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Echokardiografie schneller lernen dank künstlicher Intelligenz

Dienstag, 26. April 2022

/Pitchy, stock.adobe.com

Mannheim – Eine Software gesteuert durch künstliche Intelligenz (KI) kann dabei helfen, eine Herzechokardiografie auch als ungeübter Untersucher korrekt durchzuführen. Darüber hat Harald Kühl, Kardio­loge an der München Klinik Harlaching, auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) berichtet.

Die Caption Guidance ML-Software berechnet, wie die Stellung des Schallkopfs verändert werden soll und zeigt das der untersuchenden Person an. Das „Quality Meter“ bestimmt anhand einer Skala die optimale Bildqualität. Ist diese erreicht, nimmt die Software das Bild automatisch auf. Findet die untersuchende Person nicht die optimale Schnittbildebene, kann die Software das am besten bewertete Bild auswählen und speichern. Im Februar 2020 hat die Food and Drug Administration (FDA) die Software für den US-amerikanischen Markt zugelassen.

In einer im JAMA Cardiology veröffentlichten Studie (2021; DOI: 10.1001/jamacardio.2021.0185) führten acht Pflegekräfte ohne echokardiografische Erfahrung Herzechos an insgesamt 240 Perso­nen mithilfe der Software durch. Anschließend wurden die Personen erneut von erfahrenen Untersuchern ohne die Software echokardio­grafisch untersucht.

5 Fachleute bewerteten verblindet die Ergebnisse. Für die linksven­tri­kuläre Größe und Funktion bewerteten die Fachleute die Genauig­keit der Software mit 98,8 %. Die rechtsventrikuläre Größe wurde in 92,5 % der Fälle korrekt erfasst. Die Genauigkeit bei der Diagnose eines Perikardergusses lag ebenfalls bei 98,8 %.

Für die qualitative Bestimmung der Trikuspidalklappe und der Größe der Vena cava inferior war die diagnostische Qualität dagegen gerin­ger. Während die Pflegekräfte mithilfe der Software die Größe der Vena cava inferior in 135 Fällen (57,4 %) korrekt gemessen hatten, waren die Messungen bei den erfahrenen Untersuchern in 215 Fällen (91,5 %) korrekt. Bei der Trikuspidalklappe lag die Genauigkeit der Software bei 83,0 % und die der erfahrenen Untersucher bei 92,3 %.

Es gäbe in vielen Abteilungen im Krankenhaus Mitarbeiter, die Echos nicht könnten, sagt Harald Kühl. Auch ein Assistenzarzt im ersten Jahr müsse im Nachtdienst gegebenenfalls in der Lage sein, einen Perikard­erguss zu erkennen. Die Software könne dabei helfen. Erfahrene Untersucher erzeugten aktuell allerdings meist Bilder besserer Qualität. Daher sieht er die Stärke der KI -unterstützen Software insbesondere in der Ausbildung. © mim/aerzteblatt.de

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