Sehr verehrte TeilnehmerInnen, verehrte Damen und Herren, wir Apothekerinnen und Apotheker sind hier, weil die Politik bei den Arzneimitteln 1,5 Mrd. Euro einsparen will. Wir sind hier, weil wir kein Verständnis dafür haben, dass von dieser Einsparsumme 1,2 Mrd. - das sind mehr als 70 Prozent - bei den Apothekern landen werden. Dies hat mit Solidarität, Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Vernunft nichts zu tun, sondern wird im Gegenteil Zigtausende von neuen Arbeitslosen produzieren – ganz zu schweigen von der Vernichtung mittelständischer Existenzen. Wir nehmen die Verbraucher nicht für die Fehler der Politik in Haft. Deswegen sind natürlich auch heute die Apotheken in Deutschland offen. Aber meine Kolleginnen und Kollegen haben einen einzigartigen Solidarappell für diese Demo beschlossen. Pünktlich um zwölf Uhr, liebe Kolleginnen und Kollegen, ging den deutschen Apotheken das Licht aus. Wir wollen nicht nur hier in Berlin ein Zeichen setzen, sondern auch vor Ort die Patienten über die fatalen Auswirkungen des geplanten Gesetzes informieren! Ich möchte von hier aus allen meinen Kolleginnen und Kollegen in Deutschland zurufen: Wir nehmen Euer Signal auf und wir kämpfen hier für Euch! Es darf nicht sein, dass durch dieses Gesetz in dringend benötigten Einrichtungen des Gesundheitswesens das Licht für immer ausgeht: Weder in Apotheken, noch in Praxen und Krankenhäusern oder in Pflegeeinrichtungen. Mit uns ist das nicht zu machen! Dafür werden auch nach dem heutigen Tag mit allen demokratischen Mitteln kämpfen! Wenn man bedenkt, dass große Kassen für das Füttern ihres Verwaltungsmolochs doppelt so viel Geld ausgeben wie für die Apotheken inklusive ihrer 140.000 Beschäftigten, dann wird deutlich: Wir haben kein Verständnis dafür, dass Leistung bestraft und Verwaltung belohnt wird! Unser Kanzler hat öffentlich die Apotheker und ihre Verbände aufgefordert, mit dem Gejammere aufzuhören. Er wäre besser beraten, uns zuzuhören, denn wir verstehen etwas von der Arzneimittelversorgung. Und jetzt noch ein Wort an unsere Abgeordneten: besonders die Abgeordneten der Regierungsparteien möchte ich zur Demokratie einladen. Ich fordere nichts mehr und nichts weniger als Demokratie. Hierunter verstehe ich dass sie in der Verantwortung für ihre Wähler und nach ihrem gesunden Menschen- und Sachverstand abstimmen – sollte dieses sogenannte Beitragsatzsicherungsgesetz so zur Abstimmung kommen. Es kann nicht sein, dass hier die Diktatur der Parteien eingeführt wird! Wir stehen für eine sinnvolle Weiterentwicklung des Gesundheitssystems, wir haben Vorschläge gemacht, die zukunftsweisend sind, wir unabhängigen Apothekerinnen und Apotheker stehen für ein gesundes Gesundheitssystem! Wir reichen aber nicht die Hand zur Errichtung eines Krankenkassen- und Bürokratenstaates!