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Hintergrund: Bei 5–10 % der deutschen Bevölkerung tritt ein Raynaud-Phänomen (RP) auf. Bei circa 10–20 % der Betroffenen manifestiert sich das RP auf dem Boden einer Grunderkrankung, am häufigsten einer Kollagenose. Die Übersichtsarbeit umfasst Aspekte der Diagnose und Differenzialdiagnose des RP und beleuchtet die Effektivität der aktuellen nichtmedikamentösen und medikamentösen Therapieoptionen.

Methode: Selektive PubMed-Literaturrecherche mit den Begriffen „Raynaud‘s phenomenon“, „Raynaud‘s syndrome“, „vasospasm“, „vascular acrosyndrome“, „systemic sclerosis“, Suche in der Cochrane Database of Systematic Reviews bis April 2020.

Ergebnisse: Hauptmanifestationsorte des Raynaud-Phänomens sind Finger und Zehen. Als typische Auslöser fungieren Kälte und emotionale Stressoren. Diagnostisch wichtig sind der Nachweis einer Neigung zu digitalen Vasospasmen, der Ausschluss von Verschlüssen der zuführenden Leitungsarterien und akralen Gefäße, eine Nagelfalzkapillarmikroskopie und die Bestimmung des Autoantikörperstatus. Bei Vorliegen einer B-Symptomatik oder bei Erstmanifestation im höheren Lebensalter sollte zudem ein Tumorscreening veranlasst werden. Eine Erstmanifestation bei Kindern ist selten und deutet auf eine sekundäre Genese. Therapeutisch stehen Kälteschutzmaßnahmen sowie Calciumantagonisten im Vordergrund, die das Auftreten eines RP um circa 20–40 % reduzieren. Zur Behandlung des RP bei systemischer Sklerose leiten die Empfehlungen der European League Against Rheumatism (EULAR).

Schlussfolgerung: Bei Erstmanifestation, aber auch nach jahrelanger Latenz, können sich bei Patienten mit Raynaud-Phänomen Grundkrankheiten (vorrangig Kollagenosen) manifestieren. Für asymptomatische Patienten mit Risikofaktoren und für Patienten mit manifester Grunderkrankung ist eine fachärztliche Nachsorge erforderlich.

LNSLNS

Unter einem Raynaud-Phänomen (RP) versteht man einen intermittierend auftretenden Farbwechsel betroffener Akren von weiß über bläulich-zyanotisch nach rot, der durch einen Vasospasmus (ischämische Phase) mit nachfolgender Vasodilatation (hyperämische Phase) digitaler Arterien hervorgerufen wird (1) (Abbildung 1). Nicht immer werden alle drei Farbveränderungen durchlaufen. Nach der Richtlinie der European Society of Vascular Medicine (ESVM) muss definitorisch eine Abblassungsphase auftreten (1), während andere Autoren auch eine intermittierend auftretende Zyanose gelten lassen („blauer Raynaud“) (2). Das RP manifestiert sich überwiegend an den Fingern und Zehen, seltener an anderen Körperenden (1, 2). Die Dauer der einzelnen Attacken ist variabel und beträgt durchschnittlich 20 Minuten (2). Ein RP tritt bei 60 % der Patienten mindestens einmal täglich auf, 10 % der Betroffenen berichten über 1–3 Attacken pro Monat und 1 % über Gelegenheitsattacken (2).

Typische „Weißphase“ beim Raynaud-Phänomen der Finger
Abbildung 1
Typische „Weißphase“ beim Raynaud-Phänomen der Finger

Als Auslöser der Vasospasmen fungieren Kälte und emotionale Stressoren (1, 2). Nur sehr selten tritt ein RP ohne diese Auslöser auf. Da die Farbwechsel nahezu regelhaft von Schmerzen, Dysästhesien, motorischen Einschränkungen und genereller Kälteintoleranz begleitet werden, ist im deutschsprachigen Raum auch der Begriff „Raynaud-Syndrom“ gebräuchlich. Unterschieden wird ein primäres Raynaud-Phänomen (ohne Grunderkrankung) von einem sekundären Raynaud-Phänomen (mit Grunderkrankung), wobei am häufigsten eine systemische Sklerose zugrunde liegt (1). Die Erstmanifestation eines RP kann der Manifestation einer Kollagenose um Jahre bis Jahrzehnte vorausgehen (1, 2). Die Konversionsrate eines scheinbar primären RP in ein sekundäres RP beträgt im Verlauf von zehn Jahren circa 10 % (3).

