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US-Kardiologen: Diabetes, Adipositas und Hypertonie im Kindesalter beschleunigen Atherosklerose

Montag, 25. Februar 2019

/psdesign1, stock.adobe.com

Boston – Ein Typ-2-Diabetes von Kindern und Jugendlichen erhöht in ähnlicher Weise das Risiko auf eine frühzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankung wie die angeborene familiäre Hypercholesterinämie. Zu diesem Schluss kommt die American Heart Association in einer Stellungnahme in Circulation (2019; doi: 10.1161/CIR.0000000000000618), die die kardiale Gesundheit der Bevölkerung auch durch eine Adipositas und eine Hypertonie von Heranwachsenden gefährdet sieht und die Ärzte zu einer frühzeitigen Behandlung  auffordert. Sorgen bereitet auch die kardiale Gesundheit von Überlebenden von pädiatrischen Krebserkrankungen. 

Etwa 6 % aller Kinder und Teenager in den USA sind mit einem Body-Mass-Index von 35 kg/m2 oder von über 120 % der 95. Perzentile extrem übergewichtig. An einen Typ-2-Diabetes, der früher als „Altersdiabetes“ bezeichnet wurde, könnten schon bald ebenso viele US-Teenager und junge Erwachsene erkrankt sein wie am Typ-1-Diabetes. Auch die Prävalenz der arteriellen Hypertonie ist auf 4 % gestiegen.

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Die klassischen kardiometabolischen Risikofaktoren, die früher nur bei älteren Erwachsenen gesehen wurden, stellen für Heranwachsende eine besondere Gefahr dar, da sie im früheren Lebensalter zur Atherosklerose führen. So kam jüngst eine Langzeitstudie an fast 2,3 Millionen Rekruten zu dem Ergebnis, dass Übergewicht und Adipositas das Risiko auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung in den folgenden 40 Jahren um den Faktor 2 bis 3erhöhen. 

Ein Team um Sarah de Ferranti vom Boston Children's Hospital stuft deshalb in ihrem aktuellen Positionspapier für die American Heart Association die schwere Adipositas von Kindern in die gleiche Kategorie wie eine familiäre Hypercholesterinämie, die infolge eines Gendefekt bereits bei Kindern und Jugendlichen zu erhöhten Cholesterinwerten führt. In die gleiche Kategorie wird auch eine arterielle Hypertonie am Übergang zum Erwachsenenalter eingeordnet. Die Betroffenen haben nach Einschätzung der US-Kardiologen ein erhöhtes Risiko auf eine vermehrte Kalk­ablagerung in den Koronarien und nach den Ergebnissen der Harvard Alumni-Kohorte beschleunigt die frühe arterielle Hypertonie auch die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Als noch bedrohlicher wird eine frühzeitige Entwicklung eines Typ-2-Diabetes eingestuft, der laut der Expertengruppe die kardiovaskuläre Mortalität mehr als ein Typ-1-Diabetes in dieser Altersgruppe erhöht. Denn während ein Typ-1-Diabetes oft erst nach einem Jahrzehnt zu einer Nephropathie führt, sei diese bei Patienten mit Typ-2-Diabetes bereits zu Beginn der Diagnose vorhanden, wie dies für ältere Typ-2-Diabetiker seit Längerem bekannt ist.

Unterschätzt wurden nach Einschätzung der US-Kardiologen bislang auch die Folgen einer Krebsbehandlung im Kindesalter. In den USA gibt es mittlerweile 400.000 Erwachsene, die als Kind erfolgreich wegen Leukämien oder anderen pädiatrischen Malignomen behandelt wurden. 

Strahlentherapie (im Brustbereich), der Einsatz von Zytostatika aus der Gruppe der Anthrazykline und vor allem die hämatopoetische Stammzelltherapie hinterlassen lebenslange Folgen. Nach einer Stammzelltherapie haben die Patienten laut de Ferranti ein 9-fach erhöhtes Risiko auf eine Hypertonie, ein 5-fach erhöhtes Risiko auf einen Typ-2-Diabetes und ein 3-fach erhöhtes Risiko auf eine Dyslipidämie. © rme/aerzteblatt.de

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