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Medizin

Interventionelle Eingriffe an der Trikuspidalklappe gewinnen an Bedeutung

Montag, 25. April 2022

/pirke, stock.adobe.com

Mannheim – Die Therapie der Trikuspidalklappeninsuffizienz rückt immer mehr in den Fokus der interventionellen Kardiologie. Sie könnte deutlich an Bedeutung zunehmen, so Holger Thiele vom Herzzentrum der Universität Leipzig.

Die Relevanz des interventionellen Aortenklappenersatzes steht dagegen außer Frage. Kritisch zu sehen sei Thiele zufolge die in der aktuellen europäischen Leitlinie festgelegte Altersgrenze für dessen Einsatz.

Insgesamt wurde die Trikuspidalklappe lange Zeit ignoriert, wie Thiele auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) ausführte. Dabei hätte die Trikuspidal­klappeninsuffizienz eine ungünstige Prognose. Die Betroffenen erhielten aber nur selten eine chirurgische Behandlung, die zudem mit einer Sterblichkeit von etwa 10 % verbunden sei.

So stünden immer mehr kathetergestützte Behandlungen zur Verfügung, von denen allerdings noch nicht alle etabliert sind. Es handele sich um ein relativ neues Feld, betonte der Experte, aber: „Es wird richtig spannend in diesem Bereich.“

Registerdaten würden beispielsweise darauf hinweisen, dass kathetergestützte Interventionen an der Trikuspidalklappe das Überleben verlängern können, was sich für chirurgische Eingriffe nicht nachweisen ließ. Aktuell liefen, so Thiele weiter, eine Reihe von randomisierten Studien, die die Wirksamkeit der Interventionen untersuchten.

Insgesamt könnte die kathetergestützte Therapie der Trikuspidalklappeninsuffizienz „das nächste große Feld der interventionellen Kardiologie werden.“ Die Ergebnisse der aktuell durchgeführten Studien müsse man natürlich noch abwarten.

Fest etabliert ist dagegen der interventionelle Aortenklappenersatz (TAVI). Der Eingriff dauere etwa eine halbe Studie und funktioniere hervorragend, sagte Thiele. Ergebnisse aus Studien, an denen entweder inoperable Betroffene oder Betroffene mit niedrigem bis hohem Operationsrisiko teilgenommen hatten, zeigten, dass die Intervention der Operation zumindest ebenbürtig, wenn nicht in einigen Bereichen sogar überlegen sei.

In der aktuellen Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) zur Diagnostik und Therapie von Herzklappenerkrankungen würde darauf hingewiesen, so der Kardio­loge, dass ein Herzteam, unter anderem bestehend aus Fachleuten aus Kardiologie und Herzchirurgie, Nutzen und Risiken einer Operation und eines katheterbasierten Eingriffs gegeneinander abwägen sollte. Besonders wichtig sei es jedoch die Patientinnen und Patienten in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Kritisch sieht Thiele die in der aktuellen Leitlinie festgesetzte Altersgrenze. So sollten etwa unter 75-Jährige mit einem geringen Risiko operiert und ab 75-Jährige mittels TAVI behandelt werden. Das spiegele jedoch nicht die Studiendaten wider. Diese hätten Vorteile des interventionellen Eingriffs auch bei unter 75-jährigen Betroffenen gezeigt.

Als einen Grund für die Altersgrenze gab Thiele die Zweifel an der Haltbarkeit der interventionell eingesetzten Klappen an. Dass diese aber genauso gut wie oder sogar länger halten können als chirurgische Klappen, dafür lägen ebenfalls Studiener­gebnisse vor.

Ein weiteres Thema, dem sich Thiele widmete, war die softwarebasierte Messung der fraktionellen Flussreserve (FFR) mittels koronarer Angiografie, um funktionell rele­vante Koronarstenose zu identifizieren.

Die softwarebasierte Methode biete viele Vorteile für Patientinnen und Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit. Denn im Vergleich zur herkömmlichen FFR-Messung sei sie nicht invasiv und die Gabe von Heparin sowie gegebenenfalls Adenosin nicht notwendig. Ergebnisse einer ersten Studie zeigten, führte Thiele aus, dass die softwarebasierte FFR der Standardangiografie überlegen war. © aks/aerzteblatt.de

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