen zu diesem Beitrag finden Sie unter http://daebl.de/RY95. Einsendeschluss ist der 20. 12. 2021.

Die Teilnahme ist möglich unter cme.aerztebatt.de

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Abteilung Neuropädiatrie und Sozialpädiatrisches Zentrum, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Bonn: Prof. Dr. med. Janbernd Kirschner
Institut für Transfusionsmedizin und Gentherapie, Universitätsklinikum Freiburg & Centrum für Chronische Immundefizienz, Medizinische Fakultät, Universität Freiburg: Prof. Dr. phil. Toni Cathomen
Gentherapeutika in der EU
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Gentherapeutika in der EU
Prinzipien der Genadditionstherapie
Grafik 2
Prinzipien der Genadditionstherapie
Erklärung wichtiger Begriffe aus der Gentherapie
Kasten 1
Erklärung wichtiger Begriffe aus der Gentherapie
Nomenklatur für Gentherapeutika
Kasten 2
Nomenklatur für Gentherapeutika
Ethische, regulatorische und ökonomische Besonderheiten der somatischen Gentherapie
Kasten 3
Ethische, regulatorische und ökonomische Besonderheiten der somatischen Gentherapie
In Europa zugelassene Gentherapeutika
Tabelle
In Europa zugelassene Gentherapeutika
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