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Betreuung durch Ärzte und Apotheker verbessert Therapietreue bei Herzin­suffizienz-Patienten

Mittwoch, 26. Juni 2019

/goodluz, stock.adobe.com
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Leipzig/Athen – Werden ältere Patienten mit Herzinsuffizienz engmaschig von ihren Kardiologen und Apothekern bei der Einnahme der verschriebenen Medikamente unterstützt, steigt die Therapietreue. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Ulrich Laufs, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Leipzig zusammen mit Martin Schulz von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Sie haben ihre Studie PHARM-CHF jetzt auf dem europäischen Herzinsuffizienz-Kongress in Athen vorgestellt.

Laut den Wissenschaftlern nehmen etwa 30 bis 50 % der Herzinsuffizienz-Patienten in Europa die ihnen verschriebenen Medikamente nur unregelmäßig, in zu geringer Dosierung oder gar nicht ein. Ein Grund dafür sei, dass der Medikationsplan wegen häufiger Begleiterkrankungen der Patienten oft komplex sei und vor allem für ältere Patienten eine Herausforderung darstelle.

Für die Studie rekrutierten die Wissenschaftler237 Patienten, die durchschnittlich 74 Jahre alt waren und im Mittel 9 Medikamente einnahmen. Die Patienten wurden per Zufallsprinzip in 2 Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt eine Aufklärung über ihre Medikation in der Arztpraxis und nahm die Präparate ohne weitere Begleitung ein. Die 2. Gruppe wurde zusätzlich durch Apotheker vor Ort betreut.

Zunächst überprüften die Mitarbeiter in den Apotheken die Gesamtmedikation der Patienten und stellten einen dezidierten Medikationsplan auf, dessen Einhaltung durch die Verwendung von Medikamentendispensern unterstützt wurde. Bei regelmäßigen Besuchen in der Apotheke wurden außerdem der Blutdruck und der Puls der Patienten gemessen und Probleme mit der Medikation besprochen.

Verbesserte Therapietreue und Lebensqualität

Während die Therapietreue in der Gruppe der normal behandelten Patienten im Verlauf der 2 Jahre andauernden Beobachtungszeit von 42 % auf 68 % anstieg, war bei den Patienten, die in den Apotheken begleitet wurden, eine Verbesserung von 43 % auf 86 % zu beobachten. Zugleich nahm in dieser Gruppe über die gesamte Zeit hinweg die Lebensqualität der Patienten deutlich zu. In der Kontrollgruppe hingegen verschlechterte sie sich im 2. Jahr messbar.

„Eine chronische Herzinsuffizienz geht mit sehr belastenden Symptomen wie Kurzatmigkeit, enorm eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit, Wassereinlagerungen und häufigen Kranken­haus­auf­enthalten einher“, erläutert der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK), Michael Böhm. Eine konsequente Therapietreue lindere die Symptome deutlich und wirke sich positiv auf den Krankheitsverlauf und auf das Wohlbefinden der Patienten aus.

Kardiologen und Hausärzte würden eine solche pharmazeutische Dienstleistung begrüßen, da sie den Patienten hilft, die mit dem Arzt vereinbarte Therapie optimal umzusetzen. Ulrich Laufs, Universitätsklinikums Leipzig

Er betonte, die Fachgesellschaft befürworte eine Zusammenarbeit zwischen Arztpraxen und Apotheken, wie sie in der Studie erprobt wurde und spreche sich dafür aus, eine sichere Rechtsgrundlage für die adäquate Vergütung dieser Leistungen der Apotheken zu schaffen. „Kardiologen und Hausärzte würden eine solche pharmazeutische Dienstleistung begrüßen, da sie den Patienten hilft, die mit dem Arzt vereinbarte Therapie optimal umzusetzen, vor allem ihre Arzneimittel langfristig in der richtigen Dosierung einzunehmen“, sagte Laufs. © hil/aerzteblatt.de

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