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Ärzteschaft

Reanimation: Aufruf an medizinisches Personal zur Laienschulung

Mittwoch, 16. Oktober 2019

/dpa

Köln/Berlin – In Deutschland wird bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand nur bei jedem dritten Notfall mit der Wiederbelebung begonnen, bevor der Notarzt eintrifft. Da­rauf hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hingewiesen.

„Wir rufen medizinisches Personal aller Fachgebiete auf, Kinder sowie Erwachsene in der Anwendung der lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahmen zu schulen“, sagte Bernd Böttiger aus dem DIVI-Präsidium anlässlich des heutigen „World Restart a Heart Day“.

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Der Tag findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Experten weisen dazu an bekannten Orten auf die Möglichkeiten der Laienreanimation hin. „Wir haben dafür den Dom als be­kanntestes Kölner Wahrzeichen gewählt“, so Böttiger, der Vorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung ist. Eine entsprechende Aktion hat heute um 11.55 Uhr dort stattge­funden – also sinnbildlich um fünf vor zwölf.

Weltweit schwanken die Werte der Laienreanimation laut DIVI sehr – je nach Land be­ginnen zwischen fünf und 80 Prozent mit Wiederbelebungsmaßnahmen. „Hunderttau­sen­de Menschenleben könnten jährlich zusätzlich gerettet werden, wenn Menschen weltweit über eine bessere Reanimationsausbildung verfügen würden und einfach sofort anfangen wür­den mit einer Herzdruckmassage“, betonte Böttiger.

Ein zentrales Projekt zur Steigerung der Laienreanimationsquote in Deutschland sei die Schülerausbildung in Wiederbelebung. Seit 2014 gibt es unter anderem dazu auf Initiati­ve des Rates eine Empfehlung des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz der Länder, das Wiederbelebungstraining deutschlandweit ab Klasse sieben in allen Schulen mit zwei Unterrichtsstunden pro Jahr einzuführen.

Der Deutsche Rat für Wiederbelebung hat zudem einen Ausbildungskurs für Lehrkräfte entwickelt und fordert nun, die beiden Schulstunden pro Jahr verpflichtend einzuführen.

„Es ist wichtig, dass in Deutschland die politischen Rahmenbedingungen geschaffen wer­den, damit der Erfolg der Projekte nicht nur von dem Engagement einzelner Personen, Or­ganisa­tionen und Fachgesellschaften abhängt, sondern auch nachhaltig und flächen­deckend sichergestellt wird“, sagte Böttiger. © hil/aerzteblatt.de

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