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Politik

Petition wünscht sich engmaschigere Versorgung kardiologischer Patienten

Freitag, 21. Dezember 2018

/dpa

Berlin – In Deutschland sollte es eine engmaschigere Versorgung kardiologischer Patienten unter anderem über das Telemonitoring geben. Dafür spricht sich die Patientenvereinigung Defibrillator in einer Eingabe an den Bundestag aus. Die Petition, die noch bis zum 14. Januar 2019 mitgezeichnet werden kann, wird vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt.

„Chronisch kranke Herzpatienten benötigen aufgrund ihres häufig instabilen Gesundheitszustands eine engmaschige Betreuung und Versorgung. Ein lückenloser Schutz setzt eine permanente Übertragung und Kontrolle von Vitaldaten (Telemonitoring) und idealerweise eine dauerhafte Vor-Ort-Betreuung durch eine qualifizierte medizinische Fachkraft voraus“, schreibt der Petent.

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Zwar existiere für kardiologische Patienten im Krankenhaus ein umfangreiches diagnostisches und therapeutisches Angebot, im ambulanten Sektor bestünden aber erhebliche Risiken durch eine lückenhafte Versorgung. „Besorgniserregende Versorgungslücken bestehen insbesondere beim Übergang vom stationären in den ambulanten Sektor“, heißt es in der Begründung der Petition. Häufig würden Patienten ungeschützt aus dem Krankenhaus entlassen und die konstante Überwachung ihrer Symptome ende trotz weiterhin bestehender Vulnerabilität.

Da sich Patienten nach einem kardiologischen Ereignis am besten zu Hause in ihrer bekannten Umgebung erholten, müssten sie dort sicher versorgt sein, fordert der Petent. Noch immer versterbe aber die Hälfte der aus der Klinik entlassenen Patienten an ihrer Herzinsuffizienz. „Diese tödlichen Versorgungslücken können durch innovative bedarfsgerechte Angebote geschlossen werden. Der tragbare Defibrillator, der Patienten im Zeitraum einer therapeutischen Unsicherheit effektiv vor dem Plötzlichen Herztod (PHT) schützt, gehört hier ebenso dazu wie das kardiale Telemonitoring, zum Beispiel mithilfe eines implantierten Herzschrittmachers, Defibrillators oder Eventrekorders.“

Gerade in ländlichen Regionen, in denen sich der behandelnde Arzt nicht in unmittelbarer Nähe der Patienten befinde, könnten kardiologische Patienten mithilfe des Telemonitorings unterstützt durch besonders qualifizierte Herzinsuffizienz-Fachkräfte bedarfsgerecht versorgt und die Therapiesicherheit sektorenübergreifend verbessert werden, heißt es weiter. Der Petent bemängelt, dass die Selbstverwaltung die Einführung dieser Innovationen „mittels langwieriger Bewertungsverfahren“ verzögere oder verhindere.

Rückendeckung für die Forderungen kommt vom BVMed. „Trotz der Vorteile für die Patientenversorgung und die Patientensicherheit dauert es in Deutschland zu lange, bis technische Lösungen wie das Telemonitoring oder die Ereignisrekorder in die Erstattungssysteme aufgenommen werden und damit dem Patienten zugutekommen“, sagte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Telemedizinische Verfahren mit medizintechnischen Implantaten haben nach Ansicht des BVMed ein großes Potenzial, die Patientenversorgung und die Patientensicherheit zu verbessern. © may/aerzteblatt.de

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