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Ärzteschaft

Aortenklappen­endokarditis: Ärzte für Aufbau eines Behandlungs­registers

Dienstag, 28. Januar 2020

/dpa

Düsseldorf/Stuttgart – Für die Diagnose und Behandlung der Aortenklappenendokarditis (AVE) fehlen übergreifende Standards. Das kritisieren Wissenschaftler um Payam Akhyari von der Universität Düsseldorf. Sie fordern daher ein multizentrisches Behandlungsre­gis­ter, um Klarheit über Art und Ver­­lauf der AVE sowie über die optimale Diagnose und Be­handlung der Krankheit zu schaffen.

Ihre Argumente, die sich auf eine deutschlandweite Befragung unter Herz­chirurgen stüt­zen, haben sie in der Fachzeitschrift The Thoracic and Cardiovascular Surgeon veröffent­licht (doi 10.1055/s-0038-1673634).

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Die AVE ist eine lebensbedrohliche Herzklappenentzündung, die durch Bakterien in der Blutbahn verursacht wird. Trotz erheblicher Verbesserungen der Labortests und der bild­gebenden Verfahren zur Frühdiagnose sowie der Weiterentwicklung von Antibiotika ist der kurz-, mittel- und langfristige Behandlungserfolg für AVE-Patienten laut den Wissen­schaftlern begrenzt. Eine Operation, bei der das gesamte infizierte Gewebe entfernt wird, biete oft die einzige Chance auf Heilung.

Akhyari und seine Mitautoren von der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg an der Fulda und dem Herzzentrum Leipzig haben eine Umfrage ausgewertet, die die Arbeitsgemeinschaft für Aortenklappenchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie durchgeführt hat.

Die Ergebnisse zeigen laut den Forschern deutliche Unterschiede unter den 64 herz­chi­rurgischen Abteilungen, die den Fragebogen der Fachgesellschaft beantwortet haben.

Die Art und Weise, wie eine Aortenklappenendokarditis diagnostiziert und herzchirur­gisch behandelt wird, variiert danach insbesondere in folgenden Bereichen: bei den bildgebenden Verfahren, bei der Identifikation der AVE verursachenden Bakterien, der Festlegung des Operationszeitpunktes sowie bei der Auswahl der Klappenprothese für den Aortenklappenersatz.

„Die Ergebnisse der Befragung zur herzchirurgischen Therapie der AVE verdeutlichen zum einen ein sehr heterogenes Bild, zeigen aber auch vereinzelt Gemeinsamkeiten in der Praxis auf“, so die Autoren der Studie. „Die erhobenen Daten sollten jetzt die Grundlage für ein multizentrisches Register bilden, um das Wissen über Art und Verlauf der AVE zu verbessern“, fordern sie. © hil/aerzteblatt.de

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