1. Alkohol und Nikotin verursachen 25 % aller Behinderungen und Todesfälle. 2. Die derzeitige (Rehabilitations-) Behandlung ist gut. Sie erreicht aber zu wenige Betroffene und setzt insgesamt zu spät ein. 3. Früherkennung und Frühintervention sind neue niederschwellige Ansätze in der Frühphase einer Abhängigkeitsentwicklung. Sie erfordern eine Zusatzqualifikation bei Ärzten, Psychologen und Suchtberatern. 4. Die Aus- und Weiterbildung der Ärzte in Suchtmedizin muss verbessert werden. Die "suchtmedizinische Grundversorgung" stellt einen ersten Ansatz im Bereich der ärztlichen Fortbildung dar. 5. Der "qualifizierte Entzug" ist eine medizinische Sofortintervention, die über somatische und psychologische Zugänge Veränderungsbereitschaft und Abstinenzmotivation induziert. 6. Als Sofortintervention ist der qualifizierte Entzug eine Kassenleistung, dessen Art und Umfang ärztlich begründet ist. 7. Jedes fünfte Krankenhausbett ist de facto ein Suchtbett, deshalb muss die qualifizierte Beratung im Krankenhaus Standard werden. 8. Der Ausbau ambulanter und teilstationärer wohnortnaher Hilfsangebote ist erforderlich. 9. "Anticraving-Medikamente" verdoppeln die Abstinenzrate und erhöhen die Haltequote in der ambulanten Betreuung von Alkoholabhängigen. 10. Die Selbsthilfe ist so zu qualifizieren, dass sie durch spezielle Angebote auch für Jüngere attraktiv wird, denn sie hilft mit zum dauerhaften und rechtzeitigen Erfolg.