Neben Kollagenosen und Vaskulitiden kommen ursächlich Hand- oder Armarterienverschlüsse anderer Genese, Malignome, ein Hand-Arm-Vibrationssyndrom oder eine berufliche Exposition, zum Beispiel mit Vinylchlorid, in Frage (1). Es besteht ferner ein Zusammenhang zu Kompressionssyndromen der oberen Extremitäten, deren Kausalität nicht geklärt ist (1). Ein Raynaud-Phänomen kann auch durch Medikamente und Drogen ausgelöst oder verstärkt werden (4) (Kasten). Beim primären RP wurde ferner über eine Häufung affektiver Störungen und Angststörungen berichtet (5).

Medikamente/Drogen, die Raynaud-Phänomen auslösen oder verschlechtern können
Kasten
Medikamente/Drogen, die Raynaud-Phänomen auslösen oder verschlechtern können

Die Häufigkeit des Vorliegens eines primären und sekundären RP zum Zeitpunkt der Erstdiagnose variiert in Abhängigkeit vom Alter (hohe Wahrscheinlichkeit sekundärer Fälle bei Kindern und älteren Patienten). Durch Selektionsmechanismen bei der Überweisung, vertrauteren Umgang mit der Differenzialdiagnose und aufgrund der Tatsache, dass diskriminierende Untersuchungstechniken wie die Kapillarmikroskopie praktisch nur spezialisierten Fachärzten zur Verfügung stehen, wird ein sekundäres RP in spezialisierten Versorgungseinrichtungen früher und häufiger diagnostiziert.

Im Rahmen der Framingham-Studie wurde bevölkerungsbasiert bei knapp 20 % der Fälle ein sekundäres RP gefunden (6). In einer Metaanalyse unter Einschluss von 639 Patienten und einer prospektiven Studie mit 586 Patienten, entwickelten 12,6 beziehungsweise 13,6 % der Patienten, die sich erstmals wegen eines RP ärztlich vorstellten, innerhalb von 10–20 Jahren eine manifeste Kollagenose (7, 8). In einer Hausarztpraxis ist somit von einer niedrigen Wahrscheinlichkeit (10–20 %) eines sekundären RP zum Zeitpunkt der Erstdiagnose auszugehen.

Unter einem vasospastischen Syndrom versteht man die Überlappung eines RP mit anderen, durch Vasospasmen hervorgerufenen Erkrankungen. Am häufigsten tritt begleitend eine Migräne auf. Umgekehrt wird ein RP bei gezielter Nachfrage bei jedem dritten bis fünften Migränepatienten gefunden (9), was differenzialtherapeutisch relevant ist, da Medikamente zur Migränetherapie und -prophylaxe das RP verstärken können (Kasten).

Prävalenz in der Bevölkerung

In der Framingham-Studie wurde eine Prävalenz des Raynaud-Phänomens von 9,6 % bei Frauen und 8,1 % bei Männern ermittelt (6). Für Deutschland konnte, basierend auf neueren Daten, eine Prävalenz von 5,8 % berechnet werden (10). Die RP-Häufigkeit ist abhängig von der geografischen Breite (häufiger im Norden als im Süden) und Höhe (häufiger in Gebirgsregionen als im Flachland), ferner variiert sie saisonal (häufiger im Winter als im Sommer) (1). Frauen sind generell häufiger betroffen als Männer, wobei das Geschlechterverhältnis in der Literatur variiert (1, 2, 6).

Freedman et al. fanden eine familiäre Häufung des RP bei circa 25 % der Verwandten 1. Grades (11), während aus Zwillingsstudien eine höhere Heredität von 55 % ermittelt wurde (12). Eine rezente Studie identifizierte eine Assoziation mit einer Variante im NOS1-Gen, deren genaue funktionelle Charakterisierung noch aussteht (13).

