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Ärzteschaft

Mehr Prävention von Herz-Kreislauf-Er­krankungen notwendig

Mittwoch, 16. Oktober 2019

/Alterfalter, stock.adobe.com

Mannheim – Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) setzt sich für mehr Anstrengungen bei der Primär- und Sekundärprävention von kardio­vas­kulären Erkrankungen ein. Ein Baustein, um die bestehende Versorgungslücke zu schließen, ist für die DKG eine bessere Vergütung der Präventionsleistungen.

„Eine aktive Präventionsmedizin ist eine wichtige Gesundheitsleistung, die aber als Selbst­verständlichkeit fehlwahrgenommen wird“, erklärte DKG-Pressesprecher Michael Böhm. Die sprechende Medizin, auch im Sinne einer effektiven Präventionsberatung durch Ärzte, werde bisher „mit keinem Cent vergütet“. „Die dadurch entstehende Versor­gungs­­lücke können wir nur mithilfe der Politik schließen“, so Böhm.

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Er betonte, dass für individuell abgestimmte Präventionsmaßnahmen die richtige Diag­nostik essentiell sei. Nur so sei eine frühzeitige, möglichst effektive Therapie möglich. Im Augenblick kämen aber viele durch die aktuellen europäischen Behandlungsleitlinien empfohlenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen nicht bei den Patienten an.

Die DGK nennt als Beispiel die Implantation von Ereignisrekordern. Dabei handelt es sich um kleine, in wenigen Minuten implantierbare EKG-Chips, die über mehrere Jahre hinweg den Herzrhythmus aufzeichnen und telemedizinisch übertragen können.

Ereignisrekorder dokumentierten in vielen Fällen zum Beispiel ein Vorhofflimmern so rechtzeitig, dass Schlaganfälle medikamentös verhindert werden könnten. „Eine ambu­lante Implantation der Ereignisrekorder wird derzeit nicht vergütet und ist auch in der Klinik nur unter restriktiven Voraussetzungen möglich. Die Nachsorge wird überhaupt nicht erstattet“, kritisierte die Fachgesellschaft.

Ein weiteres Beispiel sei die CT-Angiografie. Eine darüber zu erreichende bessere Bildge­bung könnte laut DGK zu bedarfsgerechten medikamentösen Therapien beitragen, sodass ein Fortschreiten koronarer Gefäßverengungen häufiger als bislang verhindert werden könnte.

Die CT-Angiografie werde jedoch ambulant nicht vergütet und könne von Kardiologen nur unter schwersten Auflagen durchgeführt werden. „Dies sind nur zwei von vielen Beispie­len, in denen die Politik mit entsprechenden Rahmenbedingungen dafür sorgen kann, dass wir unsere Patienten ihrem Risikoprofil entsprechend bedarfsgerecht behandeln können“, sagte der DGK-Präsident Andreas Zeiher.

Die Fachgesellschaft fordert in diesem Zusammenhang, bei der Überarbeitung des Disease-Management-Programms (DMP) „Koronare Herzkrankheit“ eng eingebunden zu werden. „Wir zählen darauf, dass die fachliche Expertise der Kardiologen, vertreten durch die DGK, dabei berücksichtigt wird“, so Zeiher. © hil/aerzteblatt.de

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