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Medizin

Antidot für Ticagrelor wirkt schnell

Dienstag, 19. März 2019

/peterschreiber.media, stockadobecom

Boston – Die Antithrombozytenwirkung von Ticagrelor, das zusammen mit Acetylsalicylsäure zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom eingesetzt wird, kann durch ein neu entwickeltes Antikörperfragment innerhalb weniger Minuten gestoppt werden. Dies zeigen die Ergebnisse einer Phase-1-Studie, die auf der Jahrestagung des American College of Cardiology in New Orleans vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2019; doi: 10.1056/NEJMoa1900486) publiziert wurden.

Ticagrelor blockiert den P2Y12-Rezeptor auf Thrombozyten. Anders als bei Clopidogrel und Prasugrel ist die Blockade jedoch reversibel. Sobald Ticagrelor vom Rezeptor verschwindet, können die Thrombozyten wieder „verklumpen“ und verletzte Blutgefäße abdichten. Die reversible Blockade macht die Entwicklung eines spezifischen Antidots möglich, die der US-Firma PhaseBio in Malvern/Philadelphia gelungen ist.

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Bei dem Antidot PB2452 handelt es sich um ein Antikörperfragment, das Ticagrelor mit hoher Affinität bindet und dessen Wirkung dadurch neutralisiert. Der Wirkstoff wurde in einer Phase-1-Studie an 64 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 50 Jahren getestet. Die Probanden wurden zunächst über 48 Stunden mit Ticagrelor behandelt. Die Thrombozyten­aggregation war am Ende um etwa 80 % unterdrückt.

Danach erhielten die Probanden PB2452 in verschiedenen Dosierungen oder ein Placebo infundiert. PB2452 wurde als initialer intravenöser Bolus verabreicht, gefolgt von einer längeren Infusion über 8, 12 oder 16 Stunden. Wie Deepak Bhatt vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Mitarbeiter berichten, trat die Wirkung von PB2452 innerhalb von 5 Minuten ein und hielt bis zu 20 Stunden an. Ein Rebound mit einer über die Norm gesteigerten Thrombozytenaggregation war nicht erkennbar. Die Nebenwirkungen waren auf die für Antikörperbehandlungen bekannten lokalen Reaktionen am Injektionsort beschränkt.

Weitere Studien müssen jetzt zeigen, ob PB2452 auch in der Lage ist, Blutungen zu stoppen, die zu den gefürchteten Komplikationen einer dualen Thrombozytenhemmung gehören, die beispielsweise bei Herzinfarktpatienten nach einer Stentimplantation notwendig wird. © rme/aerzteblatt.de

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