Pathophysiologie

Störungen der Temperaturregulation und der Gefäßreagibilität auf Kältereize wurden bei Patienten mit primärem Raynaud-Phänomen vielfach beschrieben. Nach Flavahan kommt das RP vorrangig in Hautarealen mit hoher Dichte an AV-Anastomosen vor, die mit zwei unterschiedlichen sympathischen Transmittersystemen ausgestattet sind: Noradrenalin (vasokonstriktiv) und Acetylcholin (vasodilatierend) (14). Kälte führt physiologischer Weise zu einer Vasokonstriktion der AV-Shunts. Lokale Kälteapplikation (Hand, Finger) scheint hierfür bedeutsamer zu sein als der zentrale sympathische Outflow, induziert durch eine Herabsetzung der Umgebungstemperatur (14). Im Gegensatz zu Gesunden reagieren Patienten mit RP auf lokale Kältereize beginnend bei < 25 °C Fingerhauttemperatur mit einem Vasospasmus, der bei weiterer Temperaturabsenkung auf durchschnittlich 19 °C in einen kompletten temporären Gefäßverschluss übergeht (15). Noch weitgehend unbekannt ist, welche Rolle dabei thermosensitive transiente Rezeptorpotenziale (TRP) spielen und wie die Wechselwirkung mit endothelialen vasoaktiven Peptiden und neuronalen Einflüssen ist (13). Bei der systemischen Sklerose treffen Vasospasmen auf strukturell vorgeschädigte und durch eine subintimale Fibrose stenosierte Gefäße, wodurch es leichter zur Manifestation eines RP kommt (16).

Diagnostisches Vorgehen

Wichtig auf hausärztlicher Seite sind eine ausführliche Anamneseerhebung, die Prüfung des Pulsstatus und die Durchführung eines Funktionstests, mit dem die Durchblutung der Hand über die Arteria radialis und Arteria ulnaris überprüft werden kann (Allen-Test). Der Nachweis einer Neigung zu digitalen Vasospasmen, die Identifikation von Stenosen oder Verschlüssen der Armarterien und akralen Arterien, die Durchführung einer Nagelfalzkapillarmikroskopie und die Bestimmung der antinukleären Antikörper (ANA) sind fachärztliche Aufgaben, die vorrangig Rheumatologen, Angiologen und Dermatologen zukommen (17) (Tabelle 1). Bei Vorliegen einer B-Symptomatik oder bei Erstmanifestation eines RP im höheren Lebensalter – ein genauer Cut-off-Wert lässt sich aus der Literatur nicht ableiten – sollte ferner ein Tumorscreening eingeleitet werden, da sich das RP selten auch als paraneoplastisches Akrosyndrom manifestieren kann (18). Eine Assoziation zu bestimmten Tumorerkrankungen ist nicht belegt (18). Unterschiede zwischen primärem und sekundärem RP sind in Tabelle 2 aufgelistet.

Workflow zur differenzialdiagnostischen Klärung des Raynaud-Phänomens
Tabelle 1
Workflow zur differenzial­diagnostischen Klärung des Raynaud-Phänomens
Differenzierung primäres und sekundäres Raynaud-Phänomen (RP)
Tabelle 2
Differenzierung primäres und sekundäres Raynaud-Phänomen (RP)

Wichtig bei Verdacht auf eine berufsbedingte Erkrankung (zum Beispiel Hand-Arm-Vibrationssyndrom) ist eine Meldung an die zuständige Berufsgenossenschaft zur Einleitung eines Prüfverfahrens sowie die Hinzuziehung eines Rheumatologen bei vermuteter Kollagenose oder Vaskulitis.

Entscheidend zur Früherkennung einer systemischen Sklerose ist die Beachtung der „red-flags“

  • Raynaud-Phänomen
  • „puffy fingers“
  • positive spezifische Autoantikörper und/oder
  • pathologische Kapillarmikroskopie (8, 19). Fortgeschrittene sklerodermiforme Erkrankungen weisen typische Haut- und Handbefunde auf, oft begleitet von einer permanenten akralen Ischämie (Abbildung 2).
Systemische Sklerose mit permanenter digitaler Ischämie bei Hand-/Fingerarterienverschlüssen und beginnender Beugekontraktur der Finger
Abbildung 2
Systemische Sklerose mit permanenter digitaler Ischämie bei Hand-/Finger­arterien­ver­schlüssen und beginnender Beuge­kontraktur der Finger

Autoantikörperbestimmungen

Die Bestimmung der antinukleären Antikörper (ANA) dient als Screeningtest für das Vorliegen oder für die Identifizierung einer erhöhten Gefährdung für die Entwicklung einer Kollagenose (1, 7, 8, 19). In einer prospektiven Studie an 1 039 Patienten, von denen > 10 % länger als zehn Jahre beobachtet wurden, entwickelten nur 2 % der Patienten mit RP, fehlenden Hinweisen auf Finger-/Handarterienverschlüsse und negativen ANA eine Kollagenose (20). Der positiv-prädiktive Wert des alleinigen ANA-Screenings für die Entwicklung einer Kollagenose ist aber mit circa 30 % gering (7). Bei positivem Testausfall sollte deshalb immer ein Screening auf extrahierbare nukleäre Antigene (ENA) ergänzt werden, das spezifische krankheitsassoziierte Antikörper nachweist (zum Beispiel Doppelstrang-DNS-Autoantikörper [ds-DNA-Ak] bei Lupus erythematodes [SLE], Topoisomerase-Autoantikörper bei diffuser systemischer Sklerose, Centromer-Autoantikörper bei limitierter systemischer Sklerose, Ro- oder -La-Autoantikörper [SS-A, SS-B] bei Sjögren-Syndrom) (21).

Nagelfalzkapillarmikroskopie

Die Untersuchung dient dem gleichen Zweck wie das ANA-Screening (1, 7, 8, 19). Ihr positiv prädiktiver Wert ist mit 47 % besser als der des ANA-Screenings (7). In der Kapillarmikroskopie können „Normalbefund“ und „pathologischer Befund“ klar unterschieden werden (Interobserver-Übereinstimmung „Normalbefund“ 0,95–0,98) (22). Eine Dichte von ≥ 7 Kapillaren/mm Nagelfalz sowie haarnadelförmige und/oder torquierte Kapillaren mit schmalem Scheitel sprechen entschieden gegen das Vorliegen einer Kollagenose (Abbildung 3). Andererseits kann der Geübte Befundmuster identifizieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Einordnung als Kollagenose erlauben und frühzeitig eine Gefährdung erkennen lassen (Interobserver-Übereinstimmung 0,90–0,96) (22, 23). Scheitelektasien, Megakapillaren (Scheiteldurchmesser > 50 μm), Kapillarverlust und -blutungen sind dabei die am besten reproduzierbaren morphologischen Veränderungen (24) (Abbildung 4).

Beispiel eines Normalbefunds in der Nagelfalzkapillarmikroskopie mit normaler Kapillardichte und normaler Kapillarmorphologie
Abbildung 3
Beispiel eines Normalbefunds in der Nagel­falz­kapillar­mikro­skopie mit normaler Kapillar­dichte und normaler Kapillar­morphologie
Nagelfalzkapillarmorphologischer Befund bei systemischer Sklerose
Abbildung 4
Nagel­falz­kapillar­morphologischer Befund bei systemischer Sklerose

Bedeutung der Kombination von Antikörperbestimmung und Kapillarmikroskopie

Kombiniert man die spezifische Autoantikörperdiagnostik und Nagelfalzkapillarmikroskopie, kann die Identifikation von Risikopatienten gegenüber der Einzeluntersuchung erheblich gesteigert werden (8). Waren zum Zeitpunkt der Erstvorstellung wegen eines Raynaud-Phänomens die sklerodermiespezifischen Autoantikörper positiv und lag gleichzeitig eine pathologische Kapillarmikroskopie mit Kapillarverlust und Scheitelerweitungen vor, betrug die adjustierte Hazard Ratio für die Entwicklung einer Kollagenose in einem Beobachtungszeitraum von bis zu 20 Jahren 60,08; 79,5 % der Studienpatienten entwickelten eine systemische Sklerose. Demgegenüber war eine isolierte pathologische Kapillarmikroskopie oder ein alleiniger positiver Antikörpernachweis mit adjustierten Hazard Ratios von 5,03 beziehungsweise 8,5 deutlich weniger prädiktiv. Fielen beide Untersuchungen unauffällig aus, erkrankten lediglich 1,8 % der Patienten an einer systemischen Sklerose (8). Die vorliegende Untersuchung begründet die Leitlinienempfehlung, immer beide Untersuchungen bei Erstdiagnostik eines RP durchzuführen (1).

Fachärztliche Verlaufskontrollen

Es gibt bisher keine evidenzbasierten Empfehlungen zur Dauer der Nachsorge und zu deren Zeitintervallen. Aufgrund limitierter angiologischer und rheumatologischer Ressourcen in Deutschland erscheinen uns fachärztliche Nachuntersuchungen in 2- bis 3-jährigen Abständen bei klinisch asymptomatischen Patienten, bei denen spezifische Autoantikörper nachgewiesen und/oder eine pathologische Nagelfalzkapillarmikroskopie erhoben wurde, sinnvoll. Patienten mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines primären RP (junge Frauen, familiäres Auftreten, keine klinischen, serologischen oder kapillarmikroskopischen Auffälligkeiten) benötigen unseres Erachtens keine fachärztliche Nachsorge. Sie sollten beraten werden, bei Verschlimmerung des RP und/oder Auftreten von Hand-/Fingerödemen wieder eine fachärztliche Konsultation zu vereinbaren.

Raynaud-Tagebuch

Zur besseren Einschätzung der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung und des Therapieansprechens sollte zumindest zeitweise (Erstdiagnose, Medikamentenumstellung, Phasen der Verschlechterung) ein Raynaud-Tagebuch mit Angabe der Anfallsfrequenz, -dauer und -schwere (Visuelle Analogskala 1–10) geführt werden. Wünschenswert wäre zukünftig eine Vereinfachung und Aktualisierung der Datenerhebung und -übermittlung durch eine digitale Gesundheitsanwendung.

Therapie des Raynaud-Phänomens

Nicht bei jedem RP besteht eine medikamentöse Therapieindikation. Bei seltenem Auftreten oder geringer subjektiver Beeinträchtigung genügen allgemeine Kälteschutzmaßnahmen und das Meiden spezifischer Auslösesituationen (1). Tabelle 3 fasst die Effekte nichtmedikamentöser und medikamentöser Therapiemaßnahmen beim RP zusammen.

Effekte der nichtmedikamentösen und medikamentösen Therapie des Raynaud-Phänomens (RP)
Tabelle 3
Effekte der nicht­medikamentösen und medikamentösen Therapie des Raynaud-Phänomens (RP)

Nichtmedikamentöse Behandlung

Zur Prophylaxe des RP wird vorrangig ein Schutz vor Kälte, Nässe und Wind empfohlen (1). Die Palette der Möglichkeiten reicht von herkömmlichen Handschuhen über Heizkissen und Taschenwärmer bis hin zu beheizbaren Handschuhen, Schuheinlagen und Socken. Die quantitativen Effekte dieser Maßnahmen auf die Frequenz des RP und die Lebensqualität der Patienten wurden unseres Wissens bisher nicht dezidiert untersucht.

Eine kontrollierte klinische Studie über die Wirksamkeit des Softlasers konnte beim primären RP günstige Therapieeffekt zeigen (25). Das RP wurde im Mittel um circa 1 Attacke pro Tag reduziert, während durch die Scheinbehandlung nur circa alle zehn Tage 1 Attacke verhindert wurde. Das RP verlief zudem in der Lasergruppe etwas weniger schwer. Die durchschnittliche Außentemperatur unterschied sich nicht während der Behandlungsphasen. Die geringen Fallzahlen schränken die Aussagekraft ein. Lebensqualitätsdaten wurden nicht erhoben.

Eine spanische Arbeitsgruppe beschrieb in einer kleinen kontrollierten Studie bei Patienten positive Wirkungen der Anwendung galvanischen Stroms (20 Sitzungen in sieben Wochen) zusätzlich zu einer nicht näher spezifizierten medikamentösen Basisbehandlung auf die Anzahl und Schwere des RP (26). Die Therapieeffekte fielen ungewöhnlich stark aus, da die Frequenz und die Intensität des RP in der Kontrollgruppe über die Studiendauer kontinuierlich zunahmen. Da die Außentemperatur bei der Studie nicht registriert wurde, könnten die Effekte auf klimatischen Unterschieden beruhen. Lebensqualitätsdaten wurden nicht erhoben.

Entspannungsübungen und Biofeedback wurden mehrheitlich in kleineren Studien untersucht, die zu einer Metaanalyse zusammengefasst wurden (27). Aufgrund fehlender Kontrollgruppen konnten die Behandlungseffekte nicht quantifiziert werden, sodass weder eine evidenzbasierte Empfehlung für noch gegen diese Therapien abgegeben werden konnte (27).

Vor dem Hintergrund der beim primären RP beschriebenen Störungen der Emotionalität und Ängstlichkeit sind psychotherapeutische Therapieansätze denkbar (5). Entsprechende Interventionsstudien liegen unseres Wissens aber bisher nicht vor.

Medikamentöse Therapie

Medikamente, die Vasospasmen induzieren können, sollten generell ab- oder umgesetzt werden (Kasten).

Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ werden vorrangig zur Behandlung des RP eingesetzt. In einem systematischen Cochrane-Review zeigte sich durch Ca-Antagonisten vor allem ein Effekt auf die Frequenz des RP (28). Unbehandelt trat circa einmal täglich ein RP auf. Durch Ca-Antagonisten wurde die Frequenz günstigenfalls auf circa 1 Attacke alle zwei Tage reduziert. Daten zur Lebensqualität wurden nicht analysiert. Ca-Antagonisten verursachen oft unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die ihren Gebrauch in den geprüften hohen Dosen (zum Beispiel 2–3 × 20 mg Nifedipin) einschränken (Hypotonie, Orthostase, Palpitationen, periphere Ödeme, Darmträgheit).

Der selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Fluoxetin wurde in einer kontrollierten Studie gegen Nifedipin getestet (29). Frequenz und Schwere des RP wurden reduziert. Die sehr kleine Fallzahl schränkt die Aussagekraft ein. Die Publikation weist zudem schwerwiegende formale Mängel auf. Fluoxetin kann – wie andere SSRI auch – Vasospasmen auslösen (30). Es besitzt ein zentralnervöses und kardiales Nebenwirkungspotenzial, das ein Patientenmonitoring erforderlich macht. Eine behördliche Zulassung für die Behandlung des RP besteht in Deutschland nicht.

Losartan senkte in einer prospektiven randomisierten Pilotstudie im Vergleich zu Nifedipin die Frequenz des RP und reduzierte dessen Schwere (31). Die kleine Fallzahl limitiert die Aussagekraft der Studie. Die unter Nifedipin beobachtete Zunahme des RP wird nicht erklärt. Ein Außentemperaturmonitoring erfolgte nicht, sodass Temperaturunterschiede im Studienverlauf dafür mitverantwortlich sein könnten. Lebensqualitätsdaten wurden nicht erhoben. Typische unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) von Losartan sind Hypotonie, Schwindel, Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen. Eine behördliche Zulassung für die Behandlung des RP besteht in Deutschland nicht.

Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (Sildenafil, Tadalafin, Vardenafil) beim primären RP sind nicht publiziert. Eine Metaanalyse über sechs randomisierte kontrollierte Studien bei systemischer Sklerose zeigte geringe bis moderate positive Effekte auf die Frequenz, Dauer und Schwere des RP (32). Nur für Patienten mit hoher Gefährdung für digitale Ulzera und floriden digitalen Ulzera im Rahmen der systemischen Sklerose besteht derzeit eine Grad-A-Empfehlung der European League Against Rheumatism (EULAR) (33). UAW der Phosphodiesterase(PDE)-5-Hemmer sind Hypotonien, Cephalgien, Sehstörungen, Myalgien, Brustschmerzen, Dyspepsien und nasale Verstopfung. Eine gleichzeitige Einnahme von Nitropräparaten muss vermieden werden. Der Einsatz von PDE-5-Inhibitoren zur Behandlung des RP ist in Deutschland behördlich nicht zugelassen.

In einem systematischen Cochrane-Review konnte Iloprost nur die Schwere des RP reduzieren (34). Der Effekt beruht auf einer einzelnen älteren Studie. Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, es sei schwierig, stichhaltige Belege für eine wirksame Behandlung des RP mit Iloprost bei systemischer Sklerose zu finden (34). Aus einer zwölfmonatigen Therapiestudie mit zyklischer intravenöser Iloprost-Gabe errechnete sich im Vergleich zu Nifedipin eine absolute Risikoreduktion von 8 % bei ungleich höherem Therapieaufwand (35). Die EULAR empfiehlt deshalb die intravenöse Iloprost-Gabe erst, wenn die oralen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind oder nicht vertragen werden (33). Randomisierte klinische Studien zum Einsatz von Iloprost bei primärem Raynaud-Phänomen sind nicht publiziert. Häufige UAW sind Kopfschmerzen, Flush-Symptomatik, Hypotonie, Übelkeit, Erbrechen.

Riociguat, ein löslicher Guanylatcyclase-Stimulator, gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Behandlung des RP, befindet sich aber für diese Indikation noch in einer frühen klinischen Studienphase (36).

Botulinumtoxine sind starke Neurotoxine, die von Clostridien als Exotoxine (BTX) produziert werden. Im Jahr 2004 wurde eine erste Pilotstudie publiziert, die über eine Behandlung des RP durch perivasale BTX-A-Injektionen in die Hand berichtete (37). Mittlerweile wird hierzu auch BTX-B eingesetzt (38). Klinisch ließen sich stark heterogene Therapieeffekte beobachten (38, 39, 40). Deshalb kann die Anwendung von BTX außerhalb kontrollierter klinischer Studien derzeit nicht empfohlen werden.

Zusammenfassend ist die Effektivität der derzeitigen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten des RP begrenzt und oft nur auf niedrigem Evidenzniveau belegt.

Interessenkonflikt
Dr. Sander erhielt Vortragshonorare von der Firma Actelion.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 26. 6. 2020, revidierte Fassung angenommen: 24. 11. 2020

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Peter Klein-Weigel
Klinik für Angiologie, Ernst von Bergmann Klinikum gGmbH
Charlottenstraße 72, 14467 Potsdam
p.klein-weigel@web.de

Zitierweise
Klein-Weigel P, Sander O, Reinhold S, Nielitz J, Steindl J, Richter JG: Raynaud‘s phenomenon—a vascular acrosyndrome that requires long-term care. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 273–80. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0023

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Dieser Beitrag wurde von der Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung zertifiziert. Die Fragen zu diesem Beitrag finden Sie unter http://daebl.de/RY95. Einsendeschluss ist der 22. 4. 2022.

Die Teilnahme ist möglich unter cme.aerztebatt.de

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Klinik für Angiologie, Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam: Dr. med Peter Klein-Weigel, Dr. med Simone Reinhold, Jessica Nielitz, Dr. med. Julia Steindl
Poliklinik und Funktionsbereich für Rheumatologie & Hiller-Forschungszentrum für Rheumatologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Dr. med. Oliver Sander, Prof. Dr. med. Jutta G. Richter
Typische „Weißphase“ beim Raynaud-Phänomen der Finger
Abbildung 1
Typische „Weißphase“ beim Raynaud-Phänomen der Finger
Systemische Sklerose mit permanenter digitaler Ischämie bei Hand-/Fingerarterienverschlüssen und beginnender Beugekontraktur der Finger
Abbildung 2
Systemische Sklerose mit permanenter digitaler Ischämie bei Hand-/Finger­arterien­ver­schlüssen und beginnender Beuge­kontraktur der Finger
Beispiel eines Normalbefunds in der Nagelfalzkapillarmikroskopie mit normaler Kapillardichte und normaler Kapillarmorphologie
Abbildung 3
Beispiel eines Normalbefunds in der Nagel­falz­kapillar­mikro­skopie mit normaler Kapillar­dichte und normaler Kapillar­morphologie
Nagelfalzkapillarmorphologischer Befund bei systemischer Sklerose
Abbildung 4
Nagel­falz­kapillar­morphologischer Befund bei systemischer Sklerose
Medikamente/Drogen, die Raynaud-Phänomen auslösen oder verschlechtern können
Kasten
Medikamente/Drogen, die Raynaud-Phänomen auslösen oder verschlechtern können
Workflow zur differenzialdiagnostischen Klärung des Raynaud-Phänomens
Tabelle 1
Workflow zur differenzial­diagnostischen Klärung des Raynaud-Phänomens
Differenzierung primäres und sekundäres Raynaud-Phänomen (RP)
Tabelle 2
Differenzierung primäres und sekundäres Raynaud-Phänomen (RP)
Effekte der nichtmedikamentösen und medikamentösen Therapie des Raynaud-Phänomens (RP)
Tabelle 3
Effekte der nicht­medikamentösen und medikamentösen Therapie des Raynaud-Phänomens (RP)
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*1044#002051042682000#2712*
am Sonntag, 2. Mai 2021, 12:58

Traumatisches Raynod-Phänomen

Für das ärztlicherseits anzeigepflichtige (§ 202 SGB VII) "traumatische Raynod-Phänomen" (Berufskrankheit (BK)-Nr. 21 04 Anlage 1 BKV: Vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen,...) gibt es ein amtliches Merkblatt (BMAS) zur Entscheidungshilfe bei der Begründung des V. a. das Vorliegen dieser BK (vgl. Müsch, Berufs-krankheiten, WVG, , S. 162-164, 2006).
M.f.G.: MedDir a. D. Dr. Müsch
Avatar #67593
von Helden
am Samstag, 24. April 2021, 09:05

Therapie-Option Vitamin-D-Setup

- Es ist das Verdienst der Autoren, dass sie auf die verschiedensten Ursachen des "RAYNAUD" hinweisen.
- Dabei ist Ihnen eine weitere simple Ursache und Option zur Therapie entgangen, vermutlich die häufigste.
- Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel müssen hohe Mengen von Adrenalin ausschütten, um auf den Beinen zu bleiben. Diese Schieflage verbessert sich, wenn bei guten Vitamin-D-Spiegel von 60 ng/ml die Gefäßregulation über das Vitamin D-Calcium übernommen wird.
- Nicht nur RAYNAUD-Probleme gehen dann zurück, sondern auch das Problem der "schlechten Venen", wie es für Menschen mit Vitamin-D-Mangel typisch ist.
Dr. med. Raimund von Helden, 57368 Lennestadt
Quellen beim Autor

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Traumatisches Raynod-Phänomen

Für das ärztlicherseits anzeigepflichtige (§ 202 SGB VII) "traumatische Raynod-Phänomen" (Berufskrankheit (BK)-Nr. 21 04 Anlage 1 BKV: Vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen,...) gibt es ein amtliches Merkblatt (BMAS) zur Entscheidungshilfe bei der Begründung des V. a. das Vorliegen dieser BK (vgl. Müsch, Berufs-krankheiten, WVG, , S. 162-164, 2006).
M.f.G.: MedDir a. D. Dr. Müsch
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Therapie-Option Vitamin-D-Setup

- Es ist das Verdienst der Autoren, dass sie auf die verschiedensten Ursachen des "RAYNAUD" hinweisen.
- Dabei ist Ihnen eine weitere simple Ursache und Option zur Therapie entgangen, vermutlich die häufigste.
- Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel müssen hohe Mengen von Adrenalin ausschütten, um auf den Beinen zu bleiben. Diese Schieflage verbessert sich, wenn bei guten Vitamin-D-Spiegel von 60 ng/ml die Gefäßregulation über das Vitamin D-Calcium übernommen wird.
- Nicht nur RAYNAUD-Probleme gehen dann zurück, sondern auch das Problem der "schlechten Venen", wie es für Menschen mit Vitamin-D-Mangel typisch ist.
Dr. med. Raimund von Helden, 57368 Lennestadt